DER TIGER OHNE STREIFEN
Ein neugieriger kleiner Tiger beschließt, sich auf eine lange Reise zu begeben, um das Rätsel seiner verlorenen Streifen zu lösen.
Ein neugieriger kleiner Tiger beschließt, sich auf eine lange Reise zu begeben, um das Rätsel seiner verlorenen Streifen zu lösen.
Lily und ihr Opa bauen ein Vogelhäuschen, damit die Vögel es auch im Winter gemütlich haben. Aber wo finden die anderen Tiere aus dem Garten Schutz vor der Kälte?
Die Kamera folgt einer Opernsängerin und den Tänzern in dem aufgelassenen Stahlwerk Novaciéries bei Saint-Etienne. Die Tänzer antworten auf den verklungenen Beat der Maschinen mit Hard Jump und Hakken, während die Hardcore-Hymne HARDCORE TO THE BONE als lyrische Klage erklingt. Die Jumpstyle-Neuinterpretation NOVACIÉRIES durch das französische Kollektiv (LA)HORDE ist ein rätselhafter Bericht über die Entwicklung eines Post-Internet-Tanzes und die Nachnutzung einer Industrieanlage.
Am 1. Dezember 2018 wurde die 80-jährige Zineb Redouane am Rande eines Gilets-Jaunes-Protestes in Marseille von einer Tränengasgranate ins Gesicht getroffen, als sie am Fenster ihrer Wohnung im vierten Stock stand. Am nächsten Tag verstarb sie im Krankenhaus an den Verletzungen. Im Mai 2020 wurde die laufende gerichtliche Untersuchung um ein neues Element erweitert: Der Bericht eines Ballistik-Experten, der feststellen sollte, ob der Beamte, der den Schuss abgefeuert hatte, ein Mitglied der französischen Bereitschaftspolizei CRS, nach Protokoll gehandelt hatte. Unter Verwendung von Elementen dieses Berichts und eines detaillierten 3D-Modells der Szene untersuchten die Enthüllungsplattform Disclose and Forensic Architecture den Fall erneut und rekonstruierten den genauen Ablauf der Ereignisse vor, während und nach der Tötung.
Die Angst vor dem Tod kann nur besiegt werden, so die Überzeugung der evangelikalen Gläubigen, wenn die Menschen an einen übermächtigen Erlöser glauben – anderenfalls wartet auf sie die ewige Verdammnis in der Hölle. Die Hölle auf Erden, die fundamentalistische Fernsehprediger*innen prophezeien, sei allerdings längst Realität. Und schuld daran der Mensch, der mit dem apokalyptischen Klimawandel den Untergang herbeigeführt hat. In der dokumentarischen Found-Footage-Collage LAKE OF FIRE beschäftigt sich das Künstlerinnenduo NEOZOON mit religiösen Filterblasen im sozialen Netzwerk Youtube und wie dualistische religiöse Sicht- und Lebensweisen die klimawandelbedingte »Hölle auf Erden« auf gefährliche Weise zusätzlich befeuern.
Héloïse Letissier alias Christine and the Queens alias Chris (seit 2018) ist ein*e französische*r Singer-Songwriter*in und Tänzer*in. Im Musikvideo zur Single SAINT CLAUDE aus dem Debütalbum CHALEUR HUMAINE wird Chris*tine vom Regie-Duo Camille Hirigoyen und Julien Choquart (alias JACK) nach eigener Choreografie in einem abstrahierten Raum in Szene gesetzt. Körper und Kamera sind in einem Tanz verbunden, der so zart wie gewaltvoll ist. Die Gliedmaßen wirken verzerrt in einem Kampf mit ambivalenten Gefühlen: Der Song erzählt von einem erlebten Ereignis, bei dem ein junger Mann in einem vollbesetzten Autobus erniedrigt wurde, ohne dass jemand – auch Chris*tine nicht – eingegriffen hätte.
»Richard – Ulrich – Kurt – Schule – Caesar – Ida – Otto – Rukschcio. Fast jeden Tag muss ich meinen Namen buchstabieren, in den unterschiedlichsten Situationen. Ich bin so daran gewöhnt, dass ich mir nie die Frage gestellt habe, welche Namen ich dafür eigentlich benütze – bis ich dieses Video gemacht habe.«
In der Geschichte des Buchstabierens, die mit der Einführung des Telefons beginnt, zeigt sich, dass diese nicht als neutrale Übermittlung funktioniert. Der Wandel politischer Systeme wirkt sich direkt auf den Modus aus. Mit Beginn des Nationalsozialismus wurde dieses elementare Instrumentarium zur Überwindung von Verständigungsschwierigkeiten durch den Austausch jüdischer Namen gegen deutsche mit nationalen und ethnischen Ideologien besetzt und bis heute so belassen. Das Buchstabieren von THINGS CHANGE kann in diesem Sinn als Hinterfragung und Aufforderung gesehen werden, die mit der Ambivalenz von THINGS DON’T CHANGE alterniert. (Nicola Hirner)
Halb tierische, halb menschliche Wesen treffen sich bei einem Speed-Dating-Tanz-Event, wo sie ihre Unterschiede und Kommunikationsschwierigkeiten erkunden. Als sich ein Ameisenbär-Mann Hals über Kopf in eine Spitzmaus-Frau verliebt, erlebt er das komplexe Paarungsballett am eigenen Leib.
Drei Schwestern sind von einer Katastrophe bedroht: Das Land, auf dem sie leben, droht überflutet zu werden. Im Chaos wird der schwesterliche Bund auf die Probe gestellt und jede der Schwestern erlebt die Gefahr auf ihre eigene Weise.
Armin, ein junger Mann ohne Pass, hat sich gerade einer Gruppe anderer Menschen, die in einem Wald campen, angeschlossen. Untertags leben sie im Verborgenen. Gesichtslos, sprachlos, identitätslos lassen sie sich durch den Tag treiben. Des Nachts versuchen sie sich in die Werft zu schleichen, um als blinde Passagier*innen unter einem der LKWs Platz zu finden. AMONG US erzählt vom Grenzenüberschreiten: Der Grenze zwischen Bürger*innen und Nicht-Bürger*innen, der Grenze zwischen Realität und Metapher und der Grenze zwischen den Lebenden und den Toten.
Nach seinem Studium an der ESAD (Ecole Supérieure des Arts Décoratifs) in Straßburg und am Le Fresnoy Studio für Moderne Kunst begann Clément Cogitore, eine eigene Form aus Video- und Konzeptkunst zu entwickeln. Wenn Clément Cogitore Filme macht, ist er dabei immer gleichzeitig Künstler und Filmemacher. Auch diese Grenze verläuft in AMONG US fließend.