FILMARCHIV

39 Resultate

#1: (COMMON PLACES)

Fiona Rukschcio • Österreich 1999 • 45:30 min • OmeU (HoH)

Fiona Rukschcio vereint in ihrem Video #1: (COMMON PLACES) die Erzählungen von 27 Frauen über den ganz »normalen« Belästigungsalltag, dem jede Frau in jeder Situation ausgesetzt sein kann. Sie lässt Frauen die verschiedenen Belästigungssituationen an den entsprechenden Orten beschreiben, das Unbehagen der Betrachter*innen wächst. Und es gibt am Ende nicht mehr die Möglichkeit, zu sagen, »das geht mich nichts an, mir könnte so was nie passieren«. Im Gegenteil, #1: (COMMON PLACES) erzeugt eine Reflexion der eigenen Geschichte auf der Suche nach genau diesen, teilweise fast unsichtbaren, alltäglichen Belästigungen im weitesten Sinn.

Das Bild vom »bösen Unbekannten«, der an dunklen Straßenecken auf seine Opfer lauert, wird sukzessive demontiert. Wohl wird dieser Typus als eine Variante nicht verleugnet, doch schlussendlich sind es auch die Freund*innen, Bekannten, Arbeitskolleg*innen, Kund*innen, Studienkolleg*innen, Verwandten, die die physischen und psychischen Grenzen der Frauen missachten, die sie begrapschen, bedrohen, beglotzen, bequatschen und Abhängigkeitsverhältnisse zum eigenen Vorteil ausnützen wollen. (Harriet Leischko)

Zusammen mit #2: (SCHOLARIC STRATO/SPHERE) und #3: (SELF-DEFENCE EAR-FLAPS) bildet #1: (COMMON PLACES) eine Video-Trilogie, die weibliche Selbstverteidigung im weitesten Sinn thematisiert. #1: (COMMON PLACES) wurde auf der Diagonale 2000 mit dem Preis für Innovatives Kino ausgezeichnet.

www.fiona-rukschcio.net

Konzept Fiona Rukschcio Kamera Fiona Rukschcio Schnitt Fiona Rukschcio Produktion Fiona Rukschcio
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AM HIMMEL

Magdalena Chmielewska • Österreich 2018 • 30 min • OmeU

»Am Himmel« in Wien wird Maya plötzlich wach, mitten in der Nacht. Etwas ist passiert, aber was? Regisseurin Magdalena Chmielewska folgt ihrer präzise gezeichneten Hauptfigur durch die psychologische Wiederholung eines Gewaltakts. Maria Spanring brilliert als komplexe, starke junge Frau. (Diagonale)

www.amhimmel.com

Schauspiel Maria Spanring, Valentin Postlmayr, Julia Jelinek, Johanna Orsini-Rosenberg, Giovanni Jussi & Doris Pascher Drehbuch Magdalena Chmielewska & Andreas Schiessler Kamera Manuel Prett Schnitt Magdalena Chmielewska & László Váncsa Ton Norbert Bichler Sound Design Magdalena Chmielewska, Carlo Pelikan, Norbert Bichler & Chris Kuchner Musik Lukas Adam Produktion Yana Eresina Hochschule Filmakademie Wien
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AUF WIEDERSEHEN SCHÖNBRUNN

Aleksey Lapin • Österreich 2015 • 17 min • OmdU

Eine russische Frau und ihr 6-jähriger Sohn besuchen Schönbrunn. Statt die Sehenswürdigkeit zu erkunden, sitzen sie auf der Parkbank und schreiben Postkarten. Angesichts der Nähe der Kamera verkommt der imperiale Bombast der Anlage regelrecht zur Nebensache und findet kaum Beachtung. Beim Spielen verliert der Junge dann auch die Mutter aus den Augen. Während sie ihn verzweifelt sucht, streift er gedankenversunken durch Gewächshäuser, bis ihn langsam das beklemmende Gefühl des Verlassenseins beschleicht. Mutter und Sohn wirken seltsam isoliert von der Außenwelt, fremd, kaum beachtet. Aleksey Lapin dehnt die Erzählzeit der reduzierten Handlung in langen, oft wortlosen Einstellungen, lässt die Hitze, die Langeweile und letztlich doch auch die Größendimensionen dieses Orts spürbar werden. Vor allem aber die Dauer des anstrengenden Tages – und demonstriert damit nicht nur metaphorisch, was fortschreitende Zeit bedeutet. (Diagonale)

