DEICHKIND: LEIDER GEIL

»Tu doch nicht so, du magst es doch auch, ich bin ein Teil von dir.« – Die Hamburger Hip-Hop- und Electropunk-Formation Deichkind zählt Handlungen oder Lebenseinstellungen jenseits politischer Korrektheit und allgemeiner Vernunft auf, die dennoch umgehend als »leider geil« eingestuft werden. Das Ganze garniert mit zusammengebastelten YouTube-Schnipseln alltäglicher Fails (mangels Budget für einen Videodreh) ergibt ein rotziges Musikvideo, das ihrem Hit aus dem 2012-er Album BEFEHL VON GANZ UNTEN binnen nur einer Woche eine Million Views bescherte.

DAS KARUSSELL

Wie verändert sich unser Blick auf die Welt, wenn wir erwachsen werden?

FIRST WORK, THEN PLAY

Nachdem sie einen wichtigen Preis für ihr Album erhalten hat, steigt der Druck: Musikproduzentin Maxi verliert sich in einer Inspirationskrise. Ihre prekäre Situation als freiberuflich Tätige heizt die Abwärtsspirale ins kreative Burnout weiter an. Das ruft Maxis inneres Kind auf den Plan: Höchste Zeit Self-Care-Maßnahmen einzuleiten, um die Kreativität wieder anzukurbeln! – Brenda Lien setzt sich in ihren vielfach ausgezeichneten Filmen mit den Themen Schönheitsideale, Überwachung und (Selbst-)Ausbeutung auseinander und hinterfragt, wie alte Konsum-, Macht- und Denkmuster die neuen Erzählungen prägen. Ihr neuester Film entstand als Diplomarbeit an der HfG Offenbach und wurde, wie die Filme zuvor, in einem FLINTA*-Team hergestellt.

LOOKS

Der kleine graue Luchs passt irgendwie nicht in diese Welt voller bunter Tiere. Weil die anderen nicht mit ihm spielen wollen, schmiedet er einen fiesen Plan. Ob er dadurch dazugehören wird?

UNS GEHT ES GUT

Anhand von Dias aus den 1940er Jahren, gefunden auf einem Wiener Flohmarkt, wird die Geschichte eines Paares erzählt: bei der Sommerfrische am Berg, vor einem Auto posierend, an einem See. Die vermeintliche Idylle der Bilder kann jedoch dem sich langsam abzeichnenden Gesamtbild nicht standhalten. Auch die Tonspur kündigt Unheil an, Kirchenglocken weichen Marschschritten, martialische Kriegsreden überlagern die Schlagerklänge im Radio …

SAUBER

Vom Gefühl „nicht gewollt oder erwünscht“ zu sein, sich trotzdem oder gerade deswegen in eine Gemeinschaft an- und einpassen zu müssen, in der es oftmals nur darum geht möglichst „sauber“ dazustehen. „Entzauberung“ eines deutschen Worts.

Kuesti Fraun (*1976) ist ein mehrfach preisgekrönter freier Filmemacher und Autor und lebt in Berlin und Düsseldorf. Teilnahme an Film – und Videofestivals weltweit seit 1999.

BLAUBEEREN – CERNE JAGODY

»Hier wird Abschied genommen und der Trauer Raum gegeben (…) Wenn es eine Anklage gibt, dann wird sie nicht ausgesprochen.« – Robert Lorenz

Die alte Dame kennt die besten Plätze zum Blaubeerenpflücken und sie weiß auch, wie man sie gut einmacht. Sie liebt die uralte Buche und die Gegend, die sie wie ihre Westentasche kennt. Der Braunkohletagebau verschlingt unaufhaltsam den Wald der Muskauer Heide und nähert sich dem Dorf Rohne, in dem die beiden sorbischen Protagonist*innen Edith und Christian Penk leben. Eine tragische Geschichte aus der Lausitz. (Internationales Frauen Film Fest Dortmund+Köln)

SCARLETT

Chris und Marys Beziehung ist abgekühlt. Deprimiert und gelangweilt, macht Chris eine spontane Online-Bestellung, die dem Liebesleben Schwung verleihen soll – doch das Eintreffen des ersehnten Pakets bringt eine gefährliche Wendung. Die Grenzen zwischen Realität und Wahnvorstellungen beginnen zu verschwimmen.

CAT LAKE CITY

Auch eine eigentlich recht entspannte Katze braucht mal Urlaub. Kater Percy freut sich auf einen erholsamen Tag in »Cat Lake City« – dem Ferienparadies für Katzen. Aber es läuft nicht wie erwartet. Nicht einmal der Platz auf seinem Handtuch ist so sicher, wie er dachte …

I SIGNED THE PETITION

Soll Radiohead in Tel Aviv das Konzert geben, an dem sich in der Fangemeinde die Geister scheiden, oder sollte die Gruppe sich besser dem Boykott anschließen, der von der BDS-Bewegung (Boycott, Divestment, Sanctions) forciert wird? Nach der Unterzeichnung einer Petition, die fordert, dass Thom Yorkes Band nicht in Israel spielt, beschließt der angstgeplagte Unterzeichner, einen in London lebenden palästinensischen Freund anzurufen. (Giona A. Nazzaro)