TINTENKILLER

»Hier ist ein Toter. Steinweg 7. Vermutlich Gewalt.« Ein Mord und dessen Aufklärung durch die Kriminalermittler*innen. Wäre es doch bloß so einfach. – 2010 feierte die Fernsehserie »Tatort« ihren 40. Geburtstag: Keine andere Produktion hat ein Genre so geprägt und ist über einen so langen Zeitraum Inbegriff deutscher Populärkultur gewesen. Veronika Schuberts Found-Footage-Animation TINTENKILLER schöpft aus diesem reichen Reservoir. Phrasen werden aus dem Zusammenhang gerissen, wiederholt und entstellt. Die konsequente Reduktion der Kommunikation erfährt durch die mit Tinte und Löschstift verfremdete Bildebene ihr visuelles Äquivalent.

NOCTUELLE

Noctuelle kreiert Schmetterlinge, die Träume zu den Menschen bringen. Die Fledermaus führt etwas anderes im Schilde.

JIRO UND MIU

Jiro und Miu haben zusammen schon einige Abenteuer erlebt – und den beiden ist dabei keine Idee zu verrückt. Dieses Mal soll es hoch hinaus gehen: Jiro möchte fliegen!

DIE NEUE ART

Drei Kinder finden einen rätselhaften Knochen. Zu welchem Geschöpf kann er nur gehören?

GRAFFITIGER

Ein einsamer Graffitiger streift über die Wände und Fassaden Prags. Die geheimnisvolle, mit Graffiti versehene Stadt wird zum Dschungel, in dem der Tiger seine verloren geglaubte Liebe sucht.

SH_T HAPPENS

Ein Hausmeister kurz vor dem Burnout, seine gelangweilte Frau und ein deprimierter Hirsch stehen im Mittelpunkt einer Verkettung absurder Ereignisse in einem Wohnblock. Nach dem Prinzip »Was wäre, wenn …?« spielen David Stumpf und Michaela Mihalyi auf gewitzte Weise die Beziehungskonstellationen dieses ungewöhnlichen Trios durch.

LOVE, DAD

Eine junge Frau hält nach langer Zeit erneut Briefe in der Hand, die ihr Vater ihr vor fünfzehn Jahren geschrieben hat, als er im Gefängnis saß. Seine Worte sind voller Liebe und Zuneigung: So nah seien sie sich danach nie wieder gewesen, resümiert die Tochter heute. Was ist passiert? Das versucht sie, in einem Brief an ihn zu beantworten, und schreibt auf, was bislang nicht gesagt werden konnte. Die komplexe Beziehung zwischen Vater und Tochter in Form eines fragmenthaften Animationsfilms. (DOK Leipzig)

JOYFUL FLAME

JOYFUL FLAME liefert eine gänzlich neue, genderpolitische Lesart des Begriffs »Hybridfilm«. Ausgerechnet ein Cowboy, die heteronormativste Figur der Filmgeschichte, dient Ezra Šimek als Verkörperung einer traumartigen Held*innenreise hin zu einem sich verflüssigenden Geschlechterbild. Statt wilde Pistolenduelle auszutragen, vereint sich dieser Cowboy mit einer Hexe, und gemeinsam begraben sie und der Film traditionelle Geschlechterrollen und unterdrückende Weltmodelle. (Diagonale)

CARROUSEL

Eine junge Frau folgt in ihrem Tagesablauf einer genauen Routine, ein sehr gut organisierter persönlicher Mikrokosmos. Doch Neuankömmlinge, die sich schließlich auch noch verlieben, bringen diese Routine durcheinander. Da sie diese Störung als einen persönlichen Angriff empfindet, zieht sie sich in sich selbst zurück, entschlossen, ihre Lebensweise zu verteidigen.

ROMA BOYS, THE LOVE STORY

Der Wunsch, seine komplizierte Geschichte mit anderen zu teilen, veranlasst David dazu, ein Drehbuch über sein Leben zu schreiben. Über eine Internet-Plattform lernt David seinen Freund kennen. Er stammt aus einer Roma Familie, die außerhalb von Prag streng nach den Traditionen lebt. Auch Davids Ansehen als Aktivist in der Roma Community ist durch sein Coming-out gefährdet. In diesem witzigen und hintersinnigen Film im Film wirft Rozálie Kohoutová einen Blick auf eine dreifache Diskriminierung: von Rom*nja, von queeren Menschen und von queeren Romn*ja innerhalb der Romn*ja Community.