BIM BAM BOOM, LAS LUCHAS MORENAS

Bim bam boom, begrüßen Sie die Moreno Sisters! Drei Frauen, drei Schwestern, drei professionelle Luchadoras: Rossy, Esther und Cynthia. Unter dem Namen Las Luchas Morenas praktizieren sie den Nationalsport Mexikos: Wrestling. Der Lucha Libre ist aber auch Teil ihres Lebens: Sie kämpfen mit Schweineköpfen, Blumen und Federn. Marie Losiers charakteristische tanzende Kamera umkreist die drei Frauen und schafft dabei eine fröhliche, musikalische Ode an die Fantasie, an das Kind, das in jedem Erwachsenen steckt und an die Kultur Mexikos. Letztlich ist es aber vor allem ein Tribut an die drei Frauen, die sich trotz aller Differenzen dazu entschieden haben, ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten.

CERULIA

Cerulia kehrt in das Haus ihrer Kindheit zurück um Abschied zu nehmen, aber ihre Erinnerungen und die Präsenz ihrer Großeltern lassen sie nicht los.

DOBRO

Mira lässt sich im Eingang eines Mietshauses häuslich nieder. Selma stört sich daran. Zwischen den beiden Frauen entbrennt ein Nachbarschaftskrieg, der ein kurioses Ende nimmt. Pointierte Studie der mexikanischen Filmemacherin Marta Hernaiz Pidal.

FOUL

Ein ganz normaler Wintertag in Norwegen. Der Weg zur Schule führt durch Eis und Schnee. Als wäre das nicht schon hart genug, kämpft ein zehnjähriges Mädchen auch noch damit, kein Teil der Gang zu sein.

LA BRUJA DE TEXCOCO: EL DIABLO Y LA BRUJA

»Nicht ich habe La Bruja gefunden, sie hat mich gefunden.« Nach einem schamanischen Ritual in Texcoco, Mexiko, begann für Octavio Mendoza die Transformation zu La Bruja de Texcoco. Die Sängerin und virtuose Bratschistin führt traditionelle mexikanische Musik auf einen femininen Weg, in eine fabelhafte Welt voller Extravaganz, Pailletten, Masken und Huipiles »aus tausend Farben und Worten im Wind«.

REGARD SILENCE

Wie erleben und gestalten gehörlose Menschen Poesie und sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten? In einem Kreativlabor erforscht eine Gruppe von Gehörlosen die mexikanische Gebärdensprache und erweitert dabei stets die Grenzen des Ausdrückbaren. Filmemacher Santiago Zermeño begleitet den Prozess und versucht in seinem Dokumentarfilm eine Annäherung an die Unübersetzbarkeit und Unreduzierbarkeit von metaphorischen Dimensionen und die Poetik der Gebärdensprache. Die Hörenden tauchen in eine Welt ein, deren Wesen und Schönheit sich auf der Kinoleinwand offenbart. REGARD SILENCE feierte im Rahmen der ethnocineca 2023 Österreich-Premiere. Wir freuen uns sehr, diesen bemerkenswerten Film in Kollaboration mit der ethnocineca noch einmal zeigen zu können!

THOSE NEXT TO US

Wir sehen Straßen, Kurven, Brücken, einen endlosen Strom von LKWs und Autos, einen Fluss, einen Trailer, einen Parkplatz – Stationen einer Flucht in langen statischen Einstellungen. Aus dem Off hören wir die Stimme von German López Rosales, einem jungen Mann aus Mexiko. German versucht mithilfe von Schleppern in die USA einzureisen. Wir erfahren, wie er ins Boot steigt, den Grenzfluss passiert, sich in einem Wohnwagen verstecken muss und schließlich in einen kochend heißen LKW gezwungen wird. Am Ende sind viele Menschen tot, darunter sein Freund und eine fünfköpfige Familie mit Baby. (…) Klug verbindet der Film seine äußere und innere Perspektive. Eindrücklich und sensibel gelingt ihm so eine schonungslose Darstellung der Entmenschlichung, die Menschen auf der Flucht weltweit erleben – auch »next to us«.

(Jurybegründung für die Auszeichnung mit dem Diagonale-Preis für den Besten Kurzdokumentarfilm 2024)

VERSES OF FILTH

Eine desorientierte mesoamerikanische Gottheit ist zu einer Aasfresserin geworden, die im Ödland nach Überresten zerstückelter Körper und kulturellem Schutt gräbt. Gemeinsam mit einer Bande von Geiern entfacht sie einen Aufstand einer Brigade von unzähmbaren Armen und Unterweltkreaturen, die auf der Suche nach Berührung und Lust danach streben Untote zu werden. Mit dem Titel ihrer Videoarbeit VERSES OF FILTH bezieht sich die mexikanische Künstlerin Naomi Rincón-Gallardo auf einen Begräbnisgesang der Nahua, Tzocuicatl, ein eschatologisches Ritual, dessen Ziel darin bestand, den Schmutz und Gestank des toten Körpers auszusaugen und den Schmerz zu begleiten, der durch den Tod eines geliebten Menschen verursacht wurde.

WINTER IN THE RAINFOREST

Der ewige Tanz von Leben und Tod, so wie ihn die magischen Wesen erleben, die die Wildnis unserer Träume bewohnen. Zwei Monate dauerten die Dreharbeiten mit den filigranen von der estnischen Künstlerin Anu-Laura Tuttelberg geschaffenen Tier-, Vogel-, Blumen- und anderen Figuren aus Porzellan in den üppigen tropischen Regenwäldern von Mexiko. Ein Film von atemberaubender Schönheit, Zerbrechlichkeit und Nähe.

SATURN RETURN

Zehn diverse Kurzfilme, zehn queere Reinterpretationen erotischer Stummfilmfantasien, die von 1906 bis 1911 von der Wiener Filmgesellschaft Saturn produziert wurden. Saturn kehrt zurück, komisch, fantasievoll, mit Jux und Tollerei: jenseits des Patriarchats, diesseits des Lustprinzips. (Philipp Stadelmaier, Diagonale)