Do 10.8.2017
21:00
FILM

8x8x5 PITTER PATTER GOES MY HEART

Love is love. Liebe kennt weder Geschlecht noch Diskriminierung. Aber so einfach ist es dann doch nicht und eine spezielle Herausforderung für Mathias, dessen Transition sich zwar richtig anfühlt, aber die langjährige Beziehung zu Marie auf die Probe stellt. Clara Sterns gleichnamiger Kurzspielfilm – einer der wenigen, die sich der Thematik widmen – wurde auf der Diagonale 2017 mit einem Hauptpreis ausgezeichnet. In sanftem Schwarzweiß sorgt Marie Kreutzer in ihrem letzten Kurzfilm, seit sie sich mit viel Erfolg dem Langfilm widmet, für diffuses Prickeln. Virgil Widrich setzt das klassische Melodram einem Remix in crispem 3D aus. (Die passenden Brillen gibt’s beim Screening!) Und auch ein überbordendes Romantikmärchen à la Christoph Rainer, das sich als bitterböse Satire entpuppt, darf im Programm nicht fehlen.

Filmlänge 76 min Filmgespräch Marie Kreutzer (INGRID) • Christoph Rainer (PITTER PATTER GOES MY HEART) • Clara Stern (MATHIAS) • Maria Weber (LOVE STATEMENTS) • Virgil Widrich (BACK TRACK) Moderation Lisa Mai

LOVESTATEMENTS

Maria Weber • Österreich 2013 • 5:30 min • dOF

Eine Erklärung der Liebe. Nichts Geringeres versucht Maria Weber in ihrer animated documentary LOVESTATEMENTS, wenn sie unterschiedlichste Menschen über den Zustand des Verliebtseins philosophieren lässt. Von einem »wahnsinnig inspirierenden, positiv psychotischen Zustand, in dem das Herz sich so richtig über den Kopf stellt und sich das Recht heraus nimmt mit oder ohne Grund glücklich zu sein«, ist hier die Rede. Aber auch von einer »Irritation, weil man sich außerhalb der Balance des Lebens befindet« und einem »Narzissmus, bei dem man entweder eigentlich sich selbst oder nur die Vorstellung vom Gegenüber liebt« berichten die Interviewten. (Franziska Bruckner)

weberknechtfilm.com

Konzept Maria Weber Animation Berenice Falk & Maria Weber Kamera Maria Weber Schnitt Maria Weber Produktion Maria Weber
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INGRID

Marie Kreutzer • Österreich 2010 • 12:30 min • dOF

»Ich will schon, dass du mich willst, aber dann will ich’s auch wieder nicht.« Zwei Frauen Mitte 30. Noch bis gestern waren sie ein Paar, das gewisse Prickeln liegt noch in der Luft. Am Abend wird Michi in den Zug nach Barcelona steigen – auch wenn sie sich schon zu alt für ihren Trampingrucksack fühlt. Ob Patricia mitkommt? Vieles ist möglich, nichts entschieden. Bis zum Abend bleibt noch genügend Zeit zum Streiten, für Alltag und Komplimente. Ein Nachmittag voll Dialog in sanftem Schwarz-Weiß. (Diagonale)

Mit ihren langjährigen Kollaborateurinnen Pia Hierzegger und Vanessa Stern in den Hauptrollen inszeniert Marie Kreutzer (DIE VATERLOSEN, GRUBER GEHT, WAS HAT UNS BLOSS SO RUINIERT) diese Hommage an eine der eindringlichsten Szenen aus Jean-Luc Godards AUSSER ATEM.

Schauspiel Pia Hierzegger & Vanessa Stern Drehbuch Marie Kreutzer Kamera Leena Koppe Schnitt Julia Drack Ton Odo Grötschnig Sound Design Odo Grötschnig Musik Florian Horwath & Lonely Drifter Karen Produktion Nina Wilhelm & Marie Kreutzer
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BACK TRACK

Virgil Widrich • Österreich 2015 • 7 min • eOF

Ein audiovisuelles Spiegelkabinett in rasend schönem Schwarzweiß. Virgil Widrich kompiliert Filmausschnitte aus den 1950er- und 60er-Jahren zu einem Bilder-Remix, der sich durch Mehrfachprojektionen auf präzis platzierte Spiegel und Leinwandkonstruktionen in die (von Hand gebaute) Dreidimensionalität übersetzt: Direkt in der Studiokulisse und mit ihr interagierend legen sich die Bildebenen im wortwörtlichen Sinn vor-, über- und hintereinander, einmal zerbersten sie gar im Beschuss von Pistolenkugeln. Wie sich auch Traum, Wahn und Wirklichkeit in Korrespondenz mit dem Metanarrativ verschränken und auflösen, bis nur eine einzige Wahrheit Bestand hat: »Looking at something changes it.« (Diagonale)

www.widrichfilm.com

Drehbuch Virgil Widrich Kamera Bernhard Schlick Schnitt Virgil Widrich Sound Design Frédéric Fichefet Produktion Virgil Widrich
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PITTER PATTER GOES MY HEART

Christoph Rainer • Österreich 2015 • 21 min • dOF

Lisa (wunderbar: Vicky Krieps) ist von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt. Bei einem Antikrampfadern-Shooting will sie das Herz des Werbefotografen, ihres Exfreundes, zurückgewinnen. Gut, dass ihr Vater diesbezüglich prächtig ausgestattet ist, blöd nur, dass zur perfekten Liebe immer noch zwei gehören. Ein modernes Märchen als bitterböse Romantikkarikatur. Absurd, überdreht, Christoph Rainer. (Diagonale)

Schauspiel Vicky Krieps, Michael Maertens, Martina Schöne-Radunski, Max Reimann & Tom Lass Drehbuch Christoph Rainer Kamera Georg Geutebrück Schnitt Roland Stöttinger Ton Aljoscha Haupt & Simon Peter Musik David Furrer Produktion Elsa Kremser, Mark Szilagyi, Nikolai Gemel & Christoph Rainer Hochschule Filmakademie Baden-Württemberg, Columbia University & Filmakademie Wien
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MATHIAS

Clara Stern • Österreich 2017 • 30 min • dOF

Mathias hieß früher Magda, das aber sollen seine Arbeitskollegen nicht erfahren. Der neue Job ist für Mathias ein weiterer Schritt, die selbstgewählte Identität zu leben. So richtig sich seine Transition auch anfühlt, so sehr manifestieren sich zunehmend schwierige Konsequenzen daraus. Auch was die Beziehung zu seiner langjährigen Lebenspartnerin Marie betrifft.

Was bedeutet es, wenn die eigene Identität täglich zur Disposition steht, während man eigentlich damit beschäftigt ist, sich im neuen Job zurechtzufinden? Clara Stern arbeitet aus ihrer Geschichte über eine Transgenderperson Fragen zum täglichen Zusammenleben heraus, die in der sozialen »Konfrontation« mit anderen resultieren oder aber nachspüren, was es heißt, als »anders« oder überhaupt kategorisiert zu werden. (Diagonale)

MATHIAS wurde auf der Diagonale 2017 mit dem Preis für den besten Kurzspielfilm ausgezeichnet.

Schauspiel Gregor Kohlhofer, Magdalena Wabitsch, Ahmet Simsek, Michael Edlinger, Brigitta Kanyaro & Barbara Gassner Drehbuch Clara Stern & Johannes Höß Kamera Johannes Höß Schnitt Matthias Writze Ton Theda Schifferdecker & Nora Czamler Sound Design Johannes Schellhorn & Christoph Listabarth Produktion Silvia Winzinger & Chris Dohr Hochschule Filmakademie Wien
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