FILMARCHIV

40 Resultate

A STORY FOR THE MODLINS

Sergio Oksman • Spanien 2012 • 26 min • eOF

Eine Nebenrolle in Roman Polanskis ROSEMARY’S BABY sollte der traurige Höhepunkt von Elmer Modlins Schauspielkarriere sein. Danach verlässt er mit seiner Frau Margaret und Sohn Nelson die USA. In Madrid führen sie für die nächsten 30 Jahre in einer großzügigen Wohnung ein zurückgezogenes Leben. Margaret widmet sich voll und ganz ihrer Kunst. Elmer glaubt an sie. Und Nelson muss für die riesigen, symbolträchtigen Bilder posieren. Anhand von Fotos und Videomaterial, das nach dem Tod der Modlins in einer Kiste auf der Straße gefunden wurde, rekonstruiert Sergio Oksman ihr geradezu schauerliches Schicksal und vollzieht dabei eine interessante Gratwanderung zwischen Fiktion und Wirklichkeit.

Zu unheimlich, zu traurig und zu gut ist diese Geschichte, um erfunden zu sein. ROSEMARY’S BABY in fast forward gibt dabei prophetisch den Ton an: von der Schauspielkarriere, die nicht werden will, von religiösem Eifer und seltsamen Dingen, die hinter Vorhängen geschehen. Bis zuletzt geheimnisvoll bleibt diese aus Puzzlesteinen meisterlich montierte Skizze. Und die Pointe: Der Zufall und ein fremder Künstler schenken den Modlins die Anerkennung, nach der sie sich zeitlebens sehnten. (Viennale)

Sprecher Trent Cohn Drehbuch Carlos Muguiro, Emilio Tomé & Sergio Oksman Kamera Miguel Amoedo Schnitt Fernando Franco & Sergio Oksman Ton Carlos Bonmatí Sound Design Iñaki Sánchez Produktion DOK Films
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ACHILL

Gudrun Krebitz • Österreich/Deutschland 2012 • 9 min • eOF

In ACHILL tritt eine Frau aus ihrer Welt, um einen Mann zu treffen. Die Begegnung verläuft desillusionierend, die Frau zieht sich am Ende wieder zurück. Sie ist Künstlerin, she animates films. Der Film, den sie gerade animiert, ist ein Film über diese Begegnung und darüber, wie Schärfe und Unschärfe einander ausschließende Bewusstseinszustände sind. (Sylvia Szely)

gudrunkrebitz.tumblr.com

Sprecher*innen Nicolette Krebitz, Lola C. Bohle & Sean Uyehara Drehbuch Gudrun Krebitz Animation Gudrun Krebitz Kamera Moana Vonstadl Schnitt Gudrun Krebitz Sound Design Marian Mentrup Produktion Verena Schilling Hochschule Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
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BACK TRACK

Virgil Widrich • Österreich 2015 • 7 min • eOF

Ein audiovisuelles Spiegelkabinett in rasend schönem Schwarzweiß. Virgil Widrich kompiliert Filmausschnitte aus den 1950er- und 60er-Jahren zu einem Bilder-Remix, der sich durch Mehrfachprojektionen auf präzis platzierte Spiegel und Leinwandkonstruktionen in die (von Hand gebaute) Dreidimensionalität übersetzt: Direkt in der Studiokulisse und mit ihr interagierend legen sich die Bildebenen im wortwörtlichen Sinn vor-, über- und hintereinander, einmal zerbersten sie gar im Beschuss von Pistolenkugeln. Wie sich auch Traum, Wahn und Wirklichkeit in Korrespondenz mit dem Metanarrativ verschränken und auflösen, bis nur eine einzige Wahrheit Bestand hat: »Looking at something changes it.« (Diagonale)

www.widrichfilm.com

Drehbuch Virgil Widrich Kamera Bernhard Schlick Schnitt Virgil Widrich Sound Design Frédéric Fichefet Produktion Virgil Widrich
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BEINGWHALE

