Fr 19.8.2016
21:30
FILM

YOU LOOK LIKE ME

Zwillinge werden voneinander getrennt (und wieder miteinander verbunden), innere Urmenschen entfesselt, kannibalische Gelüste gepflegt: Willkommen in der wundersamen Welt der DoppelgängerInnen! Zunächst stark literarisch geprägt, hat sich das Doppelgängermotiv in seiner ganzen Bandbreite schnell als eines der faszinierendsten Filmmotive etabliert. Ein Abend kleiner schauriger Filme als Genre-Hommage und Einladung, Abstrusitäten und gediegenem Splatter im Trickfilm zu frönen. Denn wo einem ein identisches Gegenüber entgegenblickt, da tun sich unbewusste Abgründe auf für die Begegnung mit einem anderen, einem düsteren Ich.

Im Anschluss bitten wir zwei österreichische Filmemacher, die’s wissen müssen, zum doppelten Mitternachtsgespräch: Virgil Widrich (im Programm vertreten mit COPY SHOP) und Severin Fiala, der 2014 in Ko-Regie mit Veronika Franz mit dem international vielfach ausgezeichneten Zwillingsthriller ICH SEH ICH SEH einen veritablen österreichischen Blockbuster landen konnte.

Filmlänge 72 min Filmgespräch Severin Fiala (ICH SEH ICH SEH) • Virgil Widrich (COPY SHOP) Moderation Lisa Neumann Barrierefrei Moderation und Filmgespräch mit Übersetzung in ÖGS • Filme mit deutschen Untertiteln (HoH)

DER SPIEGEL

Ramon + Pedro • Schweiz 2010 • 6:30 min • kein Dialog

Bei der Morgentoilette zieht das Leben eines Mannes im Spiegel an ihm vorbei – von der frühen Kindheit bis ins hohe Alter, vom ersten Milchzahn, über das erste Tattoo bis zu dem Moment, an dem man sein Gebiss in einem Glas ablegt.

ramonandpedro.com

Originaltitel LE MIROIR – REFLECTING A LIFETIME Schauspiel Zachary Destraz, Jules Martinet, Pierrick Destraz, Henri Destraz, Zoé Tinguely & Patricia Rodrigues Drehbuch Laurent Fauchère, Antoine Tinguely & Pierrick Destraz Animation Nicolas Elsig, Laurent Fauchère & Antoine Tinguely Kamera Hans Meier Schnitt Laurent Fauchère & Antoine Tinguely Sound Design Frédéric Doll & Gabriel Guérin Musik The Clash Produktion Xavier Derigo, Isabelle Pasini, RTS Radio Télévision Suisse & IDIP Films Sàrl
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EDMOND WAS A DONKEY

Franck Dion • Frankreich/Kanada 2012 • 15 min • OmdU

Edmond ist anders als die anderen. Als seine Kollegen ihm eine Mütze mit Eselsohren verpassen, geht ihm ein Licht auf: Dies ist seine wahre Natur. Er scheint in seiner neugefundenen Identität aufzugehen. Diese treibt jedoch den Keil des Unverständnisses noch tiefer zwischen ihn und seine Kollege. Gefühlvoll erzählt Franck Dion in seinem vielfach preisgekrönten Animationsfilm die bewegende Geschichte dieses liebenswerten Außenseiters und spricht dabei auch die Schwierigkeit an, sich im Rahmen eines sozialen Konformismus selbst treu zu bleiben. Unfähig sich aus der ihm zugedachten Rolle zu lösen, sieht Edmond nur einen Ausweg.

www.edmondwasadonkey.com

Originaltitel EDMOND ÉTAIT UN ÂNE SprecherInnen Kathleen Fee, Richard Dumont, Kent McQuaid & Daniel Brochu Drehbuch Franck Dion Character Design Franck Dion Kamera Franck Dion Schnitt Franck Dion Ton Pierre-Yves Drapeau Sound Design Pierre-Yves Drapeau Musik Pierre Caillet Produktion National Film Board of Canada, Franck Dion, Julie Roy, Richard Van Den Boom & Papy3D Productions
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THE HAPPY LIFE

Minos Nikolakakis • Griechenland 2009 • 8 min • kein Dialog

Ein Comiczeichner. Seine Frau. Seine Figuren. Sie alle könnten ein glückliches Leben führen – wenn nur jeder in seiner eigenen Welt bliebe.

