HANDABDRUCK
»Ihr wollt ein Symbol? Hier kommt mein Handabruck mit Dreck!« (Betty’s Apartment) – Musikvideo-Spin-off von Christoph Schwarz‘ CSL, das eine ungewöhnliche Perspektive auf die Entstehung des Films enthüllt.
»Ihr wollt ein Symbol? Hier kommt mein Handabruck mit Dreck!« (Betty’s Apartment) – Musikvideo-Spin-off von Christoph Schwarz‘ CSL, das eine ungewöhnliche Perspektive auf die Entstehung des Films enthüllt.
Motoren, Achsen, Zylinder – die Bauteile des Glücks. Was sich nicht in Europa weiterverkaufen lässt, schiffen die Scrapmaster vom Erzberg nach Afrika. Glück ist das (selten) leicht verdiente Geld, die (rare) Schönheit einer menschgemachten Maschine, die reale und imaginierte Freiheit auf Rädern. Zur Bild- und Tonpoetik von Autowerkstatt, Schrott und Paintballfeld liest ein anderer Wagenmeister, Bobby Sommer, ein Gedicht von Bertolt Brecht. Die singenden Steyr-Wägen, sie versprechen lautlose Leichtigkeit – ohne ihre Verwandtschaft zur Rüstungsindustrie zu verschweigen. Happiness is made of steel. (Viennale)
Bei einer scheinbar ziellosen Taxifahrt durch das nächtliche Linz entspinnt sich in Echtzeit ein spannendes Kammerspiel auf engem Raum: Der Lenker und sein Fahrgast, die Fragmente zweier Leben. Ein Gespräch beginnt, vorerst um die Stille zu brechen und dann, um zu spüren wer da eigentlich ist, am anderen Ende des Wagens. Schleichend und unberechenbar spitzt sich die Situation zu.
Ein Film über Phantasie und Freiraum, über die letzten weißen Flecken auf der Landkarte unseres Lebens und über die Notwendigkeit, sich diese zu erhalten.
In einer postapokalyptischen Welt versucht ein kleiner Roboter Leben zu beschützen: eine zartes Pflänzchen.
In ihrer Videominiatur bringt Ina Loitzl es auf den Punkt: Um allen gesellschaftlichen Erwartungen an Künstler*innen als Kreative, Mütter, Alltagsbewältiger*innen und Selbstvermarkter*innen zu erfüllen, bräuchte es viele Arme.
Eine Flut hat das Haus von Anna Vasofs Eltern überschwemmt. Die Filmemacherin wagt sich durch den alles bedeckenden Schlamm und sucht nach den Überresten einer bereits gelebten Existenz. Trotzig und humorvoll erzählt sie aus ihrem Leben, das sich, obwohl es im wahrsten Sinne des Wortes davonschwimmt, in all seinen Widersprüchen neu zusammensetzt. (Diagonale)
BECOMING STICKINESS, ursprünglich als Zweikanal-Videoinstallation produziert, erforscht das Potenzial der Klebrigkeit und provoziert Ornamentalismus im Wiener Kontext durch ornamentale und invasive wandernde Menschen/Pflanzen. Der Film begibt sich auf eine sensorische Erkundung mittels Experimentieren, Kochen, Essen und Interagieren, die mit der Suche nach Kudzu beginnt, einer in Ostasien verbreiteten Pflanzenart aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Die Erzählung gipfelt in einer kollektiven Choreografie, in der mehrere Körper miteinander verschmelzen und die Grenzen zwischen Mensch und Objekt, dekorativ und invasiv, verschwimmen.
Mai Ling, gegründet 2019 in Wien, ist ein anonymes Künstler*innen-Kollektiv und Verein, der sich der Förderung von Dialogen über Rassismus, Sexismus, Homophobie und Vorurteile mit einem Schwerpunkt auf FLINTA* asiatischer Abstammung, Diaspora und Migrant*innenen verschrieben hat. Die Gruppe verleiht programmatisch jener Figur eine kritische Stimme, die in Gerhard Polts gleichnamigem Kabarett aus 1979 eine Reihe an bitterbösen Exotismen, Stereotypen und misogynen Übergriffen über sich ergehen lassen musste. Mai Ling stellt den westlichen heteropatriarchalen Blick und rassistische Vorstellungen in Frage, die immer wieder Stereotypen über »Asien« reproduzieren, und engagiert sich in verschiedenen Formen künstlerischer Praxis und Aktivismus.
DIALOG ÜBER ÖSTERREICH basiert auf 12 Lautgedichten von Gerhard Rühm, von denen sechs als Heimatgedichte jenseits von Sentimentalität und Trivialität 1959 im Dialektband »Hosn Rosn Baa« der Wiener Gruppe veröffentlicht wurden. Hubert Sielecki schlüpft in einem Restaurant in die Haut zweier Wiener Originale, während Rühm selbst den fiktiven Dialog von sentimental-raunzend bis ordinär-aggressiv so interpretiert, dass man meint, jedes Wort verstehen zu können. Aber man meint es eben nur.
Amüsant-kluge Liebeserklärung ans Analoge und noisiges Lamentoso über dessen Niedergang. In einer rasanten Montage aus Found Footage, Fotogrammen und rhythmisierender Soundkomposition reflektiert Kopierwerk die Geschichte analoger Medien vom Schriftdruck über Fotografie, Tonbandaufnahmen, Schallplatten bis zum Bewegtbild. (Michelle Koch, Diagonale)