MUTTER(GLÜCK)

Ausgelöst durch ein einschneidendes Ereignis in ihrem Leben (das auch die Klammer des Films ist), stellt Claudia Dermutz Gedanken zu Sorgen, Ängsten, Anforderungen, Wünschen und Vorstellungen vom Leben als Künstlerin/Frau/Mutter in den Raum und zieht – wie auch schon in ihren früheren Arbeiten – immer wieder Parallelen zur Darstellung des Frauen- bzw. Mutterbildes in Literatur und Bildender Kunst.

WALD DER ECHOS

Auf der Suche nach ihren im Wald abhandengekommenen Begleiter*innen entdeckt eine Jugendliche die Leichen dreier ertrunkener Mädchen am Ufer eines Sees. Einem Wunder gleich erwachen sie wieder zum Leben. Drei Mädchen stoßen auf die im Waldsee treibende Leiche einer Teenagerin. Als sie diese begraben wollen, öffnet sie plötzlich die Augen. Figuren verschwinden und tauchen wieder auf – das Kuriosum ewiger Wiederkehr. In kontemplativen Szenen und tableaux vivants inszeniert Maria Luz Olivares Capelle einen mythopoetischen Streifzug durch den seit der Antike überlieferten Bild- und Textfundus, der Weiblichkeit, Tod und Schönheit miteinander verbindet. Ein traumhafter, unheimlicher Kurzfilm, der Natur als mysteriös-magischen Ort und zugleich als Echoraum unseres kulturellen Gedächtnisses heraufbeschwört. (Diagonale)

WALD DER ECHOS wurde auf der Diagonale 2016 mit dem Preis für den Besten Kurzspielfilm und bei VIS Vienna Independent Shorts 2016 mit dem Preis für den besten österreichischen Film ausgezeichnet.

KROCHACARRALDO

Ein Film über einen Filmdreh, über Wahnsinn und Scheitern. Für einen Vorfilmwettbewerb ersinnt Regisseur Christoph Schwarz eine groteske White-Trash-Adaption von Werner Herzogs Klassiker FITZCARRALDO. Auf einem Floß aus Plastikmüll soll ein waschechter Wiener »Krocha« die Donau hinabfahren. Doch alles läuft aus dem Ruder. Wahndreist samt Neon Cap – Kinski meets Jumpstyle. (Diagonale)

FAMILIENURLAUB

Bilder einer Reise in den Irak: Der Vater singt am Straßenrand. Schnitt. Schwester Tanya auf dem Laufband. Schnitt. In 17 Szenen lässt uns Kurdwin Ayub am titelgebenden Familienurlaub teilhaben. Wenn die Mutter bei der Erinnerung an Bagdad in Tränen ausbricht oder der Vater – ungeachtet anderer Meinungen – vom unbedingten Aufschwung Kurdistans schwärmt, vermischt sich Persönliches mit politischer Aktualität. Dazwischen: Alltag, Fadesse und inszenierte Spielszenen mit den Geschwistern – Miniaturfilme im Film. Ein wunderbar bunt irisierendes Kaleidoskop der Normalität. (Diagonale)

ZWEITE BEGEGNUNG DREIER PROTAGONISTEN. DIE SUCHE EINER VERLOREN GEGLAUBTEN SEHNSUCHT

marshmallow kakao
verkühlt rumpelnde batterien
die ruhe der berge bewahrend

watte am strauche
rinnen bildendes wasser in den parks
die entwicklung hin zum flur zurück

enge steile punklose gassen
zart schmelzende schokolade
eine himeros fahrt nach weerberg

(Guillermo Tellechea)

ART EDUCATION

Express-Lektion in Kunstgeschichte à la Maria Lassnig: ART EDUCATION ist ein frecher Trip durch die Jahrhunderte, in dem die »Superstars« unter den Kunstwerken, wie Michaelangelos »Erschaffung Adams«, in szenischen Miniaturen re-kodiert und Lassnigs feministischer Deutung unterzogen werden.

HASENLEITEN

Handstand auf der Tischtennisplatte, Selfies beim Skaten: Die Jugendlichen von Hasenleiten nutzen den Park der Gemeindebausiedlung rund um die Uhr. Und auch fürs Filmemachen taugt er. Lotte Schreiber begleitet die Heranwachsenden durch den Alltag und erzählt nebenher die bewegte Geschichte der Siedlung im Südosten Wiens. 1915, während der österreichisch-ungarischen Monarchie, als Spital erbaut, diente die Anlage während des Zweiten Weltkriegs der Unterbringung von Jüdinnen und Juden aus Wien, bevor diese in das Konzentrationslager Dachau deportiert wurden. Heute leben in den 28 Häusern mit 1.214 Wohnungen die Jugendlichen, die im Park sitzen und überlegen, ob es diesen auch in Zukunft noch geben wird. (Eva Königshofen, Diagonale’23)

SPOT: STOPTRIK FESTIVAL

MUSICLESS MUSICVIDEO: SIA – CHANDELIER

In seinem Metier sollte man sich im Ton wirklich nicht vergreifen. Nachdem er sie um den Faktor Musik bereinigt hat, fettet der oberösterreichische Sounddesigner Mario Wienerroither Musikvideos und Serienintros mit realitätsgetreuen Szenengeräuschen wieder auf. Spaghetti, Erdnüssen und Zimmerpflanzen sei Dank. (Martin Macho)

FREUDE

Zersetzen, verfaulen, verwesen: Thomas Draschans FREUDE ist ein visuelles Vergnügen, ein populärkultureller Bildersturm, ein auf der Leinwand explodierendes Feuerwerk. FREUDE ist Film pur – in Form, Rhythmus und Montage.