EVACUATE DANCEFLOOR

Achtung auf dem Dancefloor! Die 11-jährige Sarah tanzt und singt sich durch ihren Musikvideoclip, bei dem sie alles – Choreografie, Tanz, Kamera, Schnitt – ganz alleine gemacht hat.

MARIA LASSNIG KANTATE

»Es ist die Kunst, ja, ja, die macht mich immer jünger, sie macht den Geist erst hungrig und dann satt.«

Als Moritatensängerin verkleidet, singt Maria Lassnig in 14 Strophen einen Lebensrückblick, vom Wochenbett der Mutter, von den Quälereien der MitschülerInnen in der Klosterschule, von der Untreue der Verehrer und den wichtigsten Stationen ihrer Laufbahn wie Paris und New York, während im Hintergrund die selbstgezeichneten Schauergeschichten ablaufen und mit Selbstironie und Humor in Weisheit enden. Maria Lassnig, die ihre Zeichentrickfilme in den 1970er Jahren in New York immer alleine machte, arbeitete hier zum ersten Mal in Kollaboration mit einem Kollegen, Hubert Sielecki.

ES HAT MICH SEHR GEFREUT

Und der alte Kaiser sagte: »Danke, es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut!« (Mara Mattuschka)

In ES HAT MICH SEHR GEFREUT wird die berühmte kaiserliche Zitatphrase mit einem ironisch angelegten Masturbationssetting verkoppelt.

WANNABE

Coco ist 17, hübsch und fest entschlossen, irgendwann groß rauszukommen. Noch lebt sie in einem Wiener Gemeindebau, aber mit ihrem eigenen YouTube-Kanal »Coco Channel« ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie reich und berühmt ist. Denkt zumindest sie selbst. (Diagonale)

Im Stil einer fiktionalen Dokumentation begleitet Jannis Lenz die Geschichte der jungen YouTuberin, die sich selbst eine fiktive Welt im Internet aufbaut, als Crossmedia-Projekt zwischen Kino und Internet. Die während der Dreharbeiten im Internet veröffentlichten Clips ergeben eine eigene Geschichte und ermöglichen es, die Handlung von WANNABE aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten: youtube.com/CocoChannel99

SEEEN SEHEN

In einer Hochgeschwindigkeitsfahrt von 160 Ansichtskarten pro Minute werden die Zuschauer*innnen zum Soundtrack von Pulsinger & Tunakan in die Höhen und Tiefen der österreichischen Postkartenseele katapultiert. Im Stakkato-Schnitt von SEEEN SEHEN verschwimmen 800 Postkartenansichten heimischer Seen in einem hypnotischen Strudel zu einem einzigen imaginären Österreich-See.

ACHILL

In ACHILL tritt eine Frau aus ihrer Welt, um einen Mann zu treffen. Die Begegnung verläuft desillusionierend, die Frau zieht sich am Ende wieder zurück. Sie ist Künstlerin, she animates films. Der Film, den sie gerade animiert, ist ein Film über diese Begegnung und darüber, wie Schärfe und Unschärfe einander ausschließende Bewusstseinszustände sind. (Sylvia Szely)

DIE NORMALE SHOW – FOLGE 7

In einem leerstehenden Bürogebäude philosophiert ein Papierlocher über das Universum. Folge 7 der auf Ideen von Stefanie Sargnagel basierenden Zeichentrickfilm-Webserie.

DIE GEBLIEBENEN

In einem der in Österreich aussterbenden Näherei- und Textilbetriebe arbeiten die letzten Meisterinnen der Branche. Hier fügt sich die ruhige Kamera in das tägliche Geschehen ein und erschließt einen Raum, der von gegenseitiger Fürsorge und Solidarität geprägt ist. Ein selten intimer Blick auf gegenwärtige Arbeiterinnenbiografien einer im Wandel begriffenen Textilindustrie. (Lisa Heuschober, Diagonale’23)

SEEK THE CELESTIAL YOU ARE

Die Videoarbeit SEEK THE CELESTIAL YOU ARE versucht die sich täglich wiederholenden Verhandlungen einzufangen, die ein Körper – Schwarze, afrikanische, nichtbinäre, queere Femme mit Asylerfahrung – durchmachen musste und muss, um seine Würde zu finden. Faris Cuchi Gezahegn ist ein*e intersektionelle*r LGBTQIA*-Unterstützer*in/Aktivist*in, Performancekünstler*in, PCCC-Stand-up-Comedian und Dichter*in, die*der verschiedene Medien wie Stilaktivismus, Schreiben, Performance und Video-/Audioinstallation nutzt, um sozialen Wandel herbeizuführen und Gespräche in Gang zu setzen.

AUFNAHMEN EINER WETTERKAMERA

Mit Erwartungen aufgeladene Sehnsuchtsorte liegen meist nur einen Schneeballwurf von der nächsten Enttäuschung entfernt. Und auf österreichischen Pisten finden die Enttäuschungen im Zwischenmenschlichen statt. Bernhard Wenger inszeniert seinen Kurzfilm als schmerzhaft realitätsnahe, aber auch humorvolle Episoden-Mockumentary, eingefangen von Wetterkameras. (Diagonale)