MY YEAR OF DICKS

Wir schreiben das Jahr 1991. Teenager Pam hat große Lust, zum ersten Mal Sex zu haben, und gibt sich alle Mühe, das Vorhaben binnen eines Jahres umzusetzen. Die Auswahl an potentiellen Partnern ist groß – Goths, Skater, Indie-Film-Snobs, Straight-Edge-Poseure –, aber die Anbahnungen verlaufen eher enttäuschend. Zum Glück gibt es dann noch den besten Freund an ihrer Seite, die sie davor bewahren will, verletzt zu werden. Basierend auf der Autobiografie von Pamela Ribon »Notes to Boys: And Other Things I Shouldn’t Share in Public«, ist MY YEAR OF DICKS vor allem für jene, die damals dabeigewesen sind, ein stimmungsvoller Trip zurück in die 1990er. Ein Großteil des Films wurde im Cel-Shading-Verfahren mit echten Schauspieler*innen erstellt, die auch die Synchronisation übernahmen. Regisseurin Sara Gunnarsdóttir lud mehrere Animationskünstler*innen ein, die jeder der fünf kurzweiligen Episoden ihren eigenen Stil verliehen. 2023 wurde MY YEAR OF DICKS in der Kategorie Best Animated Short Film für den Oscar nominiert.

DRAMATIC RELATIONSHIPS

Dustin Guy Defa bricht Dreharbeiten zu »dramatischen Beziehungsszenen« mittels Regieanweisungen auf undramatische Weise herunter und entlarvt pointiert die (Macht-)Verhältnisse zwischen Schauspielerinnen und Regisseur.

TEAT BEAT OF SEX

Vaginalflüssigkeit, Penisneid, Masturbation, ältere Liebhaber, überstürzte Ehen und die Frage, ob Größe eine Rolle spielt: 15 Lektionen über Sex aus weiblicher Perspektive in Signe Baumanes rasanter, ausgesprochen unterhaltsamer und informativer Trickfilmserie lassen vor Freude über so viel gelebte Consent Culture die Röte ins Gesicht steigen. Aufklärungsfilm für Erwachsene, wie’s besser nicht geht.

MORE HAPPINESS

Eines Abends am Küchentisch fragt sie ihre Mutter um Rat. »Du brauchst keinen Rat, du bist schon klug genug«, antwortet diese. Zart wie in einer Skizze verweben sich die Erinnerungen an eine vergangene Liebe mit der Sehnsucht nach ihr. In ihrem Kurzfilm erzählt Livia Huang auf einfühlsame Weise von einem Mutter-und-Tochter-Verhältnis und wie unterschiedlich die Definition von Glück sein kann.

A WEEK WITH AZAR

Das Reiseverbot, das Donald Trump 2017 gegen sieben muslimische Länder durchsetzte, verwehrte der damals in Seattle lebenden Iranerin Azar die letzte Begegnung mit ihrer kranken Schwester. In einer Mixtur aus Doku, Essay, poetischem Tagebuch und Fotoroman, die Azar symbolischen Widerstand und gedanklichen Ausbruch in die Heimat gestattet, erzählt A WEEK WITH AZAR von den persönlichen Nachwirkungen politischer Entscheidungen. (Diagonale)

OUT AGAIN

Cat und Liz sind frisch verheiratet und treten an, um Cats Eltern die frohe Kunde zu überbringen. Wäre da bloß nicht die Alzheimer-Erkrankung von Cats Mutter, die sie ausgerechnet die wirklich wichtigen Details im Leben ihrer Tochter vergessen lässt …

Mit Fingerspitzengefühl und entwaffnender Offenheit findet die New Yorker Comedienne Robin Cloud in ihrem Regiedebüt den richtigen Ton, um eine nicht unkomplizierte Situation humorvoll und leichtfüßig aufzulösen. Nebenbei wird gnadenlos wie gründlich mit gleich einem ganzen Bündel an Klischees aufgeräumt. – »Based on a deeply personal experience.« (Robin Cloud)

STREETCAR NAMED PERSPIRE

Wie kaum eine zweite Filmemacherin versteht es Joanna Priestley unterschiedliche Lebensabschnitte von Frauen ironisch in Szene zu setzen. STREETCAR NAMED PERSPIRE handelt von der Achterbahnfahrt durch eine der großen Übergangszeiten des Lebens, voll Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen und vorübergehender Verwirrtheit.

I, CANDY

Candy Kugel kann auf eine unglaubliche Karriere im Animationsfilm zurückblicken und ist zweifellos eine der umtriebigsten Protagonist*innen der Branche. Sie hat fast ein halbes Jahrhundert lang Animationsfilme für Werbung, Fernsehen und Spielfilme produziert und nachfolgende Generationen inspiriert – und endlich die Zeit gefunden, die Geschichte ihres eigenen Werdegangs, selbstverständlich in Form eines Animationsfilms, zu erzählen.

THE BREATHTAKING COURAGE OF HARRIET TUBMAN

Harriet Tubman (1822–1913), geboren als Araminta Ross, entkam der Sklaverei und wurde eine führende Persönlichkeit in der abolitionistischen Bewegung. Sie diente während des Bürgerkriegs auch als Spionin für die US-Armee und beteiligte sich aktiv am Kampf um das Frauenwahlrecht. Die bewegte Geschichte ihres Lebens illustriert Yan Dan Wong in Zusammenarbeit mit TED-Ed und Janell Hobson, Professorin für Women’s, Gender and Sexuality Studies an der University at Albany.

EAT MY MAKEUP!

Fünf einnehmende Fräulein – darunter Filmregisseur George Kuchar und Marie Losier selbst – picknicken auf dem Dach eines Warenhauses im bezaubernden Long Island City, wo sich ein Wald von Wolkenkratzern am Fluss entlang erstreckt. Zu den Klängen von Wanda Jackson eskaliert der dialoglose Film schließlich, als ein Schwarm Fliegen die ausgelassene Zusammenkunft stört.