TITOLI FINE
Kompilation von in liebevoller Handarbeit hergestellten Filmcredits des Amateurfilmemachers Eustachio Stagno. Aus der Sammlung des Österreichischen Filmmuseums.
Kompilation von in liebevoller Handarbeit hergestellten Filmcredits des Amateurfilmemachers Eustachio Stagno. Aus der Sammlung des Österreichischen Filmmuseums.
Eine Collage aus YouTube-Versatzstücken – vom »GTA«-Avatar bis zum Papst, von der maschinellen Penisverlängerung über YouTube-Selbstdarstellungen bis zur Explosion der Atombombe: der Mann am Steuer, das Auto als Lanze, die Richtungsvorgabe als phallische Neurose. Impliziert das Bild einer nachhaltigeren Zukunft das Überkommen vor allem männlicher Minderwertigkeitskomplexe? (Diagonale)
Hinter der Tapete entdeckt die achtzigjährige Frau Pospisil eines Nachts einen Riss in der Wand. Schon davor haben sich unheimliche Dinge in der ihr so vertrauten Altbauwohnung zugetragen: ein laufender Wasserhahn, ein Fernseher, der von allein umschaltet, geplünderte Vorratsschränke. All das verschweigt sie ihrem Sohn, der sie ohnehin lieber in einem Pflegeheim wüsste. Der Bruch zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung droht sich zu einem verschlingenden Graben auszudehnen, bis ein köstlicher Hauch Surrealität eine überraschende Wendung herbeiführt. Paul Ertls mittellanger Spielfilm verschaltet psychologisch unterfütterten Horror mit romantisch-komödiantischen Elementen. Und kokettiert dabei gekonnt mit einem ganz realen Grusel: der Angst vor dem Alter. (Eva Königshofen, Diagonale’23)
Ein Adria-Urlaubsresort im Schick vergangener Tage. Die Kamera folgt dem einzigen Gast, einer Schauspielerin (Kathrin Resetarits), durch ihren von fremdbestimmten Leerzeiten geprägten Tagesablauf: zum Casting für ein Filmprojekt, zu grotesken Probeaufnahmen. Selbst die Anweisungen der Regisseurin lassen kein nachvollziehbares Ziel erkennen. Ein Film in herrlich unkonkretem Wartezustand – wie ein Streuner: immer auf der Suche, nie ganz bei sich. (Diagonale)
Jugendliche im ontologischen Drift zwischen Selbstinszenierung und Selbstfindung. An der Peripherie von Wien vermittelt sich eine dokumentarfilmische Lyrik, die mit der sinnlichen Verspieltheit ihrer Protagonist*innen korrespondiert. Eine unkonventionelle, zärtliche Coming-of-Age-Studie in grobkörnigem Schwarzweiß des von der Filmemacherin Josephine Ahnelt, ehemalige Schülerin von Friedl Kubelka, selbst entwickelten Super-8-Filmmaterials. (Diagonale)
In seinem Metier sollte man sich im Ton wirklich nicht vergreifen. Nachdem er sie um den Faktor Musik bereinigt hat, fettet der oberösterreichische Sounddesigner Mario Wienerroither Musikvideos und Serienintros mit realitätsgetreuen Szenengeräuschen wieder auf. Spaghetti, Erdnüssen und Zimmerpflanzen sei Dank. (Martin Macho)
Eine Geschichte in unterschiedlichen Variationen: Gecastet wird die Rolle der jungen, erfolglosen Schauspielerin. Die Bewerberinnen wissen nicht, dass sie im Moment des Vorsprechens bereits Teil des Films sind. CASTING TAPES ist ein schmerzhaft-humorvolles Panoptikum des Schauspielberufs. Ein reflektierter semidokumentarischer Blick auf Versuche künstlerischer Selbstverwirklichung. (Diagonale)
Eines Morgens ist es für Grisha Zeit, das Zuhause, seine jüngeren Geschwister und seine Mutter zu verlassen. Die Leere, die sein Vater hinterlassen hat, lastet zu schwer auf ihm. Während sein kleiner Bruder daran scheitert, Grisha aufzuhalten, weiß seine Mutter genau, was in solchen Situationen zu tun ist. Immerhin ist Grisha erst vier Jahre alt.
Mit den Augen hören, mit den Ohren sehen: Eine Meditation über Seinsgewissheiten und Wahrnehmungsillusionen, eine kreisende Suchbewegung in Raum und Zeit und gleichzeitig ein Trompe l´Oeil; Morton Feldmans entdramatisierte, scheinbar aus der Zeit gefallene Musik wird im Film in ihren räumlichen Dimensionen beim Wort genommen. (Thomas Miessgang)
Teil der Serie FREE RADICALS, einem Crossover-Projekt zwischen Musik und Film von Klangforum Wien und dem Film-Laboratorium der AMOUR FOU Filmproduktion. Bady Mincks Filme für die bei der Biennale di Venezia 2007 uraufgeführte Serie erforschen die Wahrnehmungsebenen von Hören und Sehen. SCHEIN SEIN spielt mit der Täuschung von Augen und Ohren wie mit der Spannung zwischen zweidimensionalem Abbild und dreidimensionalem Raumbild. Siehe auch DAS SEIN UND DAS NICHTS.