SECOND TO NONE
Frederick Butterfield hat genug davon immer der Zweite zu sein. Als er der zweitälteste Mensch der Welt wird, schmiedet er einen Plan. Denn es fehlt nur noch ein winziges Stück zum Ziel.
Frederick Butterfield hat genug davon immer der Zweite zu sein. Als er der zweitälteste Mensch der Welt wird, schmiedet er einen Plan. Denn es fehlt nur noch ein winziges Stück zum Ziel.
Billy, in mittlerem Alter, schwul und körperlich behindert, lebt alleine – aber fühlt sich nicht minder isoliert, wenn er unter Leuten ist. Der ihm nächste Mensch ist sein Assistent Craig, der ihn täglich besucht, ihm bei den Arbeiten im Haus und beim Baden hilft. Billy wünscht sich nichts sehnlicher als eine Beziehung, und so streift er durch die Stadt, auf der Suche nach Intimität …
Eine kurze Folge von Split Screens versammelt Frauen in Ausnahmezuständen: aufgerissene Augen, hochgeworfene Arme, Schreie, eckige Augenbrauen, fassungslose Münder, liegend laufend stehend aufspringend. Emotionale Extremmomente, gesucht und gefunden in Stummfilmen der 1920er Jahre. Wut, Empörung, Schmerz, Schrecken, Angst und Abscheu: ein Kaleidoskop prototypischer Affekt-Gesten, freigelegt von allen narrativen Zusammenhängen. Die Emotionspaare verstärken sich gegenseitig oder reiben sich aneinander. Das Musikstück von Sophie Trudeau, zu dem Michaela Grill ihre Fundstücke wie ein Musikvideo geschnitten hat, stammt aus der Serie der »Confinement Songs«, aufgenommen zu Beginn des pandemiebedingten Lockdowns. (Madeleine Bernstorff)
Tentacle Tribe sind wieder unterwegs: Diesmal lockt die Natur das Conceptual-Hip-Hop-Duo, ihr nomadischer Tanz führt zum Soundtrack von DJ Skratch Bastid und Afiara Quartet durch die Straßen von Montreal und darüber hinaus. Zweite Zusammenarbeit von Marites Carino und Tentacle Tribe.
Zwei Fremde treffen einander an einer Straßenecke. So weit, so klar. Wäre das Ganze nicht rückwärts getanzt, gedreht und umgekehrt abgespielt. Handelt es sich doch um eine Trennung, als die beiden aufeinander zugehen? Auch wenn ein Haus zwischen ihnen steht, so sind sie doch miteinander verbunden und teilen Momente der Intimität und Synchronizität. Erste Kollaboration der Filmemacherin Marites Carino mit dem Conceptual-Hip-Hop-Duo Tentacle Tribe aus Montreal.
Eine Mutter-Tochter-Beziehung wird von Babys, Pudeln und fliegenden Spaghetti auf die Probe gestellt. In ihrem Stop-Motion-Kurzfilm über eine Stop-Motion-Filmemacherin und ihre Multitasking-erprobte Mutter arbeitet sich Alexandra Lemay genüsslich an der eigenen Familienkonstellation ab.
Eine Kamelmutter verstößt ihr Kalb nach einer traumatisierenden Geburt. Basierend auf einer mongolischen Fabel, die im Film von der Großmutter der Filmemacherin erzählt wird, hat Alisi Telengut ein expressionistisches, bewegtes Gemälde geschaffen, das ein berührendes Bild der Beziehung zwischen der Kamelmutter und einem Nomaden zeichnet. Indem er ihr etwas vorsingt, möchte er sie von ihren Schmerzen heilen, damit sie ihr Kalb wieder annehmen kann.
»If I can’t dance, I do not want to be part of your revolution.« Der Filmemacher Eduardo Menz und der Choreograf Patrick Lloyd Brennan haben das Statement der Friedensaktivistin Emma Goldman aus dem Jahr 1931 über ihre Arbeit gestellt: eine formal stringente Hommage an die Menschen, die für die Revolutionen der jüngeren Vergangenheit auf die Straße gegangen sind.
Aufregung im Projektionsraum: Der Filmstreifen hat sich inmitten der Vorstellung verheddert! Der Filmvorführer hat keine Zeit zu verlieren, es muss unbedingt vor dem Wechsel der Spule repariert werden. Er behält die Nerven – und erklärt seinem Lehrling dabei auch noch jeden Handgriff, gewürzt mit Anekdoten. In knapp 18 rasanten, in Echtzeit gedrehten Minuten entspinnt sich ein Wettlauf gegen die Zeit und ein wahrer Kino-Thriller. Leidenschaftliche Hommage an eine im Zeitalter der Digitalisierung vom Aussterben bedrohte Handwerkskunst.
Zum Soundtrack der kanadischen Rockband Holy Fuck wird eine der spannendsten Szenen der Filmgeschichte neu besetzt (und das nicht zu ihrem Nachteil): die legendäre Autoverfolgungsjagd aus Peter Yates‘ »Bullitt« von 1968.