YOU CAN TAKE THE STREETS AND RULE THEM BECAUSE WE ARE OF THE SKY

»If I can’t dance, I do not want to be part of your revolution.« Der Filmemacher Eduardo Menz und der Choreograf Patrick Lloyd Brennan haben das Statement der Friedensaktivistin Emma Goldman aus dem Jahr 1931 über ihre Arbeit gestellt: eine formal stringente Hommage an die Menschen, die für die Revolutionen der jüngeren Vergangenheit auf die Straße gegangen sind.

FILMSTRIPE

Aufregung im Projektionsraum: Der Filmstreifen hat sich inmitten der Vorstellung verheddert! Der Filmvorführer hat keine Zeit zu verlieren, es muss unbedingt vor dem Wechsel der Spule repariert werden. Er behält die Nerven – und erklärt seinem Lehrling dabei auch noch jeden Handgriff, gewürzt mit Anekdoten. In knapp 18 rasanten, in Echtzeit gedrehten Minuten entspinnt sich ein Wettlauf gegen die Zeit und ein wahrer Kino-Thriller. Leidenschaftliche Hommage an eine im Zeitalter der Digitalisierung vom Aussterben bedrohte Handwerkskunst.

HOLY FUCK: RED LIGHTS

Zum Soundtrack der kanadischen Rockband Holy Fuck wird eine der spannendsten Szenen der Filmgeschichte neu besetzt (und das nicht zu ihrem Nachteil): die legendäre Autoverfolgungsjagd aus Peter Yates‘ »Bullitt« von 1968.

WASH DAY

In ihrem mehrfach preisgekrönten Dokumentarfilm WASH DAY erkundet die kanadische Filmemacherin Kourtney Jackson auf körnigem Filmmaterial, wie im Waschen der Haare und des Körpers etwas zutiefst Privates politisch ist. Schon in jungen Jahren wird Schwarzen Menschen beigebracht, dass Haare nicht einfach etwas sind, was auf dem Kopf sitzt: Sie sind ein Spiegelbild des Selbstbildes, der Gemeinschaft und der Herkunft – von der weißen Welt stigmatisiert und kriminalisiert. Während sie sich auf den Tag vorbereiten und Rituale der Körperpflege und der Selbstfürsorge vollziehen, reflektieren drei junge Schwarze Frauen über die öffentliche Wahrnehmung ihres Schwarzseins: Haarewaschen oder das Auftragen von Make-up als bedeutsame Wiederbegegnung mit dem Körper, bevor und nachdem man sich mit der Politik der eigenen äußeren Erscheinung auseinandergesetzt hat.

LONGHAND

Amanda, eine gehörlose junge Frau, verfolgt zielstrebig ihren Traum von der Karriere beim Militär. Ihr Partner Ben, mit dem sie gemeinsam für die Aufnahmetests trainiert, hat ihr etwas zu beichten, was ihre Beziehung in Frage stellen wird.

SQUAD LEADER TD-73028 SOLILOQUY

Sein oder nicht Sein: Auf den Spuren von Shakespeares Hamlet schickt Maxime-Claude L’Écuyer einen melancholischen Stromtrooper in die Wüste, um den Sinn des Lebens zu hinterfragen. SQUAD LEADER TD-73028 SOLILOQUY verpflanzt den wohl bekanntesten Monolog der Theatergeschichte auf Tatooine und eröffnet dadurch durchaus neue Einblicke in das Star-Wars-Universum.

THERE’S A FLOWER IN MY PEDAL

Die Lebensgeschichte eines in der Garage abgestellten Fahrrads wird in Form einer Collage aus Musik, Text, Dokumentation und Animation zum philosophischen Fahrradtrip über den Sinn des Lebens.

TONGUE

Basierend auf ihren eigenen Erfahrungen als asiatische Frau, die in einem westlichen Land lebt und vielfach mit fetischisierten und vorurteilsbehafteten Vorstellungen der Männer konfrontiert ist, denen sie begegnet, lebt Yoshida Kaho in ihrem Filme eine Fantasie aus: Sie zum Schweigen zu bringen. Die Zunge als ein Organ, das Lust empfangen und spenden kann, ist für sie der zentrale Schlüssel zur Selbstermächtigung.

I LIKE GIRLS

Charlotte, Mathilde, Marie und Diane erzählen intime und witzige Geschichten von der ersten Liebe, von einseitiger Schwärmerei, gegenseitiger Anziehung und erotischen Momenten. Ihr sexuelles Erwachen geht Hand in Hand mit der Entdeckung, andere Frauen zu begehren – und mit einem freudvollen neuen Selbstbewusstsein. Drei Episoden über Wonder Women, Cowgirls & Co. aus dem Comic J’AIME LES FILLES der kanadischen Comiczeichnerin und Filmemacherin Diane Obomsawin alias OBOM.

MATHILDE AND THE LOVE ROOM

In ihrem Vorgarten hat die kettenrauchende Krankenschwester Madame Mathilde ein kleines Häuschen errichtet, das sie als »Love Room« Obdachlosen zur Verfügung stellt. Ohne feste Bleibe ist es eben schwierig, einen geeigneten Platz für ein Schäferstündchen zu finden. Aber auch Einzelpersonen suchen im Love Room Zuflucht, um einmal eine Nacht lang ungestört zu sein. (ethnocineca)