WASH DAY

In ihrem mehrfach preisgekrönten Dokumentarfilm WASH DAY erkundet die kanadische Filmemacherin Kourtney Jackson auf körnigem Filmmaterial, wie im Waschen der Haare und des Körpers etwas zutiefst Privates politisch ist. Schon in jungen Jahren wird Schwarzen Menschen beigebracht, dass Haare nicht einfach etwas sind, was auf dem Kopf sitzt: Sie sind ein Spiegelbild des Selbstbildes, der Gemeinschaft und der Herkunft – von der weißen Welt stigmatisiert und kriminalisiert. Während sie sich auf den Tag vorbereiten und Rituale der Körperpflege und der Selbstfürsorge vollziehen, reflektieren drei junge Schwarze Frauen über die öffentliche Wahrnehmung ihres Schwarzseins: Haarewaschen oder das Auftragen von Make-up als bedeutsame Wiederbegegnung mit dem Körper, bevor und nachdem man sich mit der Politik der eigenen äußeren Erscheinung auseinandergesetzt hat.

LONGHAND

Amanda, eine gehörlose junge Frau, verfolgt zielstrebig ihren Traum von der Karriere beim Militär. Ihr Partner Ben, mit dem sie gemeinsam für die Aufnahmetests trainiert, hat ihr etwas zu beichten, was ihre Beziehung in Frage stellen wird.

SQUAD LEADER TD-73028 SOLILOQUY

Sein oder nicht Sein: Auf den Spuren von Shakespeares Hamlet schickt Maxime-Claude L’Écuyer einen melancholischen Stromtrooper in die Wüste, um den Sinn des Lebens zu hinterfragen. SQUAD LEADER TD-73028 SOLILOQUY verpflanzt den wohl bekanntesten Monolog der Theatergeschichte auf Tatooine und eröffnet dadurch durchaus neue Einblicke in das Star-Wars-Universum.

THERE’S A FLOWER IN MY PEDAL

Die Lebensgeschichte eines in der Garage abgestellten Fahrrads wird in Form einer Collage aus Musik, Text, Dokumentation und Animation zum philosophischen Fahrradtrip über den Sinn des Lebens.

TONGUE

Basierend auf ihren eigenen Erfahrungen als asiatische Frau, die in einem westlichen Land lebt und vielfach mit fetischisierten und vorurteilsbehafteten Vorstellungen der Männer konfrontiert ist, denen sie begegnet, lebt Yoshida Kaho in ihrem Filme eine Fantasie aus: Sie zum Schweigen zu bringen. Die Zunge als ein Organ, das Lust empfangen und spenden kann, ist für sie der zentrale Schlüssel zur Selbstermächtigung.

I LIKE GIRLS

Charlotte, Mathilde, Marie und Diane erzählen intime und witzige Geschichten von der ersten Liebe, von einseitiger Schwärmerei, gegenseitiger Anziehung und erotischen Momenten. Ihr sexuelles Erwachen geht Hand in Hand mit der Entdeckung, andere Frauen zu begehren – und mit einem freudvollen neuen Selbstbewusstsein. Drei Episoden über Wonder Women, Cowgirls & Co. aus dem Comic J’AIME LES FILLES der kanadischen Comiczeichnerin und Filmemacherin Diane Obomsawin alias OBOM.

MATHILDE AND THE LOVE ROOM

In ihrem Vorgarten hat die kettenrauchende Krankenschwester Madame Mathilde ein kleines Häuschen errichtet, das sie als »Love Room« Obdachlosen zur Verfügung stellt. Ohne feste Bleibe ist es eben schwierig, einen geeigneten Platz für ein Schäferstündchen zu finden. Aber auch Einzelpersonen suchen im Love Room Zuflucht, um einmal eine Nacht lang ungestört zu sein. (ethnocineca)

PEAR CIDER AND CIGARETTES

Ein überraschender Anruf macht Robert Valley die problematische Beziehung zu seinem Jugendfreund Techno wieder präsent: Dieser wartet in einem Krankenhaus in Shanghai auf eine Lebertransplantation und soll dazu überredet werden nach Vancouver zurückzukehren. Zugleich abgestoßen von Technos Hang zur Selbstzerstörung und fasziniert von seinem Charisma, macht sich Valley, der Techno seit Jahren nicht mehr gesehen hat, auf die Reise. Die Erlebnisse verarbeitet der Künstler, der u.a. das Artwork der Band Gorillaz geprägt hat, in der Graphic Novel PEAR CIDER AND CIGARETTES. Der darauf basierende, durch eine Crowdfunding-Kampagne finanzierte Animationsfilm brachte Valley 2017 eine Oscar-Nominierung ein (Best Animated Short Film).

BONE MOTHER

Prinz Vladislav, ein eitler und arroganter junger Mann, wagt es Baba Yagas lebendes Knochenhaus zu betreten und die mächtige Hexe zum Zweikampf herauszufordern. Was folgt, wird unsere Nächte für immer mit Angst erfüllen. – Filmadaption einer Kurzgeschichte von Maura McHugh.

WATER ONCE RULED

»There is nothing here to breathe.« – Mittels Collage aus angeeignetem Footage und gefilmtem Bildmaterial verschränkt sich in der Videoinstallation WATER ONCE RULED Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges als ein sich stetig wiederholender Loop. Wasser – sowie dessen Nichtvorhandensein – als eine in Not geratene Ressource, angesiedelt in einer Zeitlichkeit zwischen der Geschichte des Mars und der Gegenwart und Zukunft der Erde.