WHILE DARWIN SLEEPS

Es gibt weltweit geschätzte 10 Millionen Arten von Insekten, von denen nur rund 1 Million identifiziert ist. Die Kollektion des Schweizer Kunstmalers und Entomologen Walter Linsenmaier (1917-2000) umfasst etwa 250.000 davon. Paul Bush zeigt mit 3.000 Insekten, von denen jedes in einem einzigen Einzelbild »eingefangen« wird, einen winzigen Ausschnitt aus den riesigen Sammlungsbeständen in einem hypnotischen Strom.

OUTSIDE IN

Von außen nach innen und umgekehrt: In Kollaboration mit Margaret Williams (Regie) choreografiert Victoria Marks einen Tango für sechs Tänzer*innen der CandoCo Dance Company, der den Eindruck kontinuierlicher Bewegung erzeugt. Klänge und Spuren im Sand führen durch einen berauschenden Strom von Bildern, Eindrücken und Entdeckungen. OUTSIDE IN wurde unter anderem mit dem Screen Choreography Award von Dance Screen, mit dem Prague d’Or, der Golden Antenna of Bulgaria und dem Film Board of Canada Creativity Award ausgezeichnet.

THE BIG SOFA

Die ganze Familie schläft vor dem Fernseher, als der Soundtrack eines Films alle aus dem Schlaf reißt und in seinen Bann zieht. Preisgekrönte Tanzfilm-Kollaboration mit Film-noir-Anleihen der britischen Künstler*innen Deborah Tiso (Regie und Choreographie), Filippo Maria (Kamera), Tim Barker (Sound Design) und Funki Porcini (Komposition).

MATERIAL BODIES

»I’d love to be able to shift to viewing my prosthetics as an accessory. I want to be able to make them look badass.« Durch die Verflechtung von Tanz und Gespräch untersucht der mehrfach preisgekrönte Kurzfilm MATERIAL BODIES auf sinnlich-cineastische Weise die Beziehung von fünf Künstler*innen zu ihren amputierten Gliedmaßen und Prothesen: Im Alltag stets eine Unterstützung wie auch Blickfänger, kann die Prothese aber auch Teil der eigenen Identität, Freund*in oder Tanzpartner*in sein – und allem voran auch ein Mittel zur Selbstentfaltung.

FOUR YEARS FROM NOW WALKING WITH MY DAUGHTER

Ein Liebesbrief an die Landschaft von Northumberland, wo ein Vater seine neugeborene Tochter auf einen imaginären Spaziergang mitnimmt.

DEAF MUGGER

Ein äußerst amüsanter Sketch über einen gehörlosen Räuber, sein Opfer und eine Gebärdensprachdolmetscherin, die etwas hilflos zwischen den beiden steht. Was passiert eigentlich, wenn ein gehörloser Mensch für ein Verbrechen eine Übersetzerin bucht? Dienst nach Vorschrift?

AFFAIRS OF THE ART

Wie viele Obsessionen kann eine Familie haben? Beryl offenbart ihre eigene Obsession zum Zeichnen sowie jene ihrer exzentrischen Familie – darunter das Einlegen von Lebensmitteln, das Drehen von Schrauben und das Präparieren von Haustieren. – Die Anti- und Alltagsheldin Beryl begleitet die britische Animationsfilmkünstlerin Joanna Quinn bereits seit ihrem allerersten Film »Girls Night Out« (1987).

MY HEART WILL GO ON

»Beep beep. Downstream occlusion. Sharp scratch. There is a lady next door who giggles every now and then at nothing at all. Will other people’s visitors PLEASE stop using the ward commode as a chair? Non urgent, wait and see. We’ll stay forever this way. You are safe in my heart and my heart will go on and on (and if it doesn’t beep beep beep). Normal pulse range 60-100 beats per minute. Normal respiratory rate 12-20 breaths per minute.« – Die britische Künstlerin Lizzy Rose dokumentiert und publiziert in vielfältigen künstlerischen Arbeiten die Erkrankung, die ihr Leben begleitet.

PEAR CIDER AND CIGARETTES

Ein überraschender Anruf macht Robert Valley die problematische Beziehung zu seinem Jugendfreund Techno wieder präsent: Dieser wartet in einem Krankenhaus in Shanghai auf eine Lebertransplantation und soll dazu überredet werden nach Vancouver zurückzukehren. Zugleich abgestoßen von Technos Hang zur Selbstzerstörung und fasziniert von seinem Charisma, macht sich Valley, der Techno seit Jahren nicht mehr gesehen hat, auf die Reise. Die Erlebnisse verarbeitet der Künstler, der u.a. das Artwork der Band Gorillaz geprägt hat, in der Graphic Novel PEAR CIDER AND CIGARETTES. Der darauf basierende, durch eine Crowdfunding-Kampagne finanzierte Animationsfilm brachte Valley 2017 eine Oscar-Nominierung ein (Best Animated Short Film).

THE BIGGER PICTURE

»You want to put her in a home, you tell her!« Anhand lebensgroßer Figuren erzählt Daisy Jacobs mit subtilem Witz und Wärme die Geschichte zweier Brüder, die sich um ihre alternde Mutter kümmern. In gemalten, ebenfalls lebensgroßen Sets nimmt die Auseinandersetzung mit einer Situation, mit der jede*r zwangsläufig eines Tages konfrontiert sein wird, Gestalt an.

THE BIGGER PICTURE war 2015 für den Oscar in der Kategorie Bester animierter Kurzfilm nominiert, gewann den BAFTA-Award in der Kategorie Bester animierter Kurzfilm bei den 68. British Academy Film Awards und wurde mit dem Cartoon d’Or ausgezeichnet. Auf der Website zum Film ist ein spannendes Making of zu sehen.