FILMARCHIV

28 Resultate

A BIRD IN A CAGE

Lauren Orme • Großbritannien 2014 • 20 min • eOF

Lady Rhondda (1883-1958), bürgerlich Margaret Mackworth, ist eine jener revolutionären Figuren, deren bahnbrechende Arbeit für Frauenrechte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bislang kaum gewürdigt wurde. Sie stand dem Ableger der Women’s Social and Political Union in Newport vor, kämpfte um einen Sitz im Oberhaus des Parlaments, saß wegen Anzündens eines Briefkastens im Gefängnis, wurde eine erfolgreiche Geschäftsfrau und gründete eine der wichtigsten Zeitschriften für Politik und Literatur ihrer Zeit. (Tricky Women)

www.laurenorme.com

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BAD ROMANCE: WOMEN’S SUFFRAGE

Tim Alden Grant • USA 2012 • 5 min • eOF

Gelungene Parodie auf Lady Gagas 2009 erschienenen Hit BAD ROMANCE über die Suffragetten-Bewegung in den USA als Tribute an Alice Paul und die Mitglieder der National Women’s Party. Aus Urheber*innenrechtsgründen mehrfach von YouTube verbannt – im Geschichtsunterricht US-amerikanischer High Schools geschätzt.

Drehbuch Emilia Fuentes Grant Kamera Adam Hobbs Schnitt Tim Alden Grant Musik Mack Brock & Aaron Robertson Produktion Lisa Corum
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BATRACHIAN’S BALLAD

Leonor Teles • Portugal 2016 • 11 min • OmeU

»Es war einmal in einer Zeit, da es noch keine Menschen gab, da waren alle frei und konnten miteinander sein«, erzählt eine Stimme aus dem Off. »Alle Tiere tanzten gemeinsam und das Glück war über alle Maßen. Nur einer, der war nicht eingeladen zu dem großen Fest – das war der Frosch. In seiner Wut über die Ungerechtigkeit beging er Suizid.«

Roma und Fröschen ist gemein, dass sie nie nicht gesehen werden, nie unbeachtet bleiben. Die junge Regisseurin Leonor Teles verwebt in ihrem Film die Lebensumstände der Roma in Portugal heute mit der Erinnerung an ein Gestern. Sie bleibt keine passive Beobachterin, sondern entscheidet sich für eine eindeutige Teilnahme und Position. Als drittes Standbein etabliert sie eine aktiv angewandte Performance-Kunst, die Eintritt in die filmische Erzählung findet. Aus dem »Es war einmal« wird ein »Es ist«. »Danach ist nichts wie vorher, und die Melodie des Lebens wird sich verändert haben«, sagt die Stimme aus dem Off. (Berlinale)

Leonor Teles wurde auf der Berlinale 2016 als jüngste Preisträgerin aller Zeiten mit dem Goldenen Bären für den Besten Kurzfilm ausgezeichnet.

Originaltitel BALADA DE UM BATRÁQUIO Konzept Leonor Teles Kamera Leonor Teles Schnitt Leonor Teles Ton Bernardo Theriaga Sound Design Branko Neskov Produktion Filipa Reis, João Miller Guerra & Uma Pedra no Sapato
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BEINGWHALE

Christoph Schwarz & Marcuse Hafner • Österreich 2014 • 17 min • eOF

Kunst muss Schock! Aktionskünstler Renfah will Venedig einen Wal aufbinden: Zur Eröffnung der Biennale soll ein toter Wal am Markusplatz aufgebahrt werden, der sich in der Sonne aufbläht und Venedig mit Gedärm überzieht. Die Proteste aufgebrachter Tierschützer*innen werden dabei gleich mitinszeniert. Doppelbödige Kunstmockumentary.

www.christophschwarz.net

Sprecher Neil Bromley Drehbuch Christoph Schwarz & Marcuse Hafner Konzept Christoph Schwarz & Marcuse Hafner
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BRADLEY MANNING HAD SECRETS

