ECHOS

Eines Nachts in einem Auto, irgendwo auf einem Acker in Niederösterreich: Drei junge Männer blicken auf die Lichter ihres Heimatortes hinunter, zum letzten Mal. Die Radiohead-CD hängt im Player, der sündteure Whiskey muss dran glauben, die Freundschaft eine letzte Prüfung überstehen. Zunächst verläuft alles nach Plan, doch bald gerät die Situation außer Kontrolle.

Nachdem ECHOS auf heimischen Filmfestivals bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten hatte, feierte Michael Ramsauers packendes Jugenddrama über den Versuch eines Gruppensuizids 2005 seine internationale Premiere in Cannes in der Programmreihe Semaine de la Critque.

DIE OSTFRONTSUPPEN

Die etwas andere Kochshow: In mehreren Schritten wird erklärt, wie man für den westlichen Gast gehalt- und geschmackvolle Propaganda anrührt.

NO MAN’S SON

Ein junger Mann leidet unter seinem Vater. Die Misshandlungen münden in einen gewaltvollen Akt.

DER PARK

Animationsfilmmelancholie über das Leben eines alten Parkbaums. (Diagonale)

MATHIAS

Mathias hieß früher Magda, das aber sollen seine Arbeitskollegen nicht erfahren. Der neue Job ist für Mathias ein weiterer Schritt, die selbstgewählte Identität zu leben. So richtig sich seine Transition auch anfühlt, so sehr manifestieren sich zunehmend schwierige Konsequenzen daraus. Auch was die Beziehung zu seiner langjährigen Lebenspartnerin Marie betrifft.

Was bedeutet es, wenn die eigene Identität täglich zur Disposition steht, während man eigentlich damit beschäftigt ist, sich im neuen Job zurechtzufinden? Clara Stern arbeitet aus ihrer Geschichte über eine Transgenderperson Fragen zum täglichen Zusammenleben heraus, die in der sozialen »Konfrontation« mit anderen resultieren oder aber nachspüren, was es heißt, als »anders« oder überhaupt kategorisiert zu werden. (Diagonale)

MATHIAS wurde auf der Diagonale 2017 mit dem Preis für den besten Kurzspielfilm ausgezeichnet.

GLEICHGEWICHT

Bernhard Wengers kurzer, mitreißender Dokumentarfilm über den Versuch einer Eigentherapie im Wiener Prater, inmitten fliegender Stahlträger und greller Lichter, begleitet Denise, die gegen alle Widerstände versucht auf eigenen Beinen zu stehen. Auf dem »Tagada«, einem elektronischen Karussell, wie im Leben.

FEELING FEELERS – ENTANGLED TENTACLE PLEASURE

Leuchtende Tentakel in sinnlichen Verstrickungen: Vivian Bausch, Amina Lehner und Christa Wall – gemeinsam sind sie im feministischen Künstler*innenkollektiv FAQ (feminists ask questions) aktiv – verwickeln die Zuschauer*innen in eine lustvolle Reflexion über das gemeinsame Versuchen, Agieren und Begreifen in mit-fühlenden Netzwerken.

SEKUNDENARBEITEN

Lieselott Beschorner ließ sich mit ihrer Kunst nie irgendwo einordnen. Auch über 90-jährig ist sie vor allem am kreativen Akt selbst interessiert – nicht nur dem eigenen. Sie zeigt sich erfreut über die aufziehbare 16mm-Kamera der Filmemacherin, die mit dem separierten Ton (von Christiana Perschon konsequent vor Schwarzbild gesetzt) und der kurzen Laufzeit wie geschaffen ist für die rein aus dem Impuls enstehenden Sekundenzeichnungen. Besteht deren Wesen doch darin, zu enden, bevor der Strich ein Ziel, eine Bestimmung findet: »wie ein Atemzug und weg«. (Barbara Kronsfoth, Viennale)

AUF DEM GRUND DES WÄSCHEKORBS

Adele Razkövis Kurzfilm nähert sich einem Alltagsmythos – dem leeren Wäschekorb. Ausgehend von der dokumentarischen, höchstwahrscheinlich autobiografischen, und auf alle Fälle philosophischen Fragestellung, was sich auf dem Grund des Wäschekorbes verbergen könnte, wenn er denn je einmal erreicht wäre, setzt die Protagonistin zum Sprung an. Animation, Malerei, Musik, Skulptur, Literatur und Tanz – unterschiedlichste Disziplinen fließen ineinander und ergeben eine mehrstimmige Ode an einen gewöhnlichen Gegenstand. (Christina Wintersteiger)

LOVING IN BETWEEN

»Birthing is hard, dying is mean. Get yourself a little loving in between.«
– Langston Hughes

»Gönnt euch zwischendurch mal etwas Liebe!« Mit diesen ermunternden Worten des afroamerikanischen Dichters Langston Hughes eröffnet Jyoti Mistry ihren Kurzfilm, der in Archiven gefundenes Filmmaterial aus dem 20. Jahrhundert zu einer dynamischen Montage verdichtet. Lustvoll enthüllt und erhellt die Künstlerin filmische Spuren queerer Sexualität, die auf der Tonspur von einer eindrucksvollen Spoken-Word-Performance begleitet werden. Swing Time! (Diagonale)