Schauspiel Philipp Loshan, Valeria Loshan, Lev Eitzinger & Monika Eitzinger Drehbuch Aleksey Lapin Kamera Anna Hawliczek Schnitt Aleksey Lapin Ton Theda Schifferdecker, Markus Zizenbacher & Dorian Frey Sound Design Lenja Gathmann Produktion Aleksey Lapin Hochschule Filmakademie Wien
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BADESCHLUSS

Hanne Lassl & Peter Roehsler • Österreich 2014 • 8 min • OmeU (HoH)

19:30 Uhr im städtischen Strandbad. Eine antiquierte Sehnsuchtsmelodie erklingt: Badeschluss. In einer einzigen Einstellung erzählen Peter Roehsler und Hanne Lassl mehr über ein (Wiener) Lebensgefühl als so mancher Langfilm. Dabei ist die Simplizität der Versuchsanordnung eine bloß vorgebliche. Wenn die Filmemacher*innen den Alltag mit der feinen Klinge der Beobachtung sezieren, ist die Wahrnehmung – wie beim Blick in einen venezianischen Spiegel – abhängig vom Standpunkt der Betrachtung. (Diagonale)

Konzept Hanne Lassl & Peter Roehsler Kamera Peter Roehsler Schnitt Hanne Lassl & Peter Roehsler Produktion nanookfilm & Peter Roehsler
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BARRIEREFREIES DATE

Christoph Kopal • Österreich 2018 • 10 min • OmdU (HoH)

Kara ist mit Peter zu einem Blind Date verabredet. Während sich Peter sofort mit der Situation anfreundet, dass die gehörlose Kara Gebärdensprachdolmetscher Leo zum Date mitbringt, verlangt dieser Einsatz Leo einiges ab. Der gehörlose Filmemacher Christoph Kopal setzt in der ersten österreichischen Romantic Comedy, die ganz in Gebärdensprache gedreht wurde, ein pointiertes Statement gegen Sprachbarrieren.

2handsworld.com

Schauspiel Bernadette Auersperg, Hannes Schmid, Delil Yilmaz & Eduard Richard Polak Drehbuch Christoph Kopal Kamera Christoph Kopal Schnitt Christoph Kopal Produktion Christoph Kopal
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BOOMERANG

Kurdwin Ayub • Österreich 2018 • 20 min • OmeU

Peinliche Szene bei der Einweihungsparty der neuen Wohnung von Danas Mutter: Vor dem Haus sitzt ihr Vater, der nunmehrige Ex-Mann, im Auto und lässt sich nicht abwimmeln. Kurios, dass der Snapchat-Filter, durch den Dana ihre Eltern betrachtet, die später vor ihr auf dem Sofa sitzen, die Realität nicht so grotesk verzerrt, wie zu erwarten wäre.

Mit unbekümmerter Stilsicherheit und einem spielfreudigen Ensemble (u.a. Mercedes Echerer, Angelika Niedetzky) erzählt Kurdwin Ayub ihren ersten Kurzspielfilm – nach einer Reihe von vielfach preisgekrönten Dokumentarfilmen und filmischen Selbstporträts – zwischen albernem Witz und profunder Melancholie.

www.kurdwinayub.com

Schauspiel Hasan Ali Mete, Law Wallner, Atlana Puntigam, Arthur Berghammer, Mercedes Echerer, Inge Maux, Angelika Niedetzky & Tom Feichtinger Drehbuch Kurdwin Ayub Kamera Caroline Bobek Schnitt Roland Stöttinger Ton Nora Czamler Sound Design Rudolf Pototschnig Produktion WILDart FILM, Ebba Sinzinger & Vincent Lucassen
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CHICKENSSUIT – ERNI

