FILMARCHIV

DER MENSCH MIT DEN MODERNEN NERVEN

Bady Minck & Stefan Stratil • Österreich/Luxemburg 1988 • 7 min • OF

Eine Pyramide, gar nicht statisch, vielmehr durch Kamerafahrten, Schnitte und Überblendungen immer rascher in Bewegung gebracht. Die Kino-Illusion führt die einzelnen Teile durcheinander, fügt sie zu einer symbolhaften Zeichnung der regen Gedankengänge von Adolf Loos: Eine Hochgeschwindigkeitsfahrt durch das Rückenmark des revolutionären Architekten. (Peter Illetschko)

Zahlreiche Filmemacher haben die Stadt filmisch dargestellt, aber nur wenige haben mit dem architektonischen Material an sich gearbeitet. Aus dieser Sicht ist der Fall der Wiener Filmregisseure Bady Minck und Stefan Stratil ziemlich beispielhaft. Für ihren Film DER MENSCH MIT DEN MODERNEN NERVEN stellten sie ein Modell nach den Skizzen des Architekten Adolf Loos her, die dieser 1923 für ein Rathausprojekt in Mexiko-City entworfen hatte. Bei dem von Loos geplanten Gebäude handelt es sich um eine Stufenpyramide, die im filmischen Prozess in ein abstraktes Spiel der geometrischen Formen, der Lichter und Schatten gebracht wird, das an bestimmte Filme der 1920er Jahre erinnert, etwa an ORGELSTÄBE von Oskar Fischinger (1923-1927). Über die Animation des Modells weit hinausgehend, beschäftigt sich der Film mit Adolf Loos‘ architektonischen Konzepten zur Fläche und zum Volumen des Raums. (Jean-Michel Bouhours)

badyminck.com

Drehbuch Bady Minck & Stefan Stratil Kamera Bady Minck & Stefan Stratil Schnitt Bady Minck & Stefan Stratil Musik André Mergenthaler Produktion Bady Minck & Stefan Stratil
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DER PARK

Nicolas Mahler • Österreich 2005 • 5 min • OmdU

Animationsfilmmelancholie über das Leben eines alten Parkbaums. (Diagonale)

www.mahlermuseum.com

Sprecherin Hilli Reschl Drehbuch Nicolas Mahler Literaturvorlage Nicolas Mahler Character Design Nicolas Mahler Schnitt Alexander Frohner Sound Design Andi Haller Musik José Parrondo Produktion Nicolas Mahler
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DER ZU KLEINE PRINZ

Zoia Trofimova & Iouri Tcherenkov • Frankreich 2003 • 7 min • kein Dialog

Oh Schreck! Als am Horizont die Sonne aufgeht, sind auf ihr Flecken zu sehen. Ein kleiner eifriger Bub macht sich beharrlich daran, sie zu putzen – und lässt dabei nichts unversucht.

www.folimage.fr

Originaltitel LE TROP PETIT PRINCE Produktion Folimage
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DIE ARBEITERINNEN VERLASSEN DIE FABRIK

Katharina Gruzei • Österreich 2012 • 11 min • OmdU

1895 waren es in der deutschen Übersetzung des Filmtitels der Lumières noch Arbeiter, die die Fabrik verließen, obgleich deutlich mehr Frauen zu erkennen waren. Katharina Gruzei verunmöglicht in ihrer Neu-Interpretation die Geschlechterzuschreibungen in Titel und Bild. Im Flackern ihrer Lichtinstallation filmt die Kamera Silhouetten und schwimmt mit der Masse hinaus aus den eben geschlossenen Austria Tabak Werken. Erst am Ende wird die Originaleinstellung nachempfunden, diesmal mit geschärfter Wahrnehmung. (Diagonale)

katharinagruzei.blogspot.co.at

Konzept Katharina Gruzei Kamera Renate Bauer Schnitt Katharina Gruzei Produktion Katharina Gruzei
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DIE GESCHICHTE MIT DER KATZE UND DEM HUND

Jesús Pérez & Gerd Gockell • Schweiz 2015 • 6 min • kein Dialog

Ein Hund, ein Mann, eine Frau und eine Katze treffen auf den weißen Seiten eines Buches aufeinander. Plötzlich bricht ein Streit aus. Doch wenn es drauf ankommt, müssen alle zusammenhalten. Damit am Ende alle auf der sicheren Seite sind.

www.anigraf.org

Originaltitel CATS & DOGS Produktion Gerd Gockell Filmproduktion
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DIE UND DER VON DA UND DORT

Lisa Weber • Österreich 2011 • 7 min • dOF

Momentaufnahmen von Wien-TouristInnen aus aller Welt. Sie kommen aus Holland, Deutschland, Südkorea oder auch Vietnam. Sie möchten in die Oper, finden das Bermudadreieck gut oder wünschen sich eigentlich besseres Wetter. Vor den Sehenswürdigkeiten werfen sie sich in Pose, alleine oder zu zweit oder auch in Gruppen. Üblicherweise bleiben Erinnerungsfotos stumm. Lisa Weber erzählt, was sie in der kurzen Zeit über die Menschen erfahren hat und verleiht den Bildern filmische Dimension. (espressofilm)

