Was macht man als reformorientiertes Unternehmen, das einen Haufen unkündbarer Mitarbeiter*innen am Hacken hat? In Österreich wurde im Zuge einer Reform der Post eine Art Paralleluniversum für jene Mitarbeiter*innen gegründet, die noch bis zur Pensionierung im Unternehmen zu verbleiben haben. Ohne sinnvolle Beschäftigung den Arbeitstag verbringend, auf Trab gehalten durch fragwürdige Fortbildungen und untergebracht in abgeschotteten Bürotrakten, entpuppt sich diese sozial verträgliche Maßnahme als perfide Menschenverachtung mit System. (Lina Dinkla)
Konrad Wakolbingers Kurzdokumentarfilm WIR SIND DIE MUTANTEN – der Titel verdankt sich einer Interviewaussage des ehemaligen Post-Vorstandsvorsitzenden Anton Wais – geht der Frage nach, was aus den menschlichen Arbeitskräften wurde, die bei der Privatisierung des Staatsunternehmens auf der Strecke blieben. (…) Er behandelt das, was gerne übersehen wird, wenn auf ein etabliertes System ein effizienzgesteigertes folgt: den Kollateralschaden. (Dominik Kamalzadeh)