Edgar Honetschläger • Österreich 2005 • 7 min • OF

Hendl Erni ist keineswegs irritiert, dass man es in einen rotweißroten Anzug gesteckt hat. Auch das Eierlegen würde funktionieren in diesem »Chickenssuit«, den ihm Edgar Honetschläger 2005 für eine Kunstaktion in Tokio auf den Leib geschneidert hat. Die mittlerweile global patentierte Kleidung für Hühner ist eine Reflexion über die Befindlichkeit der industrialisierten Welt. Nicht der Anzug mit Tragegriff ist das Ergebnis, sondern unsere Lust auf schräge Bilder und damit zu weckende »Bedürfnisse«, selbst auf absolut Unnötiges.

www.honetschlaeger.com

Schauspiel Yukika Kudo, Keiko Kudo, Kazuto Taguchi & ERNI the chicken Schnitt Petra Zöpnek Produktion Com Institute Tokyo, mokka, Edoko Institute, Edgar Honetschläger & Willi Mahringer
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CHRISTOPH & LOLLO: DIESE STADT

Christoph & Lollo • Österreich 2011 • 6 min • dOF

Widmeten sie sich drei CDs lang ausschließlich der Spezies der Skispringer*innen, wandte sich das Liedermacher-Duo Christoph & Lollo zunehmend drängenderen Themen zu. Mit der Nummer und dem zugehörigen Musikvideo DIESE STADT aus ihrem sechsten Album TSCHULDIGUNG wird etwa gegen gegen die Vereinnahmung des öffentlichen Raumes durch Wirtschaft, Verbände und Politik protestiert – hintersinnig, frech und respektlos, aber niemals plump.

www.christophundlollo.com

Musik Christoph & Lollo Produktion Christoph & Lollo
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CSL

Christoph Schwarz • Österreich 2018 • 35 min • dOF

»Ich kann meinen Namen hundertmal hintereinander sagen – und fühle mich jedesmal aufs Neue ertappt. Bin das wirklich ich?«

Unter dem Vorwand, einen Film drehen zu wollen, gründet Christoph Schwarz einen Stammtisch für gleichaltrige Namenskollegen. Daraus entsprießt Großes: eine Christoph-Schwarz-Loge, ein geheimer Männerbund! Doch der Film gerät tatsächlich zum Film und die inszenierte Realität zur dokumentierten Fiktion. Und irgendwann verliert der Medienkünstler in diesem Verwirrspiel scheinbar selbst den Überblick. Ein Strudel aus Dichtung und Wahrheit, erzählt von einer Stimme aus dem Off. Diesmal ist es wirklich Christoph Schwarz. Nur welcher? (Diagonale)

www.christophschwarz.net

Mitwirkende 6x Christoph Schwarz & Robert Buchschwenter Sprecher Christoph Schwarz Drehbuch Christoph Schwarz Kamera Georg Geutebrück, Christian Schwab, Herwig Steiner & László Váncsa Produktion Christoph Schwarz
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DAS ERSTE UND DAS LETZTE MAL

Rafael Haider • Österreich 2018 • 49 min • OmdU (HoH)

Mehrere Wochen begleitet Rafael Haider vierzig Lehrlinge einer Supermarktkette, die in einem Ausbildungsprojekt das Theaterstück »Romeo und Julia« erarbeiten. Der Film folgt den Wendungen zwischenmenschlicher Dynamiken im Rahmen der Proben und zeichnet ein aktuelles und ungewohnt offenherziges Bild junger Lebensrealitäten. (Diagonale)

Drehbuch Rafael Haider & Bettine Ties Kamera Rafael Haider, László Váncsa & Philipp Grandits Schnitt Bettine Ties Produktionsleitung Philipp Grandits Hochschule Filmakademie Wien
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DAS WACHTELKÖNIG PARADOX

Georg Oberlechner • Österreich 2020 • 51 min • OmeU

Der Wachtelkönig kann in Ruhe brüten: Wenn wenige Tage vor dem 26. Oktober tarngrün gewandete Männer den Wiener Heldenplatz für den Nationalfeiertag herrichten, schlägt die Stunde der Leistungsschau des österreichischen Bundesheeres. Georg Oberlechner dokumentiert dieses Ereignis in vier Kapiteln, deren Titel die Dramaturgie eines Militärmanövers nachzeichnen. (Melanie Letschnig)