Sprecherin Lisa Weber Konzept Lisa Weber Kamera Steven Swirko Schnitt Lisa Weber Produktion Lisa Weber Hochschule Filmakademie Wien
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DU, MEINE KONKRETE UTOPIE

Zara Pfeifer • Österreich 2016 • 10 min • dOF

Ein Blick aus der U-Bahn-Station auf die charakteristischen Türme: Willkommen in Alt-Erlaa. Die in den 1970er-Jahren in Wien von Harry Glück entworfene modernistische Wohnanlage beherbergt rund 32 Freizeitvereine – in niedrigen, vor Tageslicht geschützten Räumen widmet man sich dem Modellbau, der Gymnastik oder dem Fotografieren.

In Zara Pfeifers Fotofilm treffen mit einer Mittelformatkamera aufgenommene Fotografien auf iPhone-Audioaufnahmen. Es vermittelt sich eine regelrecht unheimliche Diskrepanz zwischen Bildern, die Bewegung im Stillstand festhalten – tanzende Paare, lachende Gesichter, sich dehnende Gliedmaßen –, und der davon abgetrennten Geräuschkulisse, die vom Leben in Alt-Erlaa erzählt. Es ist eine eigene kleine Welt – eine bis heute über weite Strecken intakte Utopie aus Beton und Neonröhren, Geselligkeit und Freizeitspaß. (Diagonale)

www.zarapfeifer.com

Konzept Zara Pfeifer Kamera Zara Pfeifer Schnitt Zara Pfeifer Ton Zara Pfeifer Sound Design Matthias Kassmannhuber Produktion Zara Pfeifer
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EIN EINFACHES EREIGNIS

Arash T. Riahi • Österreich 2010 • 6 min • kein Dialog

Inmitten eines belebten Parks, doch scheinbar unbemerkt von den PassantInnen, praktiziert ein Moslem sein Gebet. Das einfache Ereignis wird in dieser Dokumentarfilm-Miniatur durch die Veränderung des Blicks zu einem ironischen Spiel mit der Wahrnehmung.

www.goldengirls.at

Drehbuch Arash T. Riahi Kamera Arash T. Riahi Schnitt Arash T. Riahi Musik Karuan Produktion Golden Girls Filmproduktion
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ENTWÜRFE

Juri Schaden • Österreich 2013 • 22 min • OmdU

Früher sorgte der Erzabbau für Arbeitsplätze in der steirischen Gemeinde Vordernberg, heute liegen die Hoffnungen auf dem geplanten Schubhaftzentrum für Asylsuchende. Juri Schaden verwebt Bilder von (architektonischen) Entwürfen des Gebäudes mit ambivalenten Perspektiven auf Sicherheit, Freiheit, das Angehaltensein/-werden. Nicht als unumstößliche, lineare Erzählung, sondern als interpretativ offener filmischer Essay. (Diagonale)

Sprecherin Dolores Winkler Konzept Juri Schaden Kamera Juri Schaden & Lisbeth Kovacic Schnitt Juri Schaden Ton Piotr Reisig Musik Emanuel Donner Produktion Juri Schaden
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ERDBEERLAND

Florian Pochlatko • Österreich 2012 • 32 min • dOF

Nisti und Resi, das war einmal. Zumindest wenn es nach Kaja geht. Dennoch läutet schon wieder Resis iPhone – und klar, der Nisti ist’s. Irgendwo zwischen Komasaufen und Onanieren, Blickwechseln und Eifersucht, Gruppendruck und selbst verordneter Idiotie, Drill im Turnsaal und Zerstörungslust, Todessehnsucht und dem Rausch der Geschwindigkeit, irgendwo dazwischen muss doch Platz sein für die unentdeckten HeldInnen dieser Welt.

Jugendliche Liebe ist kompliziert. So auch bei Florian Pochlatko. Präzise manövriert er ein junges Laienensemble durch improvisierte Dialoge eines schmerzhaft realen Teenager-Alltags und taucht dabei tief in das Milieu seiner ProtagonistInnen ein. Die Erwachsenen wirken darin geradezu apathisch und abwesend. Da avanciert selbst der TV-Seelsorger (Schlagerstar Waterloo in einem pointierten Gastauftritt) zur moralischen Instanz: »Du hast nur das eine Leben, merk dir das«, weissagt er im eigenwilligen Westernlook. Mit ironischer Brechung verwehrt sich ERDBEERLAND jedes belehrenden Gestus: Teen Spirit statt Zeigefinger, Authentizität um jeden Preis. (Diagonale)

