Sa 11.7.2015
21:30
FILM

FESTIVALERÖFFNUNG • POETRY OF COMFORT

Willkommen in der Komfortzone Filmfestival! Aus dem heimeligen Inneren wagen wir einen Ausblick auf den Programmschwerpunkt no/more comfort – und mit einigen poetischen Einschlägen auch auf das Programm von beyond words. Als vielseitige Spezialistinnen des Komfortzonenfilms erweisen sich an diesem tendenziell heiteren Abend unter anderem Carola Dertnig, Christine Hooper, Elodie Pong und Debra Solomon, die dichten, zeichnen und performen, was die Komfortzone hergibt.

Unter dem CODEWORT KOZO öffnet sich bereits um 20:00 Uhr die hauseigene Komfortzone für die FestivalbesucherInnen. Die interaktive Installation von Julia Grillmayr lädt ein zur Pflege von Bedürfnissen und Befindlichkeiten. Wenn sich dann nachhaltige Beunruhigung einstellt, ist das durchaus beabsichtigt.

PROGRAMM

20:00 Uhr CODEWORT KOZOzum Programm

20:30 Uhr Sektempfang

21:30 Uhr Begrüßung & Festivaleröffnung • Moderation: Lisa Neumann
Eröffnung • DOT ON DANIEL MEADOWS • Gast: Luke Meadows • zum Programm
Kurzfilmprogramm • POETRY OF COMFORT

Filmlänge 69 min

MY KINGDOM

Debra Solomon • USA 2014 • 4 min • OmeU • HoH

„Some thirty inches from my nose | The frontier of my Person goes | And all the untilled air between | Is private pagus or demesne. | Stranger, unless with bedroom eyes | I beckon you to fraternize | Beware of rudely crossing it | I have no gun, but I can spit.“
– W. H. Auden

Debra Solomon entzückt ihre Fans seit 20 Jahren mit Animationsfilmen, die unter so hübschen Titeln wie »Getting Over Him in 8 Songs or Less« oder »Everybody’s Pregnant« frei von der Leber weg innere Zweifel und Zerwürfnisse auf die Leinwand bringen. Gefühle, Farbe, Humor und eingängige Melodien sind das Geheimrezept, mit dem das auch noch auf äußerst unterhaltsame Weise gelingt. Debra Solomons jüngster Streich ist eine wenig meditative Meditation über das Bedürfnis nach persönlichem Raum und – frei nach W. H. Auden – ein Hochgesang auf die Verteidigung des persönlichen Königreichs – in der U-Bahn, im Kino, im Supermarkt, im Yoga-Studio.

www.debrasolomon.com

Sprecherin Jane Curtin Drehbuch Debra Solomon Literaturvorlage W. H. Auden Character Design Debra Solomon Sound Design Alan Zahn, Analogue Muse & Nick Zipriano Produktion Debra Solomon
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NATURAL GLASSES

Jens Lien • Norwegen 2001 • 1:15 min • OmdU • HoH

Ein Kurzfilm über einen Mann, der die Welt einmal einfach nur ausblenden und seinen Tag verschönern wollte. Wenn es zum Beispiel eine Brille gäbe, die das ermöglichen würde, dann wäre es doch nur legitim, sie zu benützen? NATURAL GLASSES – Achtung: Sehr kurz und sehr schwarzhumorig! – bescherte dem früheren Werbefilm- und späteren Spielfilmregisseur Jens Lien seine zweite Einladung in den Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes.

