A STORY FOR THE MODLINS

Eine Nebenrolle in Roman Polanskis ROSEMARY’S BABY sollte der traurige Höhepunkt von Elmer Modlins Schauspielkarriere sein. Danach verlässt er mit seiner Frau Margaret und Sohn Nelson die USA. In Madrid führen sie für die nächsten 30 Jahre in einer großzügigen Wohnung ein zurückgezogenes Leben. Margaret widmet sich voll und ganz ihrer Kunst. Elmer glaubt an sie. Und Nelson muss für die riesigen, symbolträchtigen Bilder posieren. Anhand von Fotos und Videomaterial, das nach dem Tod der Modlins in einer Kiste auf der Straße gefunden wurde, rekonstruiert Sergio Oksman ihr geradezu schauerliches Schicksal und vollzieht dabei eine interessante Gratwanderung zwischen Fiktion und Wirklichkeit.

Zu unheimlich, zu traurig und zu gut ist diese Geschichte, um erfunden zu sein. ROSEMARY’S BABY in fast forward gibt dabei prophetisch den Ton an: von der Schauspielkarriere, die nicht werden will, von religiösem Eifer und seltsamen Dingen, die hinter Vorhängen geschehen. Bis zuletzt geheimnisvoll bleibt diese aus Puzzlesteinen meisterlich montierte Skizze. Und die Pointe: Der Zufall und ein fremder Künstler schenken den Modlins die Anerkennung, nach der sie sich zeitlebens sehnten. (Viennale)

METAMORPHOSIS

Tierpräparate kleiden die Wände der Wohnung der Mutter ebenso, wie Zweifel die Seele. Ein Mann in seinen Dreißigern beschließt, sich von seinen inneren Dämonen zu befreien. – Verfilmung einer Novelle von Pablo Lukas.

KEINE ANGST VOR KROKODILEN

In einem fernen Land lebt ein Krokodil, das einfach nicht gerne auf die Jagd geht. Viel lieber komponiert es auf seiner Flöte wunderbare Musik …

MAXIMUM PENALTY

Ein staubiger Ascheplatz irgendwo in Katalonien. Der Trainer der Fußball-Lokalmannschaft muss sich entscheiden: Steht er seiner Elf beim alles entscheidenden Match bei oder geht er zur Beerdigung seines Vaters? Die Familie kann für seinen Konflikt kein Verständnis aufbringen. Schwarzhumoriges One-Shot-Wunder (ohne einen einzigen Schnitt!) über die kompromisslose Liebe zum Spiel von Cannes-Preisträger Juanjo Giménez Peña.

TIMECODE

Luna und Diego arbeiten als Security-Angestellte. Doch sie streifen einander nur flüchtig: Diego macht die Nachtschicht in der Parkgarage eines Wohnhauses, Luna arbeitet am Tag. Eines Tages eröffnet ein unvorhergesehenes Ereignis neue Möglichkeiten der Kommunikation … TIMECODE wurde in Cannes 2016 mit der Goldenen Palme für den Besten Kurzfilm ausgezeichnet und 2017 für den Oscar in der Kategorie Bester Kurzfilm nominiert.

CHARCOS

Ein Junge wird von seiner Mutter vor der großen Pause aus der Schule abgeholt, die Fahrt geht ins Ungewisse. Meditation in Schwarzweiß-Fotografien und -Videoaufnahmen über das Ende einer Kindheit, das durch die erste Berührung mit Vergänglichkeit markiert wird.

BIRDBOY

Ein schrecklicher Industrieunfall verändert das Leben der kleinen Dinki für immer. Jetzt hängt ihr Schicksal an den Schwingen ihres exzentrischen Freundes Birdboy, einem Sonderling, der sich im Wald verborgen hält, wo er seinen düsteren Fantasien nachhängt. – Dystopischer Kurzfilm-Trip nach der Graphic Novel PSICONAUTAS von Alberto Vázquez, der die Grundlage für die Langfilmadaption des Stoffes bildete.

LAATASH – THIRST

Egal wo, Wasser ist eine wichtige Ressource und wird es zunehmend immer mehr. Die Sahrawi-Frauen, die in der Westsahara leben, wissen das am besten: Sie sind jeden Tag mit dem »Durst der Hamada«, dem Fluch der Wüste, konfrontiert. In unterschiedlichen Flüchtlingslagern der Region organisieren sie entsprechend den Bedürfnissen jeder einzelnen Familie die Verteilung der kostbaren Flüssigkeit. Allerdings gibt es noch einen Durst in ihren Kehlen, für den sie kaum Linderung finden: Der Durst nach einem Leben in Frieden, Freiheit und Normalität. LAATASH – THIRST erzählt einfühlsam und poetisch über einen langjährigen Konflikt und über starke Frauen, die ein Leben in der Wüste möglich machen.

Nominiert für den International Shorts Award (ISA) der ethnocineca 2020.

YO NO VEO CRISIS

Ein Urlaubsfilm im weitesten Sinn: über Spanien, das Land mit kolportierten neunzig Prozent Staatsverschuldung und eklatanter Jugendarbeitslosigkeit. Von Gesprächen und Beobachtungen inspiriert, formulieren die Reisenden eine geist- und witzreiche Geschichte der Ungleichgewichte – eine sinnliche Annäherung an das, was in den Medien gerne unter dem abstrakten Begriff »Krise« subsumiert wird. (Diagonale)

HOW TO BE A MERMAID

Eine Meerjungfrau erlangt Kontrolle über den negativen Archetypen eines weiblichen Wesens, an dem sie seit Jahrhunderten gemessen wird. Filmemacherin Nur Casadevall: »This video is a tribute to what the sirens meant to me before I grew up.«