Schauspiel Sophie Derntl, Kaja Zitter, Raphael Gruber, Daniel Fadinger, Patrick Fadinger, Patrick Nistelberger, Resi Reiner, David Valentek, Martina Zinner, Juliette Eröd, Margarete Thiesel, Werner Herzog, Hans Kreuzmayr & Michael Lackner Drehbuch Florian Pochlatko Kamera Serafin Spitzer Schnitt Roland Stöttinger Ton Simon Spitzer Sound Design Christian Obermayr Produktionsleitung Bernadette Pausackl Produktion Florian Pochlatko Hochschule Filmakademie Wien
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FAMILIENURLAUB

Kurdwin Ayub • Österreich 2012 • 22 min • OmeU

Bilder einer Reise in den Irak: Der Vater singt am Straßenrand. Schnitt. Schwester Tanya auf dem Laufband. Schnitt. In 17 Szenen lässt uns Kurdwin Ayub am titelgebenden Familienurlaub teilhaben. Wenn die Mutter bei der Erinnerung an Bagdad in Tränen ausbricht oder der Vater – ungeachtet anderer Meinungen – vom unbedingten Aufschwung Kurdistans schwärmt, vermischt sich Persönliches mit politischer Aktualität. Dazwischen: Alltag, Fadesse und inszenierte Spielszenen mit den Geschwistern – Miniaturfilme im Film. Ein wunderbar bunt irisierendes Kaleidoskop der Normalität. (Diagonale)

Mitwirkende Kurdwin Ayub Konzept Kurdwin Ayub Kamera Kurdwin Ayub Schnitt Kurdwin Ayub Ton Kurdwin Ayub Produktion Kurdwin Ayub
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FANG!

Paul Bar, Marion Demaret, Nadège Forner, Pierre-Baptiste Marty, Julien Robyn & Jordan Soler • Frankreich 2015 • 5:30 min • kein Dialog

Eine Gruppe von Erdmännchen kümmert sich um die geliebte und einzige Frucht, die es in der Nähe ihrer Höhle gibt. Doch ein Geier stört ihre Ruhe gewaltig. Eine wilde Verfolgungsjagd durch die Savanne nimmt ihren Lauf …

www.esma-artistique.com

Originaltitel CATCH IT! Hochschule ESMA Ecole Supérieure des Métiers Artistiques
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FLASCHKO – DER MANN IN DER HEIZDECKE

Nicolas Mahler • Österreich 2002 • 10:30 min • OmdU

»Der Weg ist das Ziel und das Ziel ist sitzen.« Mit diesem Satz läßt sich die Lebensphilosophie von Flaschko zusammenfassen. Die Verfilmung des gleichnamigen Comics von Nicolas Mahler folgt den »Abenteuern« eines gezeichneten Muttersöhnchens, das die Welt vom Fernsehsessel aus erobert – eingehüllt in eine Heizdecke. Übrigens: Ronnie »Rocket« Urini leiht dem phlegmatischen Flaschko seine Stimme. (Diagonale)

www.mahlermuseum.com

SprecherInnen Ronnie »Rocket« Urini & Hilli Reschl Drehbuch Nicolas Mahler Literaturvorlage Nicolas Mahler Character Design Nicolas Mahler Animation Sabine Groschup Kamera Thomas Renoldner Sound Design Andi Haller Musik José Parrondo Produktionsleitung Thomas Renoldner Produktion Nicolas Mahler
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FLEDERMAUSZEIT

Elena Walf • Deutschland 2015 • 4 min • kein Dialog

Als es Nacht wird gehen alle Tiere auf dem Bauernhof zu Bett. Nur die kleine Fledermaus wacht auf und sucht nach Freundinnen und Freunden zum Spielen.

www.filmbilder.de

Originaltitel BAT TIME
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G_GIRLS (GINNY/GRACIE)

Susi Jirkuff • Österreich 2015 • 11 min • eOF

Ginny und Gracie: zwei Miniaturen über zwei jugendliche Mädchen, miteinander lose verbunden durch ein Telefonat. Die Mädchen treten nicht als Figuren in Erscheinung, sondern werden ausschließlich über Dialoge und animierte Lebensräume skizziert: graue architektonische Bleistiftzeichnungen einer Plattenbausiedlung auf der einen, breitpinselige Rotoskopien einer besseren Wohngegend in gedeckten Braun-Grau-Tönen auf der anderen Seite. Zwei Welten, die sich ähneln, ohne gleich zu sein, und deren äußere Realität mit den Träumen und Bedürfnissen der Mädchen kollidiert. Zwei ästhetisch abstrahierte Milieuzeichnungen, die nicht soziologisch präzise, dafür jedoch poetisch verdichtend zwei ganze Leben aufmachen – und von denen man sich wünscht, sie würden auf eine unbestimmte Anzahl weiterer Menschen, Leben, Gegenden treffen. (Diagonale)

Drehbuch Susi Jirkuff Animation Susi Jirkuff Kamera Susi Jirkuff Schnitt Susi Jirkuff Sound Design Michael Schreiber Produktion Susi Jirkuff
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