DIALOG ÜBER ÖSTERREICH

DIALOG ÜBER ÖSTERREICH basiert auf 12 Lautgedichten von Gerhard Rühm, von denen sechs als Heimatgedichte jenseits von Sentimentalität und Trivialität 1959 im Dialektband »Hosn Rosn Baa« der Wiener Gruppe veröffentlicht wurden. Hubert Sielecki schlüpft in einem Restaurant in die Haut zweier Wiener Originale, während Rühm selbst den fiktiven Dialog von sentimental-raunzend bis ordinär-aggressiv so interpretiert, dass man meint, jedes Wort verstehen zu können. Aber man meint es eben nur.

GEH VAU

Anton ist verwirrt, als er Thea zu ersten Mal zu Hause besucht. Sie hatten neulich tollen Sex, jetzt kommt es ihm aber komisch vor, dass Paula sich ebenfalls in der Wohnung befindet und bereits über die gemeinsame Nacht informiert ist.

Die Protagonist*innen im Kurzspielfilm der Musikerin, Autorin und Filmemacherin Marie Luise Lehner probieren Geschlechterrollen an und aus und sprechen offen über Träume und Lust. So geht Konsens und Vertrauen, so werden Allianzen und Verzauberung etabliert, Begehren und Intimität ausgehandelt und in Worte gefasst. GEH VAU erweist sich, in selbstverständlicher Leichtigkeit, als unpädagogisches Lehrstück einer Gender-Utopie im Alltag. (Fiona Sara Schmidt)

A PERFECT ME, A PERFECT YOU

»I am going to tell you a story about a perfect me and a perfect you.« – Mit minimalistischen Filzstiftzeichnungen und Voice-over reflektiert Dina Bukva über Körper-Bilder, Schönheitsideale, Selbstinszenierung und den Kampf um soziale Inklusion durch virtuelle Likes in Zeiten von Instagram und Facebook.

CASTING TAPES (PREVIEW)

Eine Geschichte in unterschiedlichen Variationen: Gecastet wird die Rolle der jungen, erfolglosen Schauspielerin. Die Bewerberinnen wissen nicht, dass sie im Moment des Vorsprechens bereits Teil des Films sind. CASTING TAPES ist ein schmerzhaft-humorvolles Panoptikum des Schauspielberufs. Ein reflektierter semidokumentarischer Blick auf Versuche künstlerischer Selbstverwirklichung. (Diagonale)

BADESCHLUSS

19:30 Uhr im städtischen Strandbad. Eine antiquierte Sehnsuchtsmelodie erklingt: Badeschluss. In einer einzigen Einstellung erzählen Peter Roehsler und Hanne Lassl mehr über ein (Wiener) Lebensgefühl als so mancher Langfilm. Dabei ist die Simplizität der Versuchsanordnung eine bloß vorgebliche. Wenn die Filmemacher*innen den Alltag mit der feinen Klinge der Beobachtung sezieren, ist die Wahrnehmung – wie beim Blick in einen venezianischen Spiegel – abhängig vom Standpunkt der Betrachtung. (Diagonale)

ROCK 7 EVER

Ein Musikvideoclip quer durch das musikalische Gemüsebeet. Und das mit akrobatischen Tanzeinlagen.

SEXY

Der skandalumwitterte Popstar Miley Cyrus als vermeintliches Role-Model für selbstbewusst zur Schau getragene Sexyness: Zu deren Video »We Can’t Stop« performt eine junge Frau im weniger glamourösen Jugendzimmer – (textlich) unsicher, Kaugummi kauend. Die Affirmation der inszenierten Souveränität scheitert, muss scheitern. Einmal mehr agiert Kurdwin Ayub gnadenlos – gegenüber sich selbst wie auch der filmischen Form. (Diagonale)

KREIS WR. NEUSTADT

Von der Wiederkehr des Immergleichen: Nichtort Kreisverkehr. Knapp 100 Verkehrsinseln umrundet Johann Lurf mit Vespa und Kamera, lässt die Zuschauer*innen an der Monotonie der Kreisbewegung teilhaben. Wie ein Archäologe katalogisiert er seine Funde und findet Muster: groteske botanische Gebilde, Skulpturen, Brunnen – artifizielle Inszenierungen einer Geographie, die der allgemeinen Nutzung versagt bleibt. Ein filmisches Zeugnis städtebaulicher Eintönigkeit. (Diagonale)

FIJUKA: BEHAVE (FROM NOW ON)

Rhönräder und Cheerleader, angeleitet von zwei Zirkusdirektorinnen im Glitzeroutfit: Der Grazer Filmemacher Florian Pochlatko beschert dem Pop-Dance-Duo Fijuka mit dem Musikvideo für die erste Single BEHAVE eine maßgeschneiderte Ästhetik. Just be yourself, I’ve got it all covered!

LIEBE TV

»Wir zwei sind füreinander geschaffen.« Eine Folge der TV-Serie REICH UND SCHÖN gerät Hubert Sielecki in die Finger. Dem schwülstigen Dialog der beiden Liebenden widerfährt in Sieleckis erster Computeranimation (mit dem Perception Video Recorder – PVR) gnadenlose Entlarvung und Entzauberung durch die digitale Nachbearbeitung der Einzelbilder.