STEAKHOUSE

Paarbeziehungen haben eine eigene Dynamik. Ihre beruflichen Verpflichtungen ticken nicht nach der Uhr, seine Kochkunst und Liebe sind außerordentlich, aber eben zeitlich präzise getaktet. Diese Unvereinbarkeit verdichtet sich zu einem undurchsichtigen, beißenden Bratennebel und endet gesittet, aber blutig. Špela Čadež drosselt zunehmend das Tempo und schafft so Platz, damit sich das absurde Geschehen immer tiefer bohren kann. Schwarzer Humor well done. (André Eckardt)

MONSTERSINFONIE

Hast du zu Hause auch gruselige Monster unter dem Bett? Keine Angst – sie sind in Wirklichkeit ganz lieb und zahm. Und obendrein hochmusikalisch!

DER MAULWURF UND DER REGENWURM

Ein Maulwurf entdeckt, dass die meisten Tiere Gefährt*innen haben – nur er hat niemanden zum Spielen. Die Jagd nach einem saftigen Regenwurm, der ihm frech durch die Pfoten schlüpft, hat jedoch ein überraschendes Ende für ihn parat.

HOPPELDIHOPP

Was passiert eigentlich in der Sandkiste, wenn die Kinder nach Hause gegangen sind? Nichts. Nichts? Das stimmt doch nicht! Denn dann erwachen Schorsch und Agathe und erleben ihre nächtlichen Sandabenteuer.

ALI SEIN GARTEN

Koreanische, türkische und ostpreußische Migrant*innen schlagen nach 30 Jahren Glückssuche im Ruhrgebiet Wurzeln in der deutschen Klischee-Idylle: Im Schrebergarten! Mit argwöhnischem Interesse und auch nicht ganz neidlos wird jeweils verfolgt, was sich bei den Nachbar*innen so tut. Zwischen Sellerie und Mangold gedeiht offenbar auch ein sehr empfindliches Pflänzchen im deutschen Gesellschafts-Garten gedeiht: Integration.

»Ali sein Garten« ist Teil des Gruppenfilm »Zeche is nich – Sieben Blicke auf das Ruhrgebiet«, eine Koproduktion von Made in Germany Filmproduktion mit ZDF Das Kleine Fernsehspiel, Kunsthochschule für Medien Köln und Internationale Filmschule Köln.

SPIELFELD

Was bleibt, ist Leere – nachdem das Grenzdorf Spielfeld im Winter 2015 von Hunderttausenden Flüchtlingen durchquert wurde, ist der Normalzustand zurückgekehrt. Zäune, Zelte und ein ausgeklügeltes »Grenzmanagement-System« warten auf neuen Andrang, der allerdings ausbleibt. (…) Unaufgeregt spürt Kristina Schranz der Ambivalenz des Transitorts nach und verortet die Auswirkungen geopolitischer Herausforderungen im dörflichen Alltag der Spielfelder Bewohner*innen – zwischen Raststättenbistro und Einfamilienidyll. Ein Film über einen Ort, der nach kurzer, fragwürdiger Berühmtheit längst wieder von der medialen Bildfläche verschwunden ist. (Diagonale)

SPIELFELD wurde auf der Diagonale 2017 mit dem Preis für den besten Kurzdokumentarfilm ausgezeichnet.

MILDERNDER UMSTAND

„Das Stichwort „Atomarer Winter“ projizierte vor meinem inneren Auge das Urbild für radioaktiven Niederschlag (Fallout) nach einer Kernwaffenexplosion – einer menschenleeren Landschaft wo es nichts gibt als Natur, Wind, Asche und Radioaktivität.“ (Beate Gördes)

Beate Gördes (*1961) studierte 1987–1992 Freie Kunst und Malerei an der FH Köln. Seit 1985 regelmäßige Ausstellungen und Beteiligungen im In- und Ausland. Zahlreiche Teilnahmen an Internationalen Kurzfilmfestivals.

SUGAR

In einer der Gegenwart nicht unähnlichen postapokalyptischen Welt wird SUGAR, ein humanoider Roboter, ausgeschickt, um den Menschen ihre Menschlichkeit zurückzubringen. Dabei stößt SUGAR auf einen HON (Human Organism Normal), einem Postinfluencer, der sich in einer unterirdischen Technozelle in einer Art von Dauerwerbesendung inszeniert. In einem seiner aufwendigsten Werke präsentiert sich Bjørn Melhus, der zu den bekanntesten Video- und Installationskünstler*innen der Gegenwart zählt, an der Seite des liebenswerten Roboters.

9/8FIGHT41 – A 9/8 FIGHT FOR ALL OF US

In Dresden beginnt die aus der Türkei stammende Choreographin Gizem Aksu eine imaginäre Freundschaft mit der damals in Deutschland lebenden Sinto Boxlegende Johann Rukeli Trollmann (1907-1944). Um eine Kritik am »deutschen Faustkampf« zu üben, färbte Rukeli seine Haare blond und bedeckte seinen Körper mit Mehl weiß. Schließlich wurde ihm sein Meistertitel aberkannt. Inspiriert vom Kampf von Rukeli Trollman, der durch das NS-Regime wegen seines »Boxens wie ein tanzender Zigeuner« vielfältigen Diskriminierungen ausgesetzt war und im Konzentrationslager Wittenberge getötet wurde, zeichnet der Film die Erfahrungen der Künstlerin mit ihrer Einwanderung nach Berlin und den Kampf für Gerechtigkeit in Istanbul nach. Mit Rukelis Widerstand wird auch der Kampf von Rom*nja-, queeren und weiblichen Tänzer*innen repräsentiert.