Adam Butcher • USA 2012 • 5:30 min • eOF

Die Geschichte von Chelsea Manning (früher bekannt als Private First Class Bradley Manning der US-Armee), gerade mal 25 Jahre alt – jedoch nicht als Wikileaks-Hacktivist*in, sondern als Soldat*in in einem fragwürdigen Krieg und als Mensch in einer Identitäts- und Gewissenskrise auf mehreren Ebenen. Adam Butchers Animationsfilm verwendet ausschließlich Originaldialoge aus Instant-Messenger-Konversationen zwischen Manning und dem Hacker und Enthüllungsjournalisten Adrian Lamo und zeigt eine andere Seite im großen Enthüllungsskandal. Es geht um große Sinnkrisen und -fragen, persönliche und nationale Geheimnisse, Verantwortung und Moral, aber auch die Entmenschlichung sowie Entkörperung von digital geführten Kriegen. BRADLEY MANNING HAD SECRETS entwirft mittels präzise gewählten Dialogpassagen – in der abstrakten Darstellung der animierten Roto-Pixel-Welt – ein mitfühlendes, menschliches Porträt. Der Film stellt Manning nicht als unehrenhaft entlassene*n (und später verurteilte*n) Soldat*in und Verräter*in dar, sondern als Individuum in einer Geschlechts- und Identitätskrise, dessen größte Furcht war, nicht geliebt zu werden. (identities Queer Film Festival)

www.adam-butcher.co.uk

Sprecher Angus Dunican & Danny Mahoney Animation Adam Butcher & Ben Claxton Kamera Alec Milne & Alisdair Cairns Musik Ben Claxton Produktion Adam Butcher
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DIY. 100 JAHRE FRAUENWAHLRECHT

Susi Jirkuff • Österreich 2018 • 9 min • dOF

Susi Jirkuff hat drei Animationsfilme realisiert, die Schüler*innen spielerisch an das Thema und die Geschichte des Frauenwahlrechts heranführen sollen. Angelehnt an die Ästhetik von YouTube-Videos, animiert die Künstlerin 2D-Marionetten, die die Gesichter von österreichischen Wahlrechtsaktivistinnen tragen, die um 1918 zur Einführung des Frauenstimmrechts beigetragen haben: Anna Boschek, Emmy Freundlich, Marianne Hainisch und Adelheid Popp waren unter den ersten von insgesamt acht Frauen, die in das österreichische Parlament gewählt wurden. Drei Mädchen leihen den couragierten Frauenfiguren ihre Stimmen und erzählen anhand von kurzen biografischen Anekdoten und Zitaten von den damaligen Verhältnissen. Gezeigt werden die ersten beiden Episoden der Serie.

susijirkuff.com

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DO YOU REMEMBER SARAJEVO?

Nedim Alikadic, Nihad Kresevljakovic & Sead Kresevljakovic • Bosnien-Herzegowina 2002 • 51 min • OmeU

Als seine Heimatstadt Sarajevo während des Bosnienkrieges unter Belagerung stand, begann der Theater- und Filmemacher Nihad Kreševljaković die Ereignisse und den Alltag auf Video zu dokumentieren. Die Filmaufnahmen führten zur Gründung des »Video Archive Hamdija Kreševljaković«, das mittlerweile mehr als 1.000 Stunden an Amateur*innenvideos aus der Zeit von 1992 bis 1995 versammelt. Zum ersten Mal in Europas Kriegsgeschichte hatten Bürger*innen ihren Alltag im Krieg sowie schwere Menschenrechtsverletzungen selbst dokumentiert. In knapp 50 Minuten destilliert sich aus dem gesammelten Archivmaterial eine kollektive Erinnerungscollage aus dem Blickwinkel der Menschen, die in ihrer eigenen Stadt zu Gefangenen geworden waren. DO YOU REMEMBER SARAJEVO? ist ein Akt der Emanzipation von den stereotypisierten Bildern der internationalen Berichterstattung.

