BLICKE

Ein poetisch verkürzter Dialog von Roland D. Laing über eine Mann-Frau-Beziehung ist der rote Faden des Films. Wir blicken in die Fenster einer Stadtwohnung eines Paares mittleren Alters und beobachten deren Lebensalltag – ausschnitthaft, fragmentarisch, mit viel Platz für Interpretation. Statt des nicht hörbaren Originaltons stehen Gesprächsausschnitte aus „Szenen einer Ehe“ von Ingmar Bergmann, die das dokumentarhafte Bildmaterial noch zusätzlich poetisch stilisieren.

Claudia Dermutz ist Künstlerin und Filmemacherin und lebt und arbeitet in Wien und München.

IDEEN

Eine Idee bekommt Hand und Fuß – wortwörtlich …

FIJUKA: CA CA CARAVAN

Star Trek meets Barbarella: Im Musikvideo zu Fijukas Synthie-Dream-Pop-Song »Ca Ca Caravan« schicken Marie-Thérèse Zumtobel und Anselm Hartmann das deutsch-österreichische Musikerinnenduo als furchtlose Heldinnen in die Weiten des Weltalls. Als weibliche Inkarnationen von Ziggy Stardust, in körperbetonten Retrokostümen, bewaffnet mit phallischen Laserkanonen kämpfen Judy Jupiter und Caty Cosmos in ausgestellt künstlichen Kulissen gegen absurde Kreaturen und Aggressoren für den galaktischen Frieden. Die ironisch-verspielte Hommage auf B-Movies und Science-Fiction-Serien der 1960er-Jahre zelebriert den Camp: das Artifizielle, die theatralische Übertreibung, den Triumph von Stil über Inhalt, die »Entthronung des Ernstes« (Susan Sontag). (Michelle Koch, Diagonale)

FICTION

Ist ein Leben nur dann erzählenswert, wenn man Erfolge zu verbuchen hat? Als Teil einer Reihe mit dem Titel »wertlose Filme«, die der Regisseur des Films und sein Kollege Jan Soldat ins Leben riefen, um sich in einer freundschaftlichen Challenge gegenseitig zur regelmäßigen Filmarbeit zu motivieren, entstand während einer nächtlichen Fahrt durch Wien das Porträt eines ihm fremden Taxifahrers: minimalistisch, entwaffnend offen und das Gegenteil von wertlos. (Cinema Next)

EINIGE TURNÜBUNGEN

Turnen, Akrobatik, römische Arena, Kostüm und Spiele, queerer Circus Maximus. Zwei in der Körpermitte zusammengeschweißt, balancieren und schweben. Gladiatorinnen der Lust. (Andrea B. Braidt)

OGRIS DEBRIS: SEE THE WORLD

Das Video zum Track »See the World« von Ogris Debris folgt einer fortwährenden Bewegung durch eine Welt voller Metaphern, irgendwo zwischen Gaming und Surfen im Internet. Dabei wird die scheinbar objektive Wahrnehmung unserer Welt in Frage gestellt, die letztlich eine mediale Realität ist.

IF I HAD LAND UNDER MY FEET

Die Videoarbeit IF I HAD LAND UNDER MY FEET basiert auf dem Projekt 400 – THE IMAGE BEHIND der Künstler*innen Lotte Schreiber und TK1968+. Menschen formieren sich auf der Straße zu einem Diagramm, halten für einen Moment inne, um wieder zu verschwinden. Als temporäres Mahnmal »verkörpern« sie jene statistische Zahl, die den Tod jener Menschen beschreibt, die in den ersten Wochen des Jahres 2016 beim Versuch, sich vor Krieg und Elend in Sicherheit zu bringen, im Mittelmeer ertrunken waren.

FLEISCHWOCHEN

Zimperlich darf auf dem Bauernhof der Feichtmairs niemand sein. Schon gar nicht während der »Fleischwochen«, wenn neben der Feldarbeit das Schwein geschlachtet und aufwendig verarbeitet werden muss. Tochter Margarete fühlt sich der Arbeit nicht länger gewachsen, ihr fehlt die Kraft die 81-jährige Mutter zu unterstützen, die daran festhalten will. Joachim Iseni zeigt in seinem preisgekrönten Dokumentarfilm (CROSSING EUROPE Award – Local Artist 2019) routinierte Handgriffe und familiäre Konsequenzen ihrer mühseligen Ertraglosigkeit.

PARIS RECYCLERS

Die Straßen von Paris werden von lustigen Müllmonstern heimgesucht. Zu den Geräuschen der Großstadt tänzeln die Recycling-Kreaturen über die Leinwand.

NACHSAISON

Nachsaison – das ist die Ruhe, die auf die pralle Energie des Sommers folgt. Einem älteren Ehepaar scheint die Zuneigung abhanden gekommen zu sein. Als die beiden eines Tages am Strand einschlafen, geschieht etwas Unglaubliches, das ihre Liebe neu entfacht.