DIE UND DER VON DA UND DORT

Momentaufnahmen von Wien-Tourist*innen aus aller Welt. Sie kommen aus Holland, Deutschland, Südkorea oder auch Vietnam. Sie möchten in die Oper, finden das Bermudadreieck gut oder wünschen sich eigentlich besseres Wetter. Vor den Sehenswürdigkeiten werfen sie sich in Pose, alleine oder zu zweit oder auch in Gruppen. Üblicherweise bleiben Erinnerungsfotos stumm. Lisa Weber erzählt, was sie in der kurzen Zeit über die Menschen erfahren hat, und verleiht den Bildern filmische Dimension.

TAGTRÄUMEN

Bei langen U-Bahn-Fahrten schweifen die Gedanken schon mal ab und die verrücktesten Tagträume machen sich selbstständig …

DER MEISENMANN

Als kleines, aber feines Musikvideo zu Helge Schneiders MEISENMANN entpuppt sich die gleichnamige Animation von Ulrich Braun: »Sei nicht traurig kleiner Meisenmann … Ich komme vom Finanzamt.«

ESPRESSO

Herr Ober! Bitte noch einen Espresso. Niemand kommt. Manche warten auf Antworten, andere auf Kaffee.

HARDLY WORKING

Erneut nimmt die selbsternannte »pseudo-marxistische Medienguerilla« Total Refusal ein Computergame (»Red Dead Redemption 2«) als Ausgangspunkt ihrer Überlegungen zu Funktion und Störung kapitalistischer Systeme. Dabei richtet sie ihre Blicke auf jene Figuren, die als Statist*innen die Bildwelten des Games beleben. Ein komplexer Essay über Arbeit und Verweigerung. (Eva Königshofen, Diagonale’23)

THOSE NEXT TO US

Wir sehen Straßen, Kurven, Brücken, einen endlosen Strom von LKWs und Autos, einen Fluss, einen Trailer, einen Parkplatz – Stationen einer Flucht in langen statischen Einstellungen. Aus dem Off hören wir die Stimme von German López Rosales, einem jungen Mann aus Mexiko. German versucht mithilfe von Schleppern in die USA einzureisen. Wir erfahren, wie er ins Boot steigt, den Grenzfluss passiert, sich in einem Wohnwagen verstecken muss und schließlich in einen kochend heißen LKW gezwungen wird. Am Ende sind viele Menschen tot, darunter sein Freund und eine fünfköpfige Familie mit Baby. (…) Klug verbindet der Film seine äußere und innere Perspektive. Eindrücklich und sensibel gelingt ihm so eine schonungslose Darstellung der Entmenschlichung, die Menschen auf der Flucht weltweit erleben – auch »next to us«.

(Jurybegründung für die Auszeichnung mit dem Diagonale-Preis für den Besten Kurzdokumentarfilm 2024)

SATURN RETURN: DER HAUSARZT / EINE AUFREGENDE LEKTÜRE / LEBENDER MARMOR

Die Literaturstunde kredenzt drei ausgewählte Episoden aus Daniela Zahlners originellem zeitgenössischen Kommentar zu einem Abschnitt der österreichischen Filmgeschichte: Queere Reinterpretationen erotischer Stummfilmfantasien, die von 1906 bis 1911 von der Wiener Filmgesellschaft Saturn produziert wurden. »Saturn kehrt zurück, komisch, fantasievoll, mit Jux und Tollerei: jenseits des Patriarchats, diesseits des Lustprinzips.« (Philipp Stadelmaier, Diagonale)

IN TRANSIT

In der Hochsaison kann die Wartezeit vor dem Eingang der Uffizien in Florenz bis zu vier Stunden betragen. Nur sechs Sekunden jedoch verharrt der/die durchschnittliche Museumsbesucher*in vor einem Bild – so die Ausgangshypothese von Reinhold Bidners Studie über das Verhalten von Menschen im Museum des 21. Jahrhunderts. Ihr Publikum fordert sie zu einem intensiveren, konzentrierteren Blick auf die Kunst heraus.

ICH KANN ES MIR SEHR GUT VORSTELLEN

Diese Kinderzeichnungen nachempfundene Schwarz-Weiß-Animation (Kaffeepulver auf Glas), ist eine berührende Reflexion über den Verlust eines geliebten Menschen.

BRICKS DON’T MOVE IN THE WIND

Annabelles Leben wirkt perfekt – zumindest auf Instagram. Im Social-Media-Universum punktet sie mit coolen Klamotten, stylischem Wohndekor und der besten Freundin Olivia, mit der sie sich gekonnt in Szene setzt. Mit minimalistischen Filzstiftzeichnungen und Voice-over reflektiert Dina Bukva über die Sehnsucht nach echten Gefühlen zwischen inszenierten Bildern.