ZU ZAHM!

Sieben in Schubladen gesteckte Protagonist*innen sind in ihren Klischees und ihrem immer wiederkehrenden Alltag gefangen. Ihre Individualität ist nur eine scheinbare, denn allzu leicht lassen sie sich ihre Selbstbestimmtheit rauben – selbst wenn das Leben auf dem Spiel steht. Doch die Show muss weitergehen und der Rubel rollt. Applaus! (KURZSUECHTIG)

CALL OF COMFORT

»Bitte stimme den Nutzungsbedingungen zu, um ein Teil der Gemeinschaft zu sein«, säuselt die Big-Data-Kristallkugel, während sie uns in positiven Affirmationen und hyper-personalisierter Werbung badet. Brenda Lien reflektiert im dritten Teil ihrer Kurzfilmserie CALL OF … , wie moderne Technologien uns mit dem Versprechen auf ein optimiertes Leben dazu verführen, unsere Privatsphäre zu opfern.

DAS PERFEKTE FOTO

Der erste Schultag sollte mit einem tollen Foto festgehalten werden. Doch ständig scheint etwas das idyllische Bild zu trüben …

MEGATRICK

»Und überhaupt, ich mein‘, ganz ehrlich: Was soll ich mit ’ner geraden Linie, die an einem Punkt endet?« – Anne Isensee erzählt in nur einem Strich ein Gleichnis über Ziele, Erfolg, Glück und – das Leben!

GUY PROPOSES TO HIS GIRLFRIEND ON A MOUNTAIN

Die Location passt, der Skianzug auch. Vor verschneiter Kulisse möchte Daniel seiner Freundin einen Heiratsantrag machen. Ein Moment für die Ewigkeit, den sein Kumpel – in einem Take gefilmt – für immer festhalten soll. Auf dass man ihn jederzeit erneut erleben kann. Ein Plan jedoch, der ohne die Freundin gemacht wurde … (Diagonale)

PAWO

Manchmal braucht es nicht viel, damit eine kleine Heldin ganz groß wird. Ein ganz gewöhnlicher Skistock entpuppt sich hier als Zauberstab, mit dem ein gruseliges Monster von einer Sekunde auf die andere in einen freundlichen Panda verwandelt werden kann und im nächsten Moment in einen riesigen Luftballon. Das Wort »pawo« bedeutet auf Tibetisch »mutig sein«.

JAZZ ORGIE

Punkte, Linien, Flächen und Formen setzen sich in Bewegung und versinken in einer eigenen choreographischen Welt. Im Rausch der Berührung lassen sie sich mit Jazz-Klängen auf ein Farb- und Formenspiel ein, das mit einer absoluten Explosion endet.

KÖRPERGEDÄCHTNIS

Unser Körper lernt, Bewegungsmuster zu speichern, indem Bewegungsfolgen so oft repetiert werden, bis sie sich in das Körpergedächtnis eingeschrieben haben. Was wenn dieses Körpergedächtnis Lücken aufweist? Was wenn jede Handlung, jeder Schritt, jede Bewegung immer wieder aufs Neue über das denkende Gehirn abgerufen werden muss? Der Film handelt von der besonderen Auseinandersetzung mit einem »geschädigten« Körper, der all das nicht können soll, was er kann. Er erzählt die Geschichte einer Frau, die die Normalität mit ihrem Körper lebt.

ENESI M.: RENEGADE

KURZES LEBEN

KURZES LEBEN ist ein gezeichneter Film. Jede der Zeichnungen ist komplex und fein gearbeitet, ein kleines Meisterwerk. In der Folge ergeben sich überraschende Perspektivenverschiebungen, Metamorphosen und Lichtsituationswechsel, die von einem Zustand in den anderen hineinfinden, im Einklang mit der psychologischen Bewegung im Film. (…) Ein Sterntaler-Mädchen kristallisiert sich, ein fragiles Wesen, fast nackt, getrieben von Sehnsucht und Neugier auf Liebe und auf Leben. Und sie findet die Liebe, lächelt erlöst und schelmisch beim Anblick der sich kreuzenden Strahlen der beiden Liebenden. Gleich darauf wird sie abrupt vom Geliebten verlassen. (Mara Mattuschka)

Immer wieder einmal beteiligt sich die Schauspielerin und Sängerin Meret Becker an delikaten Kunstprojekten. Ausschlaggebend für ihre Mitwirkung bei der Verfilmung eines Comics der Maria-Lassnig-Schülerin Johanna Freise seien die Sexszenen gewesen. Die sind auch einprägsam: Die ruckeligen Bilder zeigen ein heftiges Boy-Meets-Girl in verschiedenen Stellungen. Ebenso stark aber dürfte Becker, die der Hauptfigur ihre Stimme leiht, sich angesprochen gefühlt haben von der melancholisch-fantastischen Stimmung des Films KURZES LEBEN, den Johanna Freise mit Daniel Šuljić nach dem gleichnamigen Comic produzierte. Bei aller düsteren Poesie fehlt nicht ein Schuss Sarkasmus: »Ich sitze im schlecht gezeichneten Bus und denke über den Tod nach«, beobachtet das Mädchen. (DER STANDARD)