JAZZ ORGIE

Punkte, Linien, Flächen und Formen setzen sich in Bewegung und versinken in einer eigenen choreographischen Welt. Im Rausch der Berührung lassen sie sich mit Jazz-Klängen auf ein Farb- und Formenspiel ein, das mit einer absoluten Explosion endet.

KÖRPERGEDÄCHTNIS

Unser Körper lernt, Bewegungsmuster zu speichern, indem Bewegungsfolgen so oft repetiert werden, bis sie sich in das Körpergedächtnis eingeschrieben haben. Was wenn dieses Körpergedächtnis Lücken aufweist? Was wenn jede Handlung, jeder Schritt, jede Bewegung immer wieder aufs Neue über das denkende Gehirn abgerufen werden muss? Der Film handelt von der besonderen Auseinandersetzung mit einem »geschädigten« Körper, der all das nicht können soll, was er kann. Er erzählt die Geschichte einer Frau, die die Normalität mit ihrem Körper lebt.

ENESI M.: RENEGADE

KURZES LEBEN

KURZES LEBEN ist ein gezeichneter Film. Jede der Zeichnungen ist komplex und fein gearbeitet, ein kleines Meisterwerk. In der Folge ergeben sich überraschende Perspektivenverschiebungen, Metamorphosen und Lichtsituationswechsel, die von einem Zustand in den anderen hineinfinden, im Einklang mit der psychologischen Bewegung im Film. (…) Ein Sterntaler-Mädchen kristallisiert sich, ein fragiles Wesen, fast nackt, getrieben von Sehnsucht und Neugier auf Liebe und auf Leben. Und sie findet die Liebe, lächelt erlöst und schelmisch beim Anblick der sich kreuzenden Strahlen der beiden Liebenden. Gleich darauf wird sie abrupt vom Geliebten verlassen. (Mara Mattuschka)

Immer wieder einmal beteiligt sich die Schauspielerin und Sängerin Meret Becker an delikaten Kunstprojekten. Ausschlaggebend für ihre Mitwirkung bei der Verfilmung eines Comics der Maria-Lassnig-Schülerin Johanna Freise seien die Sexszenen gewesen. Die sind auch einprägsam: Die ruckeligen Bilder zeigen ein heftiges Boy-Meets-Girl in verschiedenen Stellungen. Ebenso stark aber dürfte Becker, die der Hauptfigur ihre Stimme leiht, sich angesprochen gefühlt haben von der melancholisch-fantastischen Stimmung des Films KURZES LEBEN, den Johanna Freise mit Daniel Šuljić nach dem gleichnamigen Comic produzierte. Bei aller düsteren Poesie fehlt nicht ein Schuss Sarkasmus: »Ich sitze im schlecht gezeichneten Bus und denke über den Tod nach«, beobachtet das Mädchen. (DER STANDARD)

HIPPO HOP

In der Sommerhitze ist es fein im Fluss zu schwimmen. Die Beine des kleinen Nilpferds sind jedoch noch nicht so lang wie die seiner Mutter. Ein schlauer Einfall und die Unterstützung von neuen Freund*innen sind gefragt.

OCTAVIA’S VISIONS

Inspiriert von den Parabeln der 2006 verstorbenen afro-amerikanischen Science-Fiction-Autorin Octavia E. Butler verwebt OCTAVIA’S VISIONS durch eine poetische Bildsprache Butlers Zukunftswelten mit zeitgenössischen Themen wie Umweltzerstörung und rechte Gewalt und drückt eine queere utopische Vorstellung aus, alte Strukturen in etwas Neues zu verwandeln. (Internationale Kurzfilmtage Oberhausen)

A LITTLE SUICIDE

In dieser Welt hält das Leben nichts Gutes für Kakerlaken bereit. Als ein besonderes Exemplar an diesem Tag versucht, sich umzubringen, ist es überrascht von all der menschlichen Güte, die ihm plötzlich entgegengebracht wird. A LITTLE SUICIDE ist eine bezaubernde Kombination aus Realfilm und Stop-Trick-Animation und bietet einen Einblick in die seltsame und große Welt der Menschen aus der Sicht einer kleinen Kakerlake. Nach dem Abschluss ihres Studiums an der Filmschule der Universität in Los Angeles veröffentlichte Ana Lily Amirpour, der das US-amerikanische Studiosystem wenig attraktiv erschien, eine Reihe von Kurzfilmen. Den endgültigen Durchbruch bewirkte 2014 ihr erster Langfilm »A Girl Walks Home Alone at Night« – ein radikal feministischer »Vampir-Western« in atmosphärischen Schwarz-Weiß-Bildern – für den sie das Drehbuch schrieb, Regie führte und eine kleine Rolle übernahm.

UNTER LÄMMERN

Die Schafseltern sind irritiert, denn das kleine Lamm hört sich gar nicht wie die anderen Schafe an: Statt »Mäh!« blökt es fröhlich »Muh!«. Wieviel Individualität verträgt eine Herde?

GESCHICHTEN VON ANDERSWO

Gibt es beim Denken Schranken? Die Fee Lili und der grübelnde Bo gehen der Frage nach …

VIKTOR

Seit Wochen steht die Luft im Kongresszentrum von Baguio auf den Philippinen, in dem sich im brütend heißen Sommer des Jahres 1978 entscheidet, wer sich die kommenden Jahre Schachweltmeister nennen darf. Viktor Kortschnoi (47) und Anatoli Karpow (27) treten an, um den Titel nach Hause zu tragen. Karpow für Russland und Kortschnoi, nun ja, das ist so eine Sache …