Originaltitel NATURLIGE BRILLER Drehbuch Per Schreiner Kamera Erling Thurmann-Andersen Schnitt Ove-Kenneth Nilsen Ton Jens Lien & Ove-Kenneth Nilsen Produktion Jens Lien
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ELECTION NIGHT

Anders Thomas Jensen • Dänemark 1999 • 11 min • OmeU

Peter fällt gerade noch rechtzeitig ein, dass er vergessen hat, wählen zu gehen. Die Taxifahrt zum Wahllokal wird zu einem Wettlauf mit der Zeit – und zur Gewissensfrage. ELECTION NIGHT ist vielleicht so etwas wie der Kultfilm des modernen „Komfortzonenfilms“. Aus der Feder von Anders Thomas Jensen stammend, der als Regisseur nach seinen Kurzfilmen erst wieder mit BLINKENDE LICHTER und DÄNISCHE DELIKATESSEN von sich hören ließ, während er als Drehbuchautor bei praktisch allen dänischen Erfolgsproduktionen der letzten 15 Jahre seine Finger im Spiel hatte, konnte ELECTION NIGHT 1999 das Rennen um den Oscar für den besten Kurzfilm für sich entscheiden.

Originaltitel VALGAFTEN Schauspiel Ulrich Thomsen, Jens Jørn Spottag, Hella Joof, Mikkel Vadsholt, John Martinus, Ole Thestrup, Farshad Kholghi, Thomas Milton Walther & Nicolas Bro Drehbuch Anders Thomas Jensen Kamera Jens Schlosser Schnitt Anders Villadsen Ton Jens Bønding, Martin Saabye Andersen & Stig Sparre-Ulrich Musik Jeppe Kaas Produktionsleitung Nanna Mailand-Hansen Produktion Kim Magnusson & Tivi Magnusson
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ON LOOP

Christine Hooper • Großbritannien 2013 • 5 min • OmeU • HoH

Es ist vier Uhr früh. Wäre da bloß nicht diese Sache mit dem Briefbeschwerer, die einem plötzlich den Schlaf raubt … Der mittlerweile mehrfach ausgezeichnete Animationsfilm ON LOOP erzählt mit pointiertem Witz von der Invasion der intimsten Komfortzone durch die Geschehnisse des Tages und den ermüdenden Begleiterscheinungen der Schlaflosigkeit, die einen dann aber doch nie zum Einschlafen bringen. Inspiriert von den Fotomontagen David Hockneys, gelangt Christine Hooper zu einer spannenden Ästhetik, in der die kubistischen Elemente als visuelle Übersetzung sich überlagernder Gedankenfragmente funktionieren. Die Performance des Gedankenmonologs durch die schottische Comedienne Susan Calman ist schlichtweg ein Genuss.

christinehooper.com

Schauspiel Jayne Edwards Sprecherin Susan Calman Drehbuch Christine Hooper & Victoria Manifold Animation Alice Dunseath, Ana Stefaniak & Christine Hooper Kamera Christine Hooper Schnitt Christine Hooper Sound Design Mike Wyeld & Tom Lock Griffiths Hochschule Royal College of Art London
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HOME GAME

Martin Lund • Norwegen 2004 • 10 min • OmeU • HoH

Jeden Morgen das gleiche Spiel: Stian muss pünktlich um 8 Uhr im Büro sein. Wird er es heute schaffen, rechtzeitig aus dem Bett zu kommen? In Martin Lunds Sportfilm-Parodie über den härtesten alltäglichen Kampf wird das Schlafzimmer zum Stadion – inklusive zweier Sportkommentatoren.

Originaltitel HJEMMEKAMP Schauspiel Henrik Thodesen, Geir-Atle Johnsen, Kenneth Fredheim, Jørn Westerheim & Stian Fongaard Drehbuch Martin Lund Kamera Magnus Iversen Ton Per Berge Engebretsen Produktion Stian Fongaard
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… A CAR …

Carola Dertnig • Österreich 2010 • 8 min • OmeU • HoH

Eine zu kleine Durchfahrt, eine Familienkutsche, ein absterbender Motor und ein Abstand, den man fatal unterschätzt: Nachdem die Performancekünstlerin Carola Dertnig in ihrer Serie TRUE STORIES bereits die unterschiedlichsten Alltagssituationen hin auf ihr Slapstick-Potential hin erprobt und auf Genderstereotype abgeklopft hat, ist in … A CAR … das Autofahren an der Reihe. Schauplatz ist die Wiener Apollo Garage. Der Versuch, aus dem System Parkgarage zu entkommen, führt zu haarsträubend akrobatischen Verrenkungen der als „heißer Feger“ gestylten Künstlerin und in ein lyrisch-absurdes Autogedicht, mit dem sie sich auf die Performerin Simone Forti bezieht. Am Ende steht über dem Ganzen nichts als die Aufforderung zu „Reinlichkeit und Ruhe“.