Christoph Schwarz & Marcuse Hafner • Österreich 2014 • 17 min • eOF

Kunst muss Schock! Aktionskünstler Renfah will Venedig einen Wal aufbinden: Zur Eröffnung der Biennale soll ein toter Wal am Markusplatz aufgebahrt werden, der sich in der Sonne aufbläht und Venedig mit Gedärm überzieht. Die Proteste aufgebrachter Tierschützer*innen werden dabei gleich mitinszeniert. Doppelbödige Kunstmockumentary.

www.christophschwarz.net

Sprecher Neil Bromley Drehbuch Christoph Schwarz & Marcuse Hafner Konzept Christoph Schwarz & Marcuse Hafner
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CASTING TAPES

Ulrike Putzer & Matthias van Baaren • Österreich 2020 • 23 min • OmeU

Eine Geschichte in unterschiedlichen Variationen: Gecastet wird die Rolle der jungen, erfolglosen Schauspielerin. Die Bewerberinnen wissen nicht, dass sie im Moment des Vorsprechens bereits Teil des Films sind. CASTING TAPES ist ein schmerzhaft-humorvolles Panoptikum des Schauspielberufs. Ein reflektierter semidokumentarischer Blick auf Versuche künstlerischer Selbstverwirklichung. (Diagonale)

matthiasvanbaaren.com

Schauspiel Lisa Furtner, Naemi Latzer, Sandra Lipp, Katharina Stadtmann, Birgit Linauer, Margot Vuga, Alexander Stecher, Reinhardt Winter, Tobias Ofenbauer & Lisa-Carolin Nemec Drehbuch Ulrike Putzer & Matthias van Baaren Kamera Harald Traindl Schnitt Nooran Talebi Ton Nora Czamler, Jón H. Geirfinnsson, Joseph Nikolussi, Benedikt Palier, Ken Rischard & Lukas Weidmann Sound Design Jón H. Geirfinnsson Musik Jón H. Geirfinnsson Produktion Ulrike Putzer
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CSL

Christoph Schwarz • Österreich 2018 • 35 min • dOF

»Ich kann meinen Namen hundertmal hintereinander sagen – und fühle mich jedesmal aufs Neue ertappt. Bin das wirklich ich?«

Unter dem Vorwand, einen Film drehen zu wollen, gründet Christoph Schwarz einen Stammtisch für gleichaltrige Namenskollegen. Daraus entsprießt Großes: eine Christoph-Schwarz-Loge, ein geheimer Männerbund! Doch der Film gerät tatsächlich zum Film und die inszenierte Realität zur dokumentierten Fiktion. Und irgendwann verliert der Medienkünstler in diesem Verwirrspiel scheinbar selbst den Überblick. Ein Strudel aus Dichtung und Wahrheit, erzählt von einer Stimme aus dem Off. Diesmal ist es wirklich Christoph Schwarz. Nur welcher? (Diagonale)

www.christophschwarz.net

Mitwirkende 6x Christoph Schwarz & Robert Buchschwenter Sprecher Christoph Schwarz Drehbuch Christoph Schwarz Kamera Georg Geutebrück, Christian Schwab, Herwig Steiner & László Váncsa Produktion Christoph Schwarz
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CYCLOPÈDES

Mathieu Epiney • Schweiz 2014 • 4:40 min • kein Dialog

Anfang des 20. Jahrhunderts waren das Filmemachen und das Radfahren noch eine andere Art von Abenteuer. CYCLOPÈDES bezieht sich mit seinen Titeln und der Player-Piano-Musik auf die Ästhetik des frühen Films, und schildert, wie damals ein Pässe-Rennen hätte aussehen können: Voller witziger aber auch gefährlicher Zwischenfälle. (Fantoche)

mathieuepiney.wordpress.com

Drehbuch Mathieu Epiney Animation Mathieu Epiney Kamera Mathieu Epiney Sound Design Carlos Ibañez-Diaz Musik Carlos Ibañez-Diaz Produktion Pleine Pomme
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DIE ARBEITERINNEN VERLASSEN DIE FABRIK

Katharina Gruzei • Österreich 2012 • 11 min • OmdU (HoH)