www.minosnikolakakis.com

Schauspiel Mirto Alikaki, Petros Lagoutis & Alexandros Logothetis Drehbuch Minos Nikolakakis Kamera Dimitris Theodoropoulos Schnitt Alexandros Seitaridis Musik Marios Strofalis Produktion Minos Nikolakakis & Vassilis Tourlakis
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COPY SHOP

Virgil Widrich • Österreich 2001 • 12 min • kein Dialog

Ein Mann erwacht, richtet sein Haar vor dem Spiegel, tritt auf die Straße, um seinen vertrauten Weg zur Arbeitsstätte anzutreten. Erst dort, am Kopierer, nachdem er seine Hand (gleich seiner Identität) abgelichtet hat, gerät die Welt aus den Fugen. Der Mann wird die Filmkader fortan unaufhörlich reproduzieren – zuerst taucht ein Doppelgänger auf, schließlich wuchern seine Doubles sogar ins Unermessliche.

Grobkörnige Schwarzweißbilder sowie die bis auf Geräusche rein musikalische Untermalung rücken COPY SHOP in die Nähe einer Groteske, des Pastiches eines kafkaesken Szenarios, in dem noch einmal ironisch das Verschwinden jedweder Orginalität durch die Medien verkündet wird – eine Ebene, die der Film vom anderen Ende her schon in seinem Produktionsprozess reflektiert: Auf Video gedreht, wurden die Bilder aus dem Computer ausgedruckt und dann nochmals mit Trickfilmkamera animiert. (Dominik Kamalzadeh)

www.widrichfilm.com

Schauspiel Johannes Silberschneider & Elisabeth Ebner-Haid Drehbuch Virgil Widrich Kamera Martin Putz Schnitt Virgil Widrich Ton Alexander Zlamal Musik Alexander Zlamal Produktionsleitung Gabriele Kranzelbinder Produktion Virgil Widrich
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EDMOND

Nina Gantz • Großbritannien 2015 • 9 min • OmdU

Edmonds Verlangen nach Liebe und Nähe ist groß – vielleicht zu groß. Alleine, am Ufer eines Sees, denkt er über seine Möglichkeiten nach und geht auf der Suche nach dem Ursprung seiner Sehnsüchte noch einmal zurück zu den prägenden Momenten seines Lebens. EDMOND wurde 2016 unter anderem mit dem BAFTA für den besten kurzen Animationsfilm sowie beim österreichischen Animationsfilmfestival Tricky Women mit einem der Hauptpreise ausgezeichnet.

www.ninagantz.com

Drehbuch Nina Gantz Animation Nina Gantz, Adam Watts & Terri Matthews Kamera Ian Forbes Schnitt Nina Rac Ton Rob Turner Musik Terence Dunn Produktion Emilie Jouffroy Hochschule National Film and Television School
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THE SEPARATION

Robert Morgan • Großbritannien 2003 • 9:30 min • kein Dialog

Die Trennung siamesischer Zwillinge hat fatale Konsequenzen. Und die beiden wären nirgendwo besser aufgehoben, als in den Händen des britischen Animationsfilmemachers Robert Morgan. In seinen Stop-Motion-Arbeiten (»24 frames of WTF per second«, cultofweird.com) entwirft er eine bizarre, albtraumhafte Welt des Horrors – und trotzdem erkennt man in den seltsamsten Figuren immer auch menschliche Züge.

www.robertmorganfilms.com

Drehbuch Robert Morgan Animation Robert Morgan Kamera Philip Cowan Schnitt Nicolas Chaudeurge Sound Design Andy Thompson Produktion Sylvie Bringas
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MANOMAN

Simon Cartwright • Großbritannien 2015 • 11 min • kein Dialog

Glen versucht, seiner Männlichkeit mittels Urschreitherapie auf die Sprünge zu helfen, und bekommt dabei Gesellschaft. Etwas bricht aus ihm heraus. Und das lässt sich nicht zähmen – ungeachtet der Konsequenzen. Mit einer schrägen Story und der visuell ansprechenden Kombination von Stabpuppen und Animationstechniken überzeugte Simon Cartwright die Jurys zahlreicher internationaler Filmfestivals. Unter anderem wurde MANOMAN auf dem San Francisco International Film Festival mit dem Golden Gate Award für den besten kurzen Animationsfilm ausgezeichnet.

simon-cartwright.com

Sprecher Gordon Pearson Drehbuch Simon Cartwright Character Design Simon Cartwright Animation Simon Cartwright Kamera Steven Cameron Ferguson Schnitt Paco Sweetman Sound Design Dayo James & Gareth Rhys Jones Hochschule National Film and Television School
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