AM HIMMEL

»Am Himmel« in Wien wird Maya plötzlich wach, mitten in der Nacht. Etwas ist passiert, aber was? Regisseurin Magdalena Chmielewska folgt ihrer präzise gezeichneten Hauptfigur durch die psychologische Wiederholung eines Gewaltakts. Maria Spanring brilliert als komplexe, starke junge Frau. (Diagonale)

SEEEN SEHEN

In einer Hochgeschwindigkeitsfahrt von 160 Ansichtskarten pro Minute werden die Zuschauer*innnen zum Soundtrack von Pulsinger & Tunakan in die Höhen und Tiefen der österreichischen Postkartenseele katapultiert. Im Stakkato-Schnitt von SEEEN SEHEN verschwimmen 800 Postkartenansichten heimischer Seen in einem hypnotischen Strudel zu einem einzigen imaginären Österreich-See.

ACHILL

In ACHILL tritt eine Frau aus ihrer Welt, um einen Mann zu treffen. Die Begegnung verläuft desillusionierend, die Frau zieht sich am Ende wieder zurück. Sie ist Künstlerin, she animates films. Der Film, den sie gerade animiert, ist ein Film über diese Begegnung und darüber, wie Schärfe und Unschärfe einander ausschließende Bewusstseinszustände sind. (Sylvia Szely)

DIE NORMALE SHOW – FOLGE 7

In einem leerstehenden Bürogebäude philosophiert ein Papierlocher über das Universum. Folge 7 der auf Ideen von Stefanie Sargnagel basierenden Zeichentrickfilm-Webserie.

DIE GEBLIEBENEN

In einem der in Österreich aussterbenden Näherei- und Textilbetriebe arbeiten die letzten Meisterinnen der Branche. Hier fügt sich die ruhige Kamera in das tägliche Geschehen ein und erschließt einen Raum, der von gegenseitiger Fürsorge und Solidarität geprägt ist. Ein selten intimer Blick auf gegenwärtige Arbeiterinnenbiografien einer im Wandel begriffenen Textilindustrie. (Lisa Heuschober, Diagonale’23)

SEEK THE CELESTIAL YOU ARE

Die Videoarbeit SEEK THE CELESTIAL YOU ARE versucht die sich täglich wiederholenden Verhandlungen einzufangen, die ein Körper – Schwarze, afrikanische, nichtbinäre, queere Femme mit Asylerfahrung – durchmachen musste und muss, um seine Würde zu finden. Faris Cuchi Gezahegn ist ein*e intersektionelle*r LGBTQIA*-Unterstützer*in/Aktivist*in, Performancekünstler*in, PCCC-Stand-up-Comedian und Dichter*in, die*der verschiedene Medien wie Stilaktivismus, Schreiben, Performance und Video-/Audioinstallation nutzt, um sozialen Wandel herbeizuführen und Gespräche in Gang zu setzen.

AUFNAHMEN EINER WETTERKAMERA

Mit Erwartungen aufgeladene Sehnsuchtsorte liegen meist nur einen Schneeballwurf von der nächsten Enttäuschung entfernt. Und auf österreichischen Pisten finden die Enttäuschungen im Zwischenmenschlichen statt. Bernhard Wenger inszeniert seinen Kurzfilm als schmerzhaft realitätsnahe, aber auch humorvolle Episoden-Mockumentary, eingefangen von Wetterkameras. (Diagonale)

WRECKAGE TAKES A HOLIDAY

»Based on a wrong story.« Sehnsuchtsort, Urlaubsort, Paradies – Mythen und Vorstellungen vom Meer und von der Insel. In einer Montage popkultureller, kunst- und filmhistorischer Versatzstücke setzt Jennifer Mattes die Sonnenseite des maritimen Kosmos in eine unauflösliche Beziehung mit dessen Nachtseite: Seenot, Schiffbruch, nasses Grab. Das Meer färbt sich rot – warum warten wir nicht einfach ein paar Millionen Jahre? (Diagonale)

Preis für Innovatives Kino auf der Diagonale – Festival des österreichischen Films 2019.

A WEEK WITH AZAR

Das Reiseverbot, das Donald Trump 2017 gegen sieben muslimische Länder durchsetzte, verwehrte der damals in Seattle lebenden Iranerin Azar die letzte Begegnung mit ihrer kranken Schwester. In einer Mixtur aus Doku, Essay, poetischem Tagebuch und Fotoroman, die Azar symbolischen Widerstand und gedanklichen Ausbruch in die Heimat gestattet, erzählt A WEEK WITH AZAR von den persönlichen Nachwirkungen politischer Entscheidungen. (Diagonale)

LUISE POP: FEMINIST TERRORISTS

Gesellschaftskritische Botschaften statt popgerechter Plattitüden: Die eingängigen Indierock- und Elektropop-Kompositionen der österreichischen Band Luise Pop sind eine Kampfansage an die männerdominierte Popmusikwelt. Für das Musikvideo zu FEMINIST TERRORISTS schöpfte die Leadsängerin Vera Kropf aus den öffentlich zugänglichen Prelinger Archives und stellt Frauenbilder, wie sie in den USA der 1950er und 1960er Jahre in Werbe- und Lehrfilmen propagiert wurden, dem Text gegenüber.