Originaltitel SJEČAŠ LI SE SARAJEVA? Produktion Deblokada & Jasmila Zbanic
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FACIAL WEAPONIZATION COMMUNIQUÉ: FAG FACE

Zach Blas • USA 2013 • 8 min • eOF

Facial Weaponization Suite, work in progress des US-amerikanischen Künstlers und Kurators Zach Blas, protestiert gegen biometrische Gesichtserkennung und die Ungleichheiten, die diese Technologie propagiert, indem es »kollektive Masken« in Workshops herstellt, die aus den vereinten Gesichtserkennungsdaten der Teilnehmer*innen angefertigt werden. Die amorphen Masken, die nicht mehr als menschliche Gesichter identfiziert werden können, werden bei öffentlichen Interventionen und Performances eingesetzt. Das Gesicht wird Objekt und (Selbstverteidigungs-)Waffe. Neben der neonpinken Fag-Face-Maske, die sich mit Homosexualität auseinandersetzt, existieren bisher auch eine schwarze Maske und eine blaue Maske, die Rassismus und feministische Theorie thematisieren.

www.zachblas.info

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JUCK

Olivia Kastebring, Julia Gumpert & Ulrika Bandeira • Schweden 2018 • 17 min • OmeU

»Weiblichkeit ist ein Wort, das wir mit allem füllen können, was wir wollen.« Durch die Aneignung einer männlichen Gebärde stellt das schwedische Tanzkollektiv JUCK (engl. hump) Sehgewohnheiten auf den weiblichen Körper in Frage. Spätestens seit sich 2013 eines seiner Videos viral im Internet verbreitete, ist Feminismus im Schottenrock höchst ansteckend. Olivia Kastebring, Julia Gumpert und Ulrika Bandeira erzählen die Geschichte und Haltung der Frauen, die hinter JUCK stehen, in einem pulsierenden Hybrid aus Dokumentarfilm, Tanzfilm und Spielfilm.

Mitwirkende JUCK Drehbuch Olivia Kastebring, Julia Gumpert & Ulrika Bandeira Kamera Josephine Owe Schnitt Therese Elfström Musik Maya Lourenco Produktion Dea Saracevic, Bad Land & Cajsa Godée
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JUCK

Cajsa Godée, Emelie Enlund & Tarika Wahlberg • Schweden 2013 • 3:25 min

Durch die Aneignung einer männlichen Gebärde stellt das schwedische Tanzkollektiv JUCK (engl. hump) Sehgewohnheiten auf den weiblichen Körper in Frage. Spätestens seit sich 2013 das erste Musikvideo viral im Internet verbreitete, ist Feminismus im Schottenrock höchst ansteckend. JUCK performten seither u.a. mit den Musikerinnen Beatrice Eli und Silvana Imam, tanzten auf zahlreichen internationalen Tanz- und Kunstfestivals und begeisterten immer wieder das Internet mit Interventionen wie »Hump Against Trump« vor der amerikanischen Botschaft in Berlin. Siehe auch den Dokumentarfilm JUCK (Olivia Kastebring, Julia Gumpert & Ulrika Bandeira, SE 2018).

www.juck.org

Mitwirkende Shirley Harthey Ubilla, Feyona Naluzzi, Tarika Wahlberg, Cajsa Godée & Emelie Enlund Idee Cajsa Godée, Emelie Enlund & Tarika Wahlberg Kamera Linus Enlund Schnitt Linus Enlund, Cajsa Godée & Emelie Enlund Musik Dschinnjah & Kotellet & Zadak Produktion Cajsa Godée & Emelie Enlund
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MILCK: QUIET

Elizabeth Orne • USA 2017 • 3:35 min

Für sich selbst und all jene Mädchen und Frauen*, die durch verschiedene Formen von Unterdrückung gehen müssen, schrieb die US-amerikanische Musikerin Connie Lim alias MILCK ihren Song QUIET 2015 gemeinsam mit Adrianne »AG« Gonzalez, um darin ihre Erfahrungen als Überlebende häuslicher Gewalt und sexuellen Missbrauchs zu thematisieren. Es ist ein Befreiungsschlag. »Ich bin eine asiatisch-amerikanische Frau in Amerika, eine der, die Gehorsam leisten und leise sein sollen«, so MILCK. »Auch wenn ich vielleicht wie ein Schaf aussah, ich war im Inneren eine Löwin.« Bekanntheit erlangte QUIET zwei Jahre später als inoffizielle Hymne des Women’s March in Washington, D.C. Ein Handyvideo des A-cappella-Flashmobs mit 25 Sängerinnen verschiedener Chöre verbreitete sich zusammen mit dem Hashtag #ICANTKEEPQUIET viral im Netz.