1895 waren es in der deutschen Übersetzung des Filmtitels der Lumières noch Arbeiter, die die Fabrik verließen, obgleich deutlich mehr Frauen zu erkennen waren. Katharina Gruzei verunmöglicht in ihrer Neu-Interpretation die Geschlechterzuschreibungen in Titel und Bild. Im Flackern ihrer Lichtinstallation filmt die Kamera Silhouetten und schwimmt mit der Masse hinaus aus den eben geschlossenen Austria Tabak Werken. Erst am Ende wird die Originaleinstellung nachempfunden, diesmal mit geschärfter Wahrnehmung. (Diagonale)

katharinagruzei.blogspot.co.at

Konzept Katharina Gruzei Kamera Renate Bauer Schnitt Katharina Gruzei Produktion Katharina Gruzei
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DO YOU REMEMBER SARAJEVO?

Nedim Alikadic, Nihad Kresevljakovic & Sead Kresevljakovic • Bosnien-Herzegowina 2002 • 51 min • OmeU

Als seine Heimatstadt Sarajevo während des Bosnienkrieges unter Belagerung stand, begann der Theater- und Filmemacher Nihad Kreševljaković die Ereignisse und den Alltag auf Video zu dokumentieren. Die Filmaufnahmen führten zur Gründung des »Video Archive Hamdija Kreševljaković«, das mittlerweile mehr als 1.000 Stunden an Amateur*innenvideos aus der Zeit von 1992 bis 1995 versammelt. Zum ersten Mal in Europas Kriegsgeschichte hatten Bürger*innen ihren Alltag im Krieg sowie schwere Menschenrechtsverletzungen selbst dokumentiert. In knapp 50 Minuten destilliert sich aus dem gesammelten Archivmaterial eine kollektive Erinnerungscollage aus dem Blickwinkel der Menschen, die in ihrer eigenen Stadt zu Gefangenen geworden waren. DO YOU REMEMBER SARAJEVO? ist ein Akt der Emanzipation von den stereotypisierten Bildern der internationalen Berichterstattung.

Originaltitel SJEČAŠ LI SE SARAJEVA? Produktion Deblokada & Jasmila Zbanic
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DOUBLE 8

Christiana Perschon • Österreich 2016 • 3 min • stumm

Zwei Handkameras, zwei Rollen Doppel-8-Material, vier Kader: In ihrer filmischen Begegnung nehmen sich Christiana Perschon und Linda Christanell – zwei Künstlerinnen aus unterschiedlichen Generationen des österreichischen Avantgardefilms – gegenseitig in den Blick, agieren zugleich als Filmende und Protagonistinnen miteinander. Zu zweit, mit je einer Kamera, entstehen so vier Bilder, die – im Split Screen auf der Leinwand angeordnet – den visuellen Vergleich nahelegen: Was ähnelt sich und worin? Wo entstehen Brüche? Wie verhalten sich die Gefilmten und die Filmenden zueinander? (Diagonale)

christiana.perschon.at

Mitwirkende Linda Christanell & Christiana Perschon Konzept Christiana Perschon Kamera Linda Christanell & Christiana Perschon Produktion Christiana Perschon
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DRAMATIC RELATIONSHIPS

Dustin Guy Defa • USA 2016 • 6 min • eOF

Dustin Guy Defa bricht Dreharbeiten zu »dramatischen Beziehungsszenen« mittels Regieanweisungen auf undramatische Weise herunter und entlarvt pointiert die (Macht-)Verhältnisse zwischen Schauspielerinnen und Regisseur.

