SCHWARZWEISS

SCHWARZWEISS ist ein Gedicht über Wissen und Sprache, über Schwarz und Weiß. Jörg Piringers Darstellungen lyrischer Texte werden von optischen Überlagerungen, Lichteffekten oder starken Schwarz-Weiß-Kontrasten geprägt, wodurch die Sprache und ihre Zeichen selbst zu Darstellern werden.

BIRTH (PREVIEW)

»In der Tiefe verborgen und doch direkt unter uns hat sich eine Parallelwelt aus unseren Gedanken, Träumen und Taten geformt. Ein leuchtender Pudding, ein kollektiver Körper, ein gemeinsames Organ, das sich uns dieser Tage nicht ohne Grund zeigt. Es birgt in sich die Chance, Entscheidungen zu treffen, die unsere Geschichte in eine neue Richtung lenken können.« (SOCIETY OF SUPA O)

Bei Probebohrungen wurde eine ungewöhnliche leuchtende Masse entdeckt. Als Superorganismus klassifiziert und mit dem Kosenamen »SUPA O« versehen, widmet sich die SOCIETY OF SUPA O (SOS) diesem mysteriösen Fund und den durch ihn aufgeworfenen Fragen: Wie wollen wir zusammen leben? Was könnte eine Kontaktaufnahme mit unserem gemeinsamen Inneren bedeuten? Wie können wir unsere Talente nachhaltig einsetzen? Wohin möchten wir uns als Menschheit entwickeln? Welche Spuren hinterlassen wir?

*WOMEN(NICO)

Nico war Musikerin, Model, Muse, Schauspielerin: eine Ikone, die sich Zuschreibungen entzog, Erwartungen brach und einen selbstzerstörerischen Lebensstil pflegte. Karin Fisslthalers Hommage seziert Nicos Image, setzt es in breit gefächerten wie vielschichtigen audiovisuellen Körper-Collagen neu zusammen. Ein spannungsreicher Remix, ein schallendes Porträt in unaufhörlicher Verwandlung. (Diagonale)

DIE HAARSTRÄUBENDEN IRRFAHRTEN DES HILTI

Die improvisierte Zeichentrick-Science-Fiction-Serie erzählt von einer wahnwitzigen Odyssee durchs All: Der eifrige Weltraummechaniker Hilti ist mit seinem Raumschiff – dem sorglosen Kapitän – unterwegs durch Sonnensysteme und Universen.

Jede Episode entsteht bei Aufführung neu. Vor Betreten der Bühne wissen weder das Publikum, noch die Spieler*innen, wohin die Reise führen wird. Einzig die Mittel sind bekannt: Stimme, Musik und Tagtool. Mit stets wieder kehrenden Charakteren und der zu Grunde liegenden Mission der beiden Protagonisten, erweitert sich das »Hilti-Universum« mit jeder Episode. So begegnen Hilti und der Kapitän immer neuen Gefahren und treffen dabei auf alte Bekannte, wie Barbara und Jean Paul die Rakete, die Tankstelle des Todes oder Herrn Pferd. Bei der Performance zum 20. Geburtstag der Filmgalerie Achteinhalb werden Hilti und der Kapitän auch einige bekannte Filme durchkreuzen. Ein zitatreiches Abenteuer für Filmfreund*innen.

Mitwirkende:
Christian Reiner / Stimme
Beate Wiesinger / Kontrabass
Markus Dorninger & Matthias Fritz / Tagtool Live Zeichnung & Animation

PISTOLERAS

Was haben weibliche Schützinnen, Holster und Fettpölsterchen gemeinsam? In der spanischen Sprache können sie alle als pistoleras bezeichnet werden. Natalia del Mar Kašik Debütkurzfilm ist eine feministische Neuinterpretation der klassischen Konfrontation.

HARMONISCH MOLL 5

Einige Jahre realisierte der Verein Romano Centro das Projekt »Vienna Gipsy Music School«, um die Vielfalt der Roma-Musik in Wien zu erforschen und weiterzugeben. Désirée Dix, Lisa Punz und Valentina Tschismarov fingen diese filmische Momentaufnahme im Rahmen der Projektwerkstatt des Dokumentarfilmfestivals ethnocineca ein, die 2014 unter dem Motto »Unsichtbares sichtbar machen« stand. Auch wenn sich das Projekt langfristig nicht etablieren konnte, erhält man hier einen Einblick wie wenig verschult Musikvermittlung in der »Vienna Gipsy Music School« gelebt wurde.

ENTWÜRFE

Früher sorgte der Erzabbau für Arbeitsplätze in der steirischen Gemeinde Vordernberg, heute liegen die Hoffnungen auf dem geplanten Schubhaftzentrum für Asylsuchende. Juri Schaden verwebt Bilder von (architektonischen) Entwürfen des Gebäudes mit ambivalenten Perspektiven auf Sicherheit, Freiheit, das Angehaltensein/-werden. Nicht als unumstößliche, lineare Erzählung, sondern als interpretativ offener filmischer Essay. (Diagonale)

MUSICLESS MUSICVIDEO: SIA – ELASTIC HEART

In seinem Metier sollte man sich im Ton wirklich nicht vergreifen. Nachdem er sie um den Faktor Musik bereinigt hat, fettet der oberösterreichische Sounddesigner Mario Wienerroither Musikvideos und Serienintros mit realitätsgetreuen Szenengeräuschen wieder auf. Spaghetti, Erdnüssen und Zimmerpflanzen sei Dank. (Martin Macho)

CLUB

Eine Parodie auf den legendären CLUB 2. Einige der emotionalsten Momente der beliebten ORF-Sendung werden in bewusst sinnleerer Abfolge zu einer Dialogcollage verfremdet, die das schräge Agieren der Plastilinfiguren als Talk-Gäste untermalt. Das bitterböse Ende liefert das Plastilindouble eines bekannten Wiener Ex-Unterweltlers, der die aufmüpfige Runde kurzerhand mit seinem Revolver niedermäht.

COPY SHOP

Ein Mann erwacht, richtet sein Haar vor dem Spiegel, tritt auf die Straße, um seinen vertrauten Weg zur Arbeitsstätte anzutreten. Erst dort, am Kopierer, nachdem er seine Hand (gleich seiner Identität) abgelichtet hat, gerät die Welt aus den Fugen. Der Mann wird die Filmkader fortan unaufhörlich reproduzieren – zuerst taucht ein Doppelgänger auf, schließlich wuchern seine Doubles sogar ins Unermessliche.

Grobkörnige Schwarzweißbilder sowie die bis auf Geräusche rein musikalische Untermalung rücken COPY SHOP in die Nähe einer Groteske, des Pastiches eines kafkaesken Szenarios, in dem noch einmal ironisch das Verschwinden jedweder Orginalität durch die Medien verkündet wird – eine Ebene, die der Film vom anderen Ende her schon in seinem Produktionsprozess reflektiert: Auf Video gedreht, wurden die Bilder aus dem Computer ausgedruckt und dann nochmals mit Trickfilmkamera animiert. (Dominik Kamalzadeh)