DER SPIEGEL
Bei der Morgentoilette zieht das Leben eines Mannes im Spiegel an ihm vorbei – von der frühen Kindheit bis ins hohe Alter, vom ersten Milchzahn, über das erste Tattoo bis zu dem Moment, an dem man sein Gebiss in einem Glas ablegt.
Bei der Morgentoilette zieht das Leben eines Mannes im Spiegel an ihm vorbei – von der frühen Kindheit bis ins hohe Alter, vom ersten Milchzahn, über das erste Tattoo bis zu dem Moment, an dem man sein Gebiss in einem Glas ablegt.
Schön und friedlich hat es der kleine Vogel hoch oben in seinem Baum. Doch plötzlich kreuzt unerwarteter Besuch auf. Die freche Raupe hat es auf die grünen Blätter abgesehen, die der kleine Vogel so liebevoll pflegt. In ihrem Streit merken die beiden nicht, dass ihnen ein Dritter auf den Fersen ist …
Schauen Sie ins Licht und denken Sie an etwas Angenehmes! Ausgeliefert auf dem Zahnarztstuhl, kann sich der Protagonist der Auseinandersetzung mit Schmerz und dem Mühsal der menschlichen Existenz nicht entziehen. Um sich abzulenken, flüchtet er in eine fantasierte Geschichte von Fischer und Meer.
Kugelrunde, rosarote, rüsselige Wesen traben fröhlich über ein Bergplateau. Ein lustiger Hirte sorgt mit seiner Trompete dafür, dass sie auf der richtigen Spur bleiben.
»J’ersatz, tu ersatz, il ersatz … Nous vivons dans un monde ersatzique.«
Ein gut aussehendes Paar unterhält sich über den Umweg des Begriffs „Ersatz“ in unterschiedlichen, stockenden Sprachen über seine Gefühle. Der lautmalerisch-bildhafte Dialog der beiden ProtagonistInnen – Schauspielerin Laetitia Dosch und Künstler und Bartmodel Benjamin Dukhan – über das Konzept der Austauschbarkeit gerät zu einer humorvollen, philosophischen Betrachtung. Irgendwann geht’s um Ersatzwohnung und Ersatzliebe. Sind wir alle nur Ersatzmenschen?
Für die in Zürich lebende international bekannte Videokünstlerin Elodie Pong stellt Sprache ein Material der Innerlichkeit dar, das sie mit zweideutigen, komödiantischen oder ikonographisch-theatralen Bildwelten konterkariert – also dem Material, das der Sphäre der Äußerlichkeiten zuzurechnen ist. Entsprechend funktionieren ihre Arbeiten häufig als eine Art Doppelpass zwischen dem Gesprochenen und dem Gesehenen.
Die 13-jährige Alma besucht ihre ältere Schwester, die in einer Kommune auf dem Land lebt. Eine gestohlene Kuh und ein junger Mann leben im Garten des Hauses. Die neuen Begegnungen und Erfahrungen bringen Almas Leben durcheinander, auch die Beziehung zu ihrer Schwester.
Wir sehen Straßen, Kurven, Brücken, einen endlosen Strom von LKWs und Autos, einen Fluss, einen Trailer, einen Parkplatz – Stationen einer Flucht in langen statischen Einstellungen. Aus dem Off hören wir die Stimme von German López Rosales, einem jungen Mann aus Mexiko. German versucht mithilfe von Schleppern in die USA einzureisen. Wir erfahren, wie er ins Boot steigt, den Grenzfluss passiert, sich in einem Wohnwagen verstecken muss und schließlich in einen kochend heißen LKW gezwungen wird. Am Ende sind viele Menschen tot, darunter sein Freund und eine fünfköpfige Familie mit Baby. (…) Klug verbindet der Film seine äußere und innere Perspektive. Eindrücklich und sensibel gelingt ihm so eine schonungslose Darstellung der Entmenschlichung, die Menschen auf der Flucht weltweit erleben – auch »next to us«.
(Jurybegründung für die Auszeichnung mit dem Diagonale-Preis für den Besten Kurzdokumentarfilm 2024)
Roman und Linda sind ein Paar, das schon lange nichts mehr verbindet außer Bloody Mary zu trinken. Sie unternehmen eine Fahrradtour in den Schweizer Bergen. Der Ausflug entpuppt sich schnell als anspruchsvoller als erwartet. Das in Stagnation weilende Paar ist gezwungen sich zu bewegen und zu agieren.
Chloé und Louis sind gehörlos. Seit langem sind sie heimlich ineinander verliebt, können sich dies aber nicht eingestehen. So tanzen sie; jedes Wort wird zum Ausdruck ihrer Choreographie zum Soundtrack der französischen Sängerin Camille. Als es endlich zum ersten Rendezvous kommt, gipfeln Chloés Katzenliebe und Louis‘ Katzenallergie in einem kritischen Moment.
Am kahlen Ast hängt noch ein gelbes Blatt. Ein Windhauch, und es schwebt durch den weißen Winterwald. Auf fröhlicher Verfolgungsjagd hebt auch der kleine Vogel zu Höhenflügen ab. Da leckt der feuerrote Fuchs sich schon die Lippen.