milckmusic.com

Schauspiel Shadia Martin, Mickey Reaves, Christine Mangum, Andrea Wallace, David Ballard, Riley Bamps, Presley Bamps, Cash Bamps, Shelley Francisco & Maria Tomas Kamera Lee Phelan Musik MILCK Produktion The Famous Group & Natasha Pierson
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MORE WOMEN LEADERS NEEDED EVERYWHERE

Kirthi Nath • USA 2018 • 3 min • eOF

Filmemacherin und Aktivistin Kirthi Nath zelebriert in ihrem kurzen Video die Rolle von Frauen für gesellschaftlichen Wandel. Beim Oakland Women’s March wurden die Teilnehmer*innen befragt: »What kind of women do you you want to see in leadership? What are the values you want to see reflected? How can we be the ones we have been waiting for?«

»As the value of women’s leadership and voices come to a forefront, it is also important to look deeper than gender and explore women’s rights and leadership from intersectional, values-based, multi-generational and multi-racial perspectives. This film was birthed from the intention to participate in current day movements and center voices and perspectives usually left on the margins, if included at all. I also beleive that we ALL are the leaders we have been waiting for. For radical transformation and change, we all need to show up.« (Kirthi Nath)

cinemagicalmedia.com

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MY HONEYMOON

Eileen Hofer • Schweiz 2014 • 4 min • eOmfU

Im Jahr 2013 kamen 11.600 Asylsuchende nach Bulgarien, einem der ärmsten Länder Europas. Die meisten von ihnen waren aus Syrien geflüchtet. MY HONEYMOON handelt von einem kurzen zufälligen Zusammentreffen der Filmemacherin Eileen Hofer mit Berivan und ihrem Mann.

www.eileenhofer.ch

Konzept Eileen Hofer Kamera Kamen Kalev Schnitt Eileen Hofer Ton Eileen Hofer Musik Lad Agabekov Produktionsleitung Eileen Hofer Produktion 5 to five team production
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ONE MILLION STEPS

Eva Stotz • Deutschland/Niederlande 2015 • 21:30 min • OmeU

Die niederländische Stepptänzerin Marije Nie bricht bei einem Konzert durch die Bühne und landet in Istanbul, mitten im Unbehagen der aufkommenden Proteste rund um die Besetzung des Gezi-Parks im Sommer 2013, wo die Polizei mit Tränengas gegen die für die Erhaltung des Parks demonstrierenden Menschen vorgeht. Als sie sich auf einen gemeinsamen Rhythmus mit den BewohnerInnen der Metropole einlässt, schreibt sich ein dokumentarisches Musikmärchen in in einer Million Schritte. Dabei weitet die Filmemacherin Eva Stotz das Thema ins Philosophische aus: Sie spürt nicht nur den rhythmisierten Schritten Nies und mit ihr den Geräuschen dieser pulsierenden Großstadt nach, sondern sinniert über die Schritte jedes Einzelnen: Wie frei sind wir in unseren Schritten, in der Entscheidung, wohin uns unsere Schritte führen?

www.onemillionsteps-project.com

Mitwirkende Marije Nie Drehbuch Eva Stotz Animation Arzu Saglam Kamera Carola Rodriguez Sanchez, Eva Stotz, Onur Baki, Brandon Jordan & Nuvit Bingol Schnitt Gregor Bartsch & Georg Petzold Ton Benjamin Kalisch Sound Design Turgay Uygur Musik Timothy Beutler, Meinhard Blum, Said Anzali, Kardeş Türküler & Boğaziçi Jazz Choir Produktion Eva Stotz, Marije Nie, Nadja Smith & Ufuk Arica
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PAINTING REALITY

AKIZ • Deutschland 2011 • 1:20 min • kein Dialog

500 Liter umweltfreundliche Farbe auf Wasserbasis, die nach einem Konzept des holländischen Konzeptkünstlers IEPE von anonymen Aktivist*innen auf der Straßenkreuzung am Rosenthaler Platz in Berlin ausgekippt worden sind, werden von rund 2000 Autos auf dem Asphalt verteilt. Es entsteht ein kollektives Kunstwerk von großer Schönheit und Vergänglichkeit.

www.iepe.net

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