KNÖPFE

Knöpfe sind kullerrund, bunt und wunderbar verrückt. Eine Liebeserklärung an unsere vielseitigen Begleiter.

EDMOND

Edmonds Verlangen nach Liebe und Nähe ist groß – vielleicht zu groß. Alleine, am Ufer eines Sees, denkt er über seine Möglichkeiten nach und geht auf der Suche nach dem Ursprung seiner Sehnsucht in Gedanken zurück zu den prägenden Momenten seines Lebens. Die niederländische Animationsfilmregisseurin Nina Gantz wurde für ihr Puppentrickdebüt 2016 unter anderem mit dem britischen Filmpreis BAFTA für den besten kurzen Animationsfilm ausgezeichnet.

HURENKIND & SCHUSTERJUNGE

Ein Gedicht in der gemeinsamen Muttersprache verbindet Finder und Verfasserin im großstädtischen Treiben Londons. Beide kämpfen mit unterschiedlichen Problemen. HURENKIND & SCHUSTERJUNGE begleitet zwei verlorene Seelen auf ihrer Suche nach Geborgenheit in der Fremde – bereit für einen Neuanfang. (Diagonale)

COMING OUT

Ein Teenager bringt endlich den Mut auf, sich gegenüber seiner Mutter zu outen. Warum versteckt er »schmutzige« Magazine und Videos in seinem Zimmer? Was wird sein Vater zum Coming-out sagen? Überraschende Enthüllungen bergen neue Chancen fürs Familienleben in diesem witzigen Kurzfilm über die Identitätsfindung eines gehörlosen Menschen.

THE PERSISTENT RESISTANCE OF VISION

Die Katze als optische Täuschung. Auf dem Thaumatrop wird sie eins mit ihrer Beute, während der filmische Mechanismus lustvoll auseinanderseziert wird.

THE LINGUISTS

Anna Bunting-Branch lädt uns in eine alternative, frauenzentrierte Welt ein. Es ist, als würden wir in eine Séance geführt, um die Funktionsweise eines Zirkels zu sehen, einer Gemeinschaft von Frauen, die sich mit einer neuen Art des Diskurses verständigen. »Wir wollen sprechen, aber es gibt viele Worte, die uns fehlen. Wir wollen reden, aber wir können nicht.« Anna Bunting-Branch vermittelt uns die Sprache von Láadan, sowohl gesprochen als auch auf einem Computerbildschirm präsentiert. (Láadan war eine »Frauensprache«, die in den 1980er Jahren von der Science-Fiction-Autorin Suzette Haden Elgin konstruiert wurde.) Die Worte, die wir lesen und hören, sprechen von Liebe, Wärme, Berührung, Kreativität und Fruchtbarkeit. In der gesamten Erzählung gibt es weibliche, yonische, sexuelle Motive – Lippen, Blumen, Zungen, Finger, Blut. Eine körperlose, nackte Statue einer weiblichen Gestalt wird aus der Kunstgeschichte zurückerobert und erhält durch Lippenstiftküsse ebenfalls eine Stimme – sie weigert sich zu schweigen. (Abigail Addison)

THE COST OF LIVING

Cromer an der Küste Norfolks ist ein typischer, altmodischer und verblasster Ferienort. Die Sommersaison geht zu Ende und Eddie und David hat ihre Arbeit als Straßenkünstler desillusioniert zurückgelassen. Eddie ist direkt, scheut keine Konfrontation und kämpft für seinen Glauben an das Gerechte und die Ehrlichkeit. David ist ein Tänzer ohne Beine; ihm zuzusehen bedeutet, die eigenen Vorstellungen von Perfektion zu hinterfragen. Ruhig und bestimmt achtet er darauf, dass ihm seine Behinderung und gesellschaftliche Vorurteile nicht in die Quere kommen. Eine Reihe von lose verknüpften Szenen zeigt, wie die beiden leben, in und aus Beziehungen gleiten und von Tag zu Tag überleben.

Lloyd Newsons Tanzstück THE COST OF LIVING, das von ihm wie einige seiner Werke für die Leinwand adaptiert wurde, ist ein Meilenstein in einem konzisen Œuvre, das an der Grenze von Tanz und Theater den Finger stets in gesellschaftliche Wunden legt. Newsons Compagnie DV8 Physical Theatre wurde 1986 in London gegründet, wobei der Abkürzung DV8 sowohl für »Dance« und »Video« im Super 8 Format steht (da die Tänzer*innen auch mit Filmelementen arbeiten) als auch für »deviate« (engl. abweichen).

COMMON ROOM

Basierend auf dem gleichnamigen Spoken-Word-Poem von Talia Randall, bündeln 13 Animationsfilmemacher*innen ihre individuellen Stile in einer Geschichte, die sehr persönliche aber auch universelle Erfahrungen Heranwachsender thematisiert.

I SIGNED THE PETITION

Soll Radiohead in Tel Aviv das Konzert geben, an dem sich in der Fangemeinde die Geister scheiden, oder sollte die Gruppe sich besser dem Boykott anschließen, der von der BDS-Bewegung (Boycott, Divestment, Sanctions) forciert wird? Nach der Unterzeichnung einer Petition, die fordert, dass Thom Yorkes Band nicht in Israel spielt, beschließt der angstgeplagte Unterzeichner, einen in London lebenden palästinensischen Freund anzurufen. (Giona A. Nazzaro)

MISH + GRAHAM

Wir schreiben das Jahr 2032. Die Connect App hat alles verändert: Sie könnte die Antwort auf die Krise der Sozialfürsorge sein – oder der Beginn der Kommerzialisierung der Pflege. Nathan Crossan-Smiths Zukunftsvision MISH + GRAHAM erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freund*innenschaft zwischen zwei Fremden in vier Begegnungen, die zwischen Gebärdensprache (BSL) und gesprochenem Englisch wechseln.