Do 3.8.2017
21:00
FILM

8x8x3 RICHTIG SCHÖN WAR’S NUR MIT DIR

»Was bist du für ein Opfer?« wird ein Beamter von seiner halbwüchsigen Tochter abgemahnt – und widersetzt sich stur der Gleichsetzung von gesellschaftlichem Scheitern – Scheidung, Pfändung, Korruption – und persönlicher Niederlage. Familie wird auf engem Wohnraum zur Herausforderung und ganz besonders im Familienurlaub. Man verbringt Zeit miteinander, man geht wieder getrennter Wege. Am Ende bleibt ein wehmütiger Nachgeschmack und vielleicht nichts anderes übrig als mit Element of Crime vor der Erkenntnis in die Knie zu gehen: »Schlauer ist man immer wieder hinterher / Richtig schön war’s nur mit dir.«

Filmlänge 81 min Filmgespräch Kurdwin Ayub (FAMILIENURLAUB) • Karin Berger (O! FORTUNA I-VI) • Stefan Bohun (MUSIK) • Lisa Weber (KOMMT EIN SONNENSTRAHL ...) Moderation Katharina Müller

O! FORTUNA! I-VI

Karin Berger • Österreich 2017 • 12 min • dOF

Sechs Miniaturen folgen der Entwicklungsgeschichte von Karin Bergers Tochter in dokumentarischen Bildern und pointierten Bildmetaphern. Ein herrlich selbstironischer, auf die donnernden Klänge der »Carmina Burana« abgestimmter Blick auf Widersprüche und Absurditäten, die das Mutterdasein zwischen Liebe und Selbstverwirklichung mit sich bringt, und nicht zuletzt auf die heikle Frage nach der Weitergabe weiblicher Rollenbilder. (Diagonale)

www.karinberger.at

Mitwirkende Karin Berger Konzept Karin Berger Kamera Karin Berger Schnitt Karin Berger Sound Design Emanuel Friedrich Produktion Karin Berger
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KOMMT EIN SONNENSTRAHL IN DIE TIEFKÜHLABTEILUNG UND WEICHT ALLES AUF

Lisa Weber • Österreich 2010 • 9 min • OmeU

Kaffee am Morgen, danach Turnübungen im Garten, am Nachmittag fernsehen. Mit fürsorglicher Apathie leben Heidi und Harry aneinander vorbei. Doch für die seltsame Traurigkeit, die sich über den Alltag legt, gibt es vielleicht auch einen Grund.

Lisa Weber schaffte mit ihrem Bewerbungsfilm nicht nur den Sprung an die Filmakademie Wien sondern auch gleich in den Wettbewerb der Kurzfilmtage Oberhausen und gewann obendrein noch den Österreichischen Kurzfilmpreis. Für ihren Film castete Lisa Weber ihre Großeltern – etwas, was sich sicherlich in der liebevollen Betrachtung und auch in dem Miteinander der beiden sichtbar wird. Drei Jahre später nehmen Oma und Opa übrigens auch die tragenden Rollen in Lisa Webers mehrfach preisgekröntem Langdokumentarfilm SITZFLEISCH ein, in dem die Enkel mit den Großeltern ans Nordkap fahren.

Schauspiel Harald Schönböck & Heidemarie Schönböck Drehbuch Lisa Weber Kamera Mark Gerstorfer Schnitt Lisa Weber Ton David Seitz Produktion Lisa Weber
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MUSIK

Stefan Bohun • Österreich 2014 • 38 min • dOF

Ein korrupter Beamter, der eigentlich nur raus will – aus Job, Routine und Abwärtsspirale. Und stattdessen etwas ganz anderes möchte, so etwas wie Musik. In einer heiter-tragischen Gratwanderung zwischen Absurdität und entwaffnendem Realismus erzählt Stefan Bohun von einem liebenswerten Realitätsverweigerer, der ausgerechnet in der pubertierenden Freundin seiner Tochter eine glühende Bewunderin findet. (Diagonale)

MUSIK widersetzt sich der Gleichsetzung von gesellschaftlichem Scheitern – Scheidung, Pfändung, Korruption – und persönlicher Niederlage. »Was bist du für ein Opfer?« wird Andreas von seiner Tochter abgemahnt – und wächst als latent anarchischer Verweigerer der Selbstaufgabe über sich selbst hinaus. Mit feinem Gespür für die richtige Balance zwischen Tragik und Komik und präzise gesetzte Pointen begeisterte Stefan Bohun die Jury der Diagonale 2014, die MUSIK mit dem Preis für den besten Kurzspielfilm auszeichnete. (espressofilm)

Schauspiel David Oberkogler, Pia Sekerlioglu, Anna Suk & Lilo Hohenberger Drehbuch Stefan Bohun Kamera Klemens Hufnagl Schnitt Christoph Loidl Ton Hjalti Bager-Jonathansson Sound Design Hjalti Bager-Jonathansson Produktion David Bohun & Philipp Grandits Hochschule Filmakademie Wien
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FAMILIENURLAUB

Kurdwin Ayub • Österreich 2012 • 22 min • OmeU

Bilder einer Reise in den Irak: Der Vater singt am Straßenrand. Schnitt. Schwester Tanya auf dem Laufband. Schnitt. In 17 Szenen lässt uns Kurdwin Ayub am titelgebenden Familienurlaub teilhaben. Wenn die Mutter bei der Erinnerung an Bagdad in Tränen ausbricht oder der Vater – ungeachtet anderer Meinungen – vom unbedingten Aufschwung Kurdistans schwärmt, vermischt sich Persönliches mit politischer Aktualität. Dazwischen: Alltag, Fadesse und inszenierte Spielszenen mit den Geschwistern – Miniaturfilme im Film. Ein wunderbar bunt irisierendes Kaleidoskop der Normalität. (Diagonale)

Mitwirkende Kurdwin Ayub Konzept Kurdwin Ayub Kamera Kurdwin Ayub Schnitt Kurdwin Ayub Ton Kurdwin Ayub Produktion Kurdwin Ayub
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