WIESO ES GIBT 3633 EMOJIS

Ein Film, der nur über Emojis erzählt ist! Bahnbrechend – oder eher nicht? Der Wiener Künstler Renfah ist von seiner Idee überzeugt und textet seinem Freund Christoph Schwarz das »Skript«. Emoji um Emoji wird die Bedeutung der Symbole diffuser, Schwarz’ Exit-Zeichen missversteht Renfah prompt. Doch dann das Glück im Unglück: Ein Kind und ein Hund übernehmen die Projektentwicklung. (Diagonale)

JOYFUL FLAME

JOYFUL FLAME liefert eine gänzlich neue, genderpolitische Lesart des Begriffs »Hybridfilm«. Ausgerechnet ein Cowboy, die heteronormativste Figur der Filmgeschichte, dient Ezra Šimek als Verkörperung einer traumartigen Held*innenreise hin zu einem sich verflüssigenden Geschlechterbild. Statt wilde Pistolenduelle auszutragen, vereint sich dieser Cowboy mit einer Hexe, und gemeinsam begraben sie und der Film traditionelle Geschlechterrollen und unterdrückende Weltmodelle. (Diagonale)

SHROOMSDAY

Aus ihrem Alltag gerissen, stehen die Bewohner*innen einer gewöhnlichen Stadt plötzlich einer Pilzinvasion voll von Terror, Klischees und Absurditäten gegenüber.

WHAT DO YOU LIVE FOR V.2

Adaption des Gedichts KASPAR HAUSER LIED von Georg Trakl – verfasst 1913, ein Jahr vor seinem Tod, und Bessie Loos gewidmet – des Wiener Künstler*innenduos GRAF+ZYX für den Jahreswettbewerb des ART VISUALS & POETRY Filmfestivals 2014.

STRADELLA

Eine imaginierte Reise quer durch Europa: Edith Stauber gestaltet den Festivaltrailer für CROSSING EUROPE 2011 als Liebeserklärung an die Ära des analogen Radios und die Sprachvielfalt Europas.

EVACUATE DANCEFLOOR

Achtung auf dem Dancefloor! Die 11-jährige Sarah tanzt und singt sich durch ihren Musikvideoclip, bei dem sie alles – Choreografie, Tanz, Kamera, Schnitt – ganz alleine gemacht hat.

MARIA LASSNIG KANTATE

»Es ist die Kunst, ja, ja, die macht mich immer jünger, sie macht den Geist erst hungrig und dann satt.«

Als Moritatensängerin verkleidet, singt Maria Lassnig in 14 Strophen einen Lebensrückblick, vom Wochenbett der Mutter, von den Quälereien der MitschülerInnen in der Klosterschule, von der Untreue der Verehrer und den wichtigsten Stationen ihrer Laufbahn wie Paris und New York, während im Hintergrund die selbstgezeichneten Schauergeschichten ablaufen und mit Selbstironie und Humor in Weisheit enden. Maria Lassnig, die ihre Zeichentrickfilme in den 1970er Jahren in New York immer alleine machte, arbeitete hier zum ersten Mal in Kollaboration mit einem Kollegen, Hubert Sielecki.

ES HAT MICH SEHR GEFREUT

Und der alte Kaiser sagte: »Danke, es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut!« (Mara Mattuschka)

In ES HAT MICH SEHR GEFREUT wird die berühmte kaiserliche Zitatphrase mit einem ironisch angelegten Masturbationssetting verkoppelt.

WANNABE

Coco ist 17, hübsch und fest entschlossen, irgendwann groß rauszukommen. Noch lebt sie in einem Wiener Gemeindebau, aber mit ihrem eigenen YouTube-Kanal »Coco Channel« ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie reich und berühmt ist. Denkt zumindest sie selbst. (Diagonale)

Im Stil einer fiktionalen Dokumentation begleitet Jannis Lenz die Geschichte der jungen YouTuberin, die sich selbst eine fiktive Welt im Internet aufbaut, als Crossmedia-Projekt zwischen Kino und Internet. Die während der Dreharbeiten im Internet veröffentlichten Clips ergeben eine eigene Geschichte und ermöglichen es, die Handlung von WANNABE aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten: youtube.com/CocoChannel99

BACK TRACK

Ein audiovisuelles Spiegelkabinett in rasend schönem Schwarzweiß. Virgil Widrich kompiliert Filmausschnitte aus den 1950er- und 60er-Jahren zu einem Bilder-Remix, der sich durch Mehrfachprojektionen auf präzis platzierte Spiegel und Leinwandkonstruktionen in die (von Hand gebaute) Dreidimensionalität übersetzt: Direkt in der Studiokulisse und mit ihr interagierend legen sich die Bildebenen im wortwörtlichen Sinn vor-, über- und hintereinander, einmal zerbersten sie gar im Beschuss von Pistolenkugeln. Wie sich auch Traum, Wahn und Wirklichkeit in Korrespondenz mit dem Metanarrativ verschränken und auflösen, bis nur eine einzige Wahrheit Bestand hat: »Looking at something changes it.« (Diagonale)