Schauspiel Elisa Lasowski, Bingham Bryant, Lindsay Burdge, Stephen Gurewitz, Jennifer Kim, Hannah Gross, Keith Paulson, Agostina Gálvez & Jay Giampietro Drehbuch Dustin Guy Defa Kamera Zach Levy Schnitt Dustin Guy Defa Produktion Dustin Guy Defa
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EIGENTLICH VERGANGEN

Nicole Foelsterl • Schweiz/Österreich 2018 • 14:30 min • OmeU

»Ich bin nicht drauf!« Die Großmutter ist sich sicher, dass die Filmemacherin die Kamera falsch positioniert hat. Resolut verteidigt die Frau ihr eigenes Bild gegenüber der Enkelin, die mehr über ihre vergangene Flucht von Ungarn nach Österreich in Erfahrung bringen möchte. Im reibungsvollen und dennoch vertrauten Dialog der beiden offenbart sich wie Familien ihre Geschichte über Generationen hinweg weitergeben und wie diese sich ins Innerste von Beziehungen einnisten.

www.nicolefoelsterl.com

Mitwirkende Marianne Schneider & Nicole Foelsterl Drehbuch Nicole Foelsterl Kamera Nicole Foelsterl & Astrid Heubrandtner Schnitt Nicole Foelsterl Ton Stefan Rosensprung Sound Design Gregg Skerman Produktion Nicole Foelsterl
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FAMILIENURLAUB

Kurdwin Ayub • Österreich 2012 • 22 min • OmeU

Bilder einer Reise in den Irak: Der Vater singt am Straßenrand. Schnitt. Schwester Tanya auf dem Laufband. Schnitt. In 17 Szenen lässt uns Kurdwin Ayub am titelgebenden Familienurlaub teilhaben. Wenn die Mutter bei der Erinnerung an Bagdad in Tränen ausbricht oder der Vater – ungeachtet anderer Meinungen – vom unbedingten Aufschwung Kurdistans schwärmt, vermischt sich Persönliches mit politischer Aktualität. Dazwischen: Alltag, Fadesse und inszenierte Spielszenen mit den Geschwistern – Miniaturfilme im Film. Ein wunderbar bunt irisierendes Kaleidoskop der Normalität. (Diagonale)

Mitwirkende Kurdwin Ayub Konzept Kurdwin Ayub Kamera Kurdwin Ayub Schnitt Kurdwin Ayub Ton Kurdwin Ayub Produktion Kurdwin Ayub
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FIRST AID KIT: YOU ARE THE PROBLEM HERE (LIVE FROM THE REBEL HEARTS CLUB)

Mats Udd • Schweden 2018 • 3:45 min

Die Musik, mit der First Aid Kit in den letzten zehn Jahren ihre Fans beglückt haben, stand bisher nicht gerade unter Riot-Grrrl-Verdacht. Sie waren noch im Teenager-Alter, als die Schwestern Klara und Johanna Söderberg mit ihrem Country-lastigen Indie-Pop erstmals die Bühne betraten. Das vierte, Anfang 2018 veröffentlichte Album RUINS bedeutet eine Zäsur, wie man auch dem Song YOU ARE THE PROBLEM HERE anhört, den das schwedische Duo zum Weltfrauentag am 8. März 2018 veröffentlichte: ein furioses, wütendes Stück Gitarrenrock, das die Verantwortung für sexuelle Gewalt den Täter*innen statt den Opfern anlastet. Die Aufzeichnung der Live-EP, die den Song enthält, erfolgte in der fiktiven, in ihrer Optik an die 1960er Jahre angelehnte TV-Musiksendung »Rebel Hearts Club«.

www.firstaidkitband.com

Kamera Viktor Skogqvist Schnitt Mats Udd Ton Benkt Söderberg Musik First Aid Kit Produktion Petra Krigström & Alexandros Bakos
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FREAKS OF NURTURE

Alexandra Lemay • Kanada 2018 • 6:30 min • eOF

Eine Mutter-Tochter-Beziehung wird von Babys, Pudeln und fliegenden Spaghetti auf die Probe gestellt. In ihrem Stop-Motion-Kurzfilm über eine Stop-Motion-Filmemacherin und ihre Multitasking-erprobte Mutter arbeitet sich Alexandra Lemay genüsslich an der eigenen Familienkonstellation ab.

alexandralemay.tumblr.com

Sprecher*innen Alexandra Lemay, Claudia Besso & Amanda Plummer Drehbuch Alexandra Lemay Character Design Alexandra Lemay Animation Alexandra Lemay Kamera Luka Sanader Musik Judith Gruber-Stitzer Produktion National Film Board of Canada
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