SATO NO CHIHIRO
Menschen und Alltagsgegenstände in Interaktion: Im Stil eines Comics erzählt Sato Chihiro in ihrem Animationsfilm sieben kleine, miteinander verwobene Kurzgeschichten.
Menschen und Alltagsgegenstände in Interaktion: Im Stil eines Comics erzählt Sato Chihiro in ihrem Animationsfilm sieben kleine, miteinander verwobene Kurzgeschichten.
Ein Mann hat ein paar Kirschkerne verschluckt. Jetzt wächst ein Kirschbaum auf seinem Kopf und er hat deshalb allerhand Schwierigkeiten. Koji Yamamura adaptiert einen traditionellen japanischen Raguko als Trickfilm in 13.806 handgezeichneten Bildern. Ein Rakugo ist eine kurze bizarre Geschichte, die von einem Rakugo-Spieler, der in die verschiedenen Rollen schlüpft, üblicherweise ohne musikalische Begleitung interpretiert wird. Yamamuras Filmadaption allerdings wird von Takeharu Kunimoto auf dem Schamisen, einem japanische Saiteninstrument mit drei Saiten, begleitet. MOUNT HEAD wurde bei den Oscars 2003 als Best Animation Short Film nominiert, gewann sechs Hauptpreise auf internationalen Filmfestivals und erhielt unzählige weitere Auszeichnungen.
Frau KABAGOdZILLA hat eine Tochter, deren Arme und Beine ihren eigenen gleichen. Als die Mutter ins Krankenhaus muss, erinnert sich die Tochter an die zurückliegende Zeit und versucht zu erahnen, was auf sie zukommen wird.
Recherchen im Institut für iPS-Zellforschung und Anwendung (CiRA) der Universität Kyoto inspirierten den Videokünstler Yuki Hayashi zu einem Science-Fiction-Monolog über das Verhältnis zwischen dem Innen und dem Außen, Mensch und Tier. Protagonist des Films ist ein Glaskünstler, der sich einer Transplantation eines Organs unterzieht, das im Körper eines Schweines gezüchtet wurde. Im Krankenhaus wird er von einem Freund gebeten, nach seiner Genesung ein Gefäß aus einem Stück Fensterglas aus dessen altem Haus herzustellen. Während er das Material bearbeitet, reflektiert er über die Parallelen zwischen der Transplantation und dem handwerklichen Prozess und über die Veränderlichkeit der Aggregatzustände.
Alle 66 Jahre kommt eine Zikade aus der Tiefe der Erde und klettert hoch hinauf auf einen Baum, um sich dort zu häuten. So geht das seit Ewigkeiten. Aber dieses Mal ist es anders … Mit dem Monolog dieses Insekts ist dem japanischen Animationsfilmer Isamu Hirabayashi eine der prägnantesten und schonungslosesten Reaktionen auf die Katastrophen von Hiroshima, Nagasaki und Fukushima gelungen. (DOK Leipzig)
In sanft fließenden Linien und gedämpften Tönen wird Körperlichkeit angedeutet, lasziv langsame Bewegungen verführen halb geschlossene Augen. Ein Hauch, eine Anspielung oder zwei Kniepaare, die sich beinahe berühren: Eine sinnliche Spannung baut sich auf und hält sich in der Schwebe. Slow Food fürs Auge. (Fantoche)
Ein Mädchen tötet unabsichtlich zwei Marienkäfer. Von Schuldgefühlen überwältigt, beginnt sich ihre Wahrnehmung zu verändern. Akino Kondoh verwandelt in LADYBIRD’S REQUIEM eine alptraumhafte Vorstellung aus Kindheitstagen in die nostalgischen Erinnerungen einer Erwachsenen. Für ihre märchenhaften Illustrationen mischt sie Bleistift und Acrylfarben, um sie anschließend mit Photoshop zu wunderschönen visuellen Schwarz-Weiß-Schatzkisten zu veredeln.
Omas machen die Straßen von Osaka unsicher, jagen im Supermarkt Rabatten hinterher und genießen das Pensionistinnenleben. Ihr Markenzeichen: Dauerwelle und Raubtierprint. Seit 2012 rockt die wohl älteste Girlgroup – Obachaan – Japan und das Internet. Mit diesem Musikvideo stellte man sich der Welt vor.
Basierend auf ihren eigenen Erfahrungen als asiatische Frau, die in einem westlichen Land lebt und vielfach mit fetischisierten und vorurteilsbehafteten Vorstellungen der Männer konfrontiert ist, denen sie begegnet, lebt Yoshida Kaho in ihrem Filme eine Fantasie aus: Sie zum Schweigen zu bringen. Die Zunge als ein Organ, das Lust empfangen und spenden kann, ist für sie der zentrale Schlüssel zur Selbstermächtigung.
Shikato ist eine ganz spezielle Sorte Elch: immer stur geradeaus unterwegs. Zu sehen ist eine kleine Auswahl aus 135 kurzen Episoden rund um die verrückten Bergbewohner*innen mit denen das japanische Animationsstudio UrumaDelvi im legendären Kinderprogramm UGO-UGO-LUGHA vor rund 25 Jahren für Begeisterung sorgte. Die Elche marschieren seitdem fröhlich durch das Internet.