FLEISCHWOCHEN

Zimperlich darf auf dem Bauernhof der Feichtmairs niemand sein. Schon gar nicht während der »Fleischwochen«, wenn neben der Feldarbeit das Schwein geschlachtet und aufwendig verarbeitet werden muss. Tochter Margarete fühlt sich der Arbeit nicht länger gewachsen, ihr fehlt die Kraft die 81-jährige Mutter zu unterstützen, die daran festhalten will. Joachim Iseni zeigt in seinem preisgekrönten Dokumentarfilm (CROSSING EUROPE Award – Local Artist 2019) routinierte Handgriffe und familiäre Konsequenzen ihrer mühseligen Ertraglosigkeit.

PARIS RECYCLERS

Die Straßen von Paris werden von lustigen Müllmonstern heimgesucht. Zu den Geräuschen der Großstadt tänzeln die Recycling-Kreaturen über die Leinwand.

NACHSAISON

Nachsaison – das ist die Ruhe, die auf die pralle Energie des Sommers folgt. Einem älteren Ehepaar scheint die Zuneigung abhanden gekommen zu sein. Als die beiden eines Tages am Strand einschlafen, geschieht etwas Unglaubliches, das ihre Liebe neu entfacht.

MENSTRUELLA

Menstruella ist eine Superheldin, die mit ihren ganz eigenen Waffen gegen Ungerechtigkeit an Frauen kämpft. Minimalistische Animation mit Anleihen sowohl aus dem Stummfilm als auch dem Superheld*innenfilm, die den Publikumspreis des One Day Animation Festival 2015 ganz klar für sich entschied.

TROPFENFILM

Am Anfang war der Tropfen. Warum ist der Tropfen traurig? Liegt es nicht in der Natur des Tropfens, traurig zu sein? Und gegen die Natur kann man nichts machen, oder?

NOEMA

»In der Nacht, wenn ich manchmal ein paar Stunden wach bin, dann sehe ich so viel. Ich mach‘ oft die Augen zu, auch am Tag, um zu sehen was ich inwendig sehe.« (Tatjana Gamerith)

Die 93-jährige Malerin Tatjana Gamerith verliert langsam ihr Augenlicht. Ihre Linienführung verläuft nun intuitiv und mehr aus der routinierten Hand als über das Sehen, da sie ihren Blick nicht mehr auf einen Punkt konzentrieren kann. Blicke werden zu Berührungspunkten, wenn die Kamera Gesten der Malerin einfängt. NOEMA spielt mit Wirklichkeitsvorstellungen und markiert Sinneseindrücke. Grenzen des Abbildbaren und des Imaginären werden dabei unscharf gezeichnet und verschwimmen. Die Brüchigkeit von Realität und Zeit wird spürbar.

Christiana Perschon wurde für ihr einfühlsames und visuell bestechendes Dokuporträt 2014 auf dem Kurzfilmfestival Vienna Independent Shorts mit gleich drei Auszeichnungen geehrt: dem Wiener Kurzfilmpreis für den besten österreichischen Film, dem Preis der Jugendjury und dem Publikumspreis. 2017 wurde NOEMA mit dem Publikumspreis von dotdotdot ausgezeichnet.

FIJUKA: CA CA CARAVAN

Star Trek meets Barbarella: Im Musikvideo zu Fijukas Synthie-Dream-Pop-Song »Ca Ca Caravan« schicken Marie-Thérèse Zumtobel und Anselm Hartmann das deutsch-österreichische Musikerinnenduo als furchtlose Heldinnen in die Weiten des Weltalls. Als weibliche Inkarnationen von Ziggy Stardust, in körperbetonten Retrokostümen, bewaffnet mit phallischen Laserkanonen kämpfen Judy Jupiter und Caty Cosmos in ausgestellt künstlichen Kulissen gegen absurde Kreaturen und Aggressoren für den galaktischen Frieden. Die ironisch-verspielte Hommage auf B-Movies und Science-Fiction-Serien der 1960er-Jahre zelebriert den Camp: das Artifizielle, die theatralische Übertreibung, den Triumph von Stil über Inhalt, die »Entthronung des Ernstes« (Susan Sontag). (Michelle Koch, Diagonale)

FICTION

Ist ein Leben nur dann erzählenswert, wenn man Erfolge zu verbuchen hat? Als Teil einer Reihe mit dem Titel »wertlose Filme«, die der Regisseur des Films und sein Kollege Jan Soldat ins Leben riefen, um sich in einer freundschaftlichen Challenge gegenseitig zur regelmäßigen Filmarbeit zu motivieren, entstand während einer nächtlichen Fahrt durch Wien das Porträt eines ihm fremden Taxifahrers: minimalistisch, entwaffnend offen und das Gegenteil von wertlos. (Cinema Next)

EINIGE TURNÜBUNGEN

Turnen, Akrobatik, römische Arena, Kostüm und Spiele, queerer Circus Maximus. Zwei in der Körpermitte zusammengeschweißt, balancieren und schweben. Gladiatorinnen der Lust. (Andrea B. Braidt)

OGRIS DEBRIS: SEE THE WORLD

Das Video zum Track »See the World« von Ogris Debris folgt einer fortwährenden Bewegung durch eine Welt voller Metaphern, irgendwo zwischen Gaming und Surfen im Internet. Dabei wird die scheinbar objektive Wahrnehmung unserer Welt in Frage gestellt, die letztlich eine mediale Realität ist.