Bei Marta Pajek ist der häusliche Raum ein lebendiges, atmendes, sich ständig veränderndes, bewegliches Ding. Das Haus einer Frau wird zu einem chaotischen Traumraum, der sich jeder Logik entzieht. In der Küche versucht sie frustriert zu verhindern, dass die zerbrechlichen Hühnereier herunterfallen und von einem seltsam schrägen Tisch brechen. In ihrem sich verändernden Korridor wechselt das Tapetenmuster von monochromatisch und geometrisch zu Frauengesichtern – still, zum Schweigen gebracht, versteckt – und mutiert in Adern zu leuchtend roten, erotischen, vulvischen Blumen, die aus den Wänden erblühen. In ihrem Schlafzimmer materialisieren sich die Erinnerungen an frühere Liebhaber in körperlicher Form aus ihrem Schrank, um wieder hineingedrängt zu werden. Blumen verwelken an den Wänden, der Raum verändert sich, verführerische neue Blumen erblühen und verwandeln sich dann in hohe Gräser, die sie umhüllen. Sie findet sich schließlich in einem Tanzlokal wieder, wo die Paare langsam tanzen und beim Liebkosen zu einem Körper verschmelzen. Die Männer attackieren ihre Partnerinnen mit Gewalt. Das Haus verschiebt sich und verschmilzt mit dem Boden. Sie ist nun allein mit einem Ei, aus dem eine überraschende Kreatur schlüpft. Die Frau blickt uns an, sie lächelt. Sie hat wieder die Kontrolle. (Abigail Addison)