WARTEZEIT

Eine junge Frau steht an der Bushaltestelle. Ein Unbekannter nähert sich der Wartenden langsam aber bedrohlich. In nur wenigen Minuten Spielzeit baut Clara Stern in ihrem Kurzspielfilm WARTEZEIT eine beklemmende Ewigkeit auf und wurde dafür u.a. auf dem Caminhos Film Festival in Portugal und auf dem AASFF – Austrian American Short Film Festival in New York mit Preisen ausgezeichnet.

BEINGWHALE

Kunst muss Schock! Aktionskünstler Renfah will Venedig einen Wal aufbinden: Zur Eröffnung der Biennale soll ein toter Wal am Markusplatz aufgebahrt werden, der sich in der Sonne aufbläht und Venedig mit Gedärm überzieht. Die Proteste aufgebrachter Tierschützer*innen werden dabei gleich mitinszeniert. Doppelbödige Kunstmockumentary.

ÖSTERREICH!

Österreich und der ORF – eine Musterehe. Ein Film für alle Österreicherinnen und Österreicher, also eigentlich für ganz Österreich.

A SPLENDID DAY TO FLY

Es ist ein herrlicher Tag zum Fliegen. Doch Augen auf!

MEIN HOSENSCHLITZ IST OFFEN. WIE MEIN HERZ.

Sprachbarrieren, Heißhunger oder das falsche Sex Toy: Selbst in Theas erotischen Tagträumen ist der Weg zur Lust mit Hürden gespickt. Dass dabei die vorherrschende Geschlechterordnung genauso lustvoll zerlegt werden soll wie der Tisch, der am Ende dran glauben muss, darüber herrscht zwischen Thea und ihren Lovers Konsens. In Kollaboration mit einem spielfreudigen Cast inszeniert Marie Luise Lehner ein queeres Körperfest der Lust. – Ausgezeichnet mit dem dotdotdot Publikumspreis 2022.

A JOURNEY TO YOUR MOST INNER SELF – A SHORT FILM TRILOGY

Die Erkundung eines Ortes, den man Heimat nennen kann, indem man sich mit seinem innersten Selbst verbindet, nimmt die Betrachter*innen mit auf eine acht Jahre lange Reise – festgehalten in einem Kurzfilm. Die Landschaft und die Farben repräsentieren eine Utopie, während die Gedanken manchmal schmerzhaft direkte Wahrheiten verbalisieren, die alle mit dem Kampf verbunden sind, in seinem Geburtsland nicht willkommen zu sein.

mangoranges ist queere*r Tänzer*in und Multimedia-Künstler*in mit einem Schwerpunkt auf Filmarbeiten, die sich mit psychischer Gesundheit befassen. Geboren und aufgewachsen in Österreich, tanzte mangoranges viele Jahre in Championships und performte auf Bühnen in ganz Europa.

A FAT PERSON GOES TO THE DOCTOR

»When I was going through cancer treatment, the doctor said: Maybe this will help you lose weight.« Ein echter Brüller. Gelächter vom Band. Veronika Merklein sitzt im Wartezimmer und blättert ungerührt in einer Illustrierten, während sich Erzählungen von Depression und Kollaps nach einer Radikal-Diät auf schwarzen Folien aneinanderreihen. Für A FAT PERSON GOES TO THE DOCTOR hat die bildende Künstlerin Merklein Erfahrungen von mehrgewichtigen Menschen im Gesundheitssystem gesammelt und zu einer Videoperformance verarbeitet. Die Erzählungen verdeutlichen schmerzhaft, dass Dickendiskriminierung im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich sein kann. (…) Seine Wucht entwickelt der Film aus der immergleichen, scheinbar teilnahmslosen Vortragsweise Merkleins, durchsetzt von künstlichem Gelächter, das einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Alles nur ein Witz – solange man selbst nicht die Pointe ist. (Brigitte Theißl, an.schläge)

RESORT

Ein Adria-Urlaubsresort im Schick vergangener Tage. Die Kamera folgt dem einzigen Gast, einer Schauspielerin (Kathrin Resetarits), durch ihren von fremdbestimmten Leerzeiten geprägten Tagesablauf: zum Casting für ein Filmprojekt, zu grotesken Probeaufnahmen. Selbst die Anweisungen der Regisseurin lassen kein nachvollziehbares Ziel erkennen. Ein Film in herrlich unkonkretem Wartezustand – wie ein Streuner: immer auf der Suche, nie ganz bei sich. (Diagonale)

WASSER AUS KORN

Jugendliche im ontologischen Drift zwischen Selbstinszenierung und Selbstfindung. An der Peripherie von Wien vermittelt sich eine dokumentarfilmische Lyrik, die mit der sinnlichen Verspieltheit ihrer Protagonist*innen korrespondiert. Eine unkonventionelle, zärtliche Coming-of-Age-Studie in grobkörnigem Schwarzweiß des von der Filmemacherin Josephine Ahnelt, ehemalige Schülerin von Friedl Kubelka, selbst entwickelten Super-8-Filmmaterials. (Diagonale)

MUSICLESS MUSICVIDEO: DAVID BOWIE & MICK JAGGER – DANCING IN THE STREET

In seinem Metier sollte man sich im Ton wirklich nicht vergreifen. Nachdem er sie um den Faktor Musik bereinigt hat, fettet der oberösterreichische Sounddesigner Mario Wienerroither Musikvideos und Serienintros mit realitätsgetreuen Szenengeräuschen wieder auf. Spaghetti, Erdnüssen und Zimmerpflanzen sei Dank. (Martin Macho)