Schauspiel Carola Dertnig Sprecherin Carola Dertnig Konzept Carola Dertnig Literaturvorlage Carola Dertnig Kamera Katharina Cibulka Schnitt Katharina Cibulka Sound Design Philipp König Produktion Carola Dertnig
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ERSATZ

Elodie Pong • Schweiz 2012 • 4 min • OmeU • HoH

„J’ersatz, tu ersatz, il ersatz … Nous vivons dans un monde ersatzique.“

Ein gut aussehendes Paar unterhält sich über den Umweg des Begriffs „Ersatz“ in unterschiedlichen, stockenden Sprachen über seine Gefühle. Der lautmalerisch-bildhafte Dialog der beiden ProtagonistInnen – Schauspielerin Laetitia Dosch und Künstler und Bartmodel Benjamin Dukhan – über das Konzept der Austauschbarkeit gerät zu einer humorvollen, philosophischen Betrachtung. Irgendwann geht’s um Ersatzwohnung und Ersatzliebe. Sind wir alle nur Ersatzmenschen?

Für die in Zürich lebende international bekannte Videokünstlerin Elodie Pong stellt Sprache ein Material der Innerlichkeit dar, das sie mit zweideutigen, komödiantischen oder ikonographisch-theatralen Bildwelten konterkariert – also dem Material, das der Sphäre der Äußerlichkeiten zuzurechnen ist. Entsprechend funktionieren ihre Arbeiten häufig als eine Art Doppelpass zwischen dem Gesprochenen und dem Gesehenen.

www.elodiepong.net

Schauspiel Laetitia Dosch & Benjamin Dukhan Drehbuch Elodie Pong Kamera Simon Jaquemet Schnitt Rosa Albrecht Ton Markus Egloff Sound Design Roland Widmer Produktion Elodie Pong
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NOAH

Patrick Cederberg & Walter Woodman • USA 2013 • 17:30 min • OmeU • HoH

In einer Geschichte, die sich zur Gänze auf dem Computer-Bildschirm eines Teenagers abspielt, folgt NOAH in rasantem (Echtzeit-)Tempo seinem gleichnamigen Protagonisten über Facebook, Skype, Chatroulette, YouPorn und iTunes durch die Trennung von seiner Freundin. Kurze Aufmerksamkeitsspannen und Multitasking stellen in der digitalisierten Welt der Generation Y neue Herausforderungen an Liebe und Intimität.

Der Debütfilm der Filmstudenten Walter Woodman und Patrick Cederberg, die beide ein Jahr vor dem Dreh den Ausstieg aus Facebook unternommen haben, ist eine schlaue Studie über die Rolle digitaler Technologie in zwischenmenschlichen Beziehungen. Nach seiner Premiere auf dem Toronto International Film Festival absolvierte NOAH, der mit einem Budget von nur € 230,– gedreht wurde, eine beachtliche Festivaltournee.

www.patrickcederberg.com

Schauspiel Sam Kantor, Caitlin McConkey-Pirie, Nina Iordanova, Nahan Fahey, Mackenzie Hannan, Clara Miedzwiedzka & Alexandria Raspanti Drehbuch Patrick Cederberg & Walter Woodman Animation Patrick Cederberg Schnitt Walter Woodman Ton Aaron Yeung Sound Design Patrick Cederberg Produktion Matthew Hornick, Patrick Cederberg & Walter Woodman
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