Drehbuch Georg Oberlechner Kamera Georg Oberlechner Schnitt Piotr Reisig Ton Vinzenz Schwab Produktion Georg Oberlechner
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DER PRATER

5. Klasse des BRG Marchettigasse • Österreich 1997 • 5 min • kein Dialog

Eine ungewöhnliche Reise durch den Wiener Prater beginnt und zeigt ihn von einer anderen Seite, als gewohnt.

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DIALOG ÜBER ÖSTERREICH

Hubert Sielecki • Österreich 2012 • 3:20 min
Screening: OmdU • Streaming: dOF

DIALOG ÜBER ÖSTERREICH basiert auf 12 Lautgedichten von Gerhard Rühm, von denen sechs als Heimatgedichte jenseits von Sentimentalität und Trivialität 1959 im Dialektband »Hosn Rosn Baa« der Wiener Gruppe veröffentlicht wurden. Hubert Sielecki schlüpft in einem Restaurant in die Haut zweier Wiener Originale, während Rühm selbst den fiktiven Dialog von sentimental-raunzend bis ordinär-aggressiv so interpretiert, dass man meint, jedes Wort verstehen zu können. Aber man meint es eben nur.

www.hubert-sielecki.at

Schauspiel Hubert Sielecki Sprecher Gerhard Rühm Konzept Hubert Sielecki Literaturvorlage Gerhard Rühm Kamera Praved Krishnapilla Produktion Hubert Sielecki
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DIE UND DER VON DA UND DORT

Lisa Weber • Österreich 2011 • 7 min
Screening: dOF • Streaming: OmeU

Momentaufnahmen von Wien-Tourist*innen aus aller Welt. Sie kommen aus Holland, Deutschland, Südkorea oder auch Vietnam. Sie möchten in die Oper, finden das Bermudadreieck gut oder wünschen sich eigentlich besseres Wetter. Vor den Sehenswürdigkeiten werfen sie sich in Pose, alleine oder zu zweit oder auch in Gruppen. Üblicherweise bleiben Erinnerungsfotos stumm. Lisa Weber erzählt, was sie in der kurzen Zeit über die Menschen erfahren hat, und verleiht den Bildern filmische Dimension.

Sprecherin Lisa Weber Konzept Lisa Weber Kamera Steven Swirko Schnitt Lisa Weber Produktion Lisa Weber Hochschule Filmakademie Wien
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DU, MEINE KONKRETE UTOPIE

Zara Pfeifer • Österreich 2016 • 10 min • dOF

Ein Blick aus der U-Bahn-Station auf die charakteristischen Türme: Willkommen in Alt-Erlaa. Die in den 1970er-Jahren in Wien von Harry Glück entworfene modernistische Wohnanlage beherbergt rund 32 Freizeitvereine – in niedrigen, vor Tageslicht geschützten Räumen widmet man sich dem Modellbau, der Gymnastik oder dem Fotografieren.

In Zara Pfeifers Fotofilm treffen mit einer Mittelformatkamera aufgenommene Fotografien auf iPhone-Audioaufnahmen. Es vermittelt sich eine regelrecht unheimliche Diskrepanz zwischen Bildern, die Bewegung im Stillstand festhalten – tanzende Paare, lachende Gesichter, sich dehnende Gliedmaßen –, und der davon abgetrennten Geräuschkulisse, die vom Leben in Alt-Erlaa erzählt. Es ist eine eigene kleine Welt – eine bis heute über weite Strecken intakte Utopie aus Beton und Neonröhren, Geselligkeit und Freizeitspaß. (Diagonale)

www.zarapfeifer.com

Konzept Zara Pfeifer Kamera Zara Pfeifer Schnitt Zara Pfeifer Ton Zara Pfeifer Sound Design Matthias Kassmannhuber Produktion Zara Pfeifer
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