A SPLENDID DAY TO FLY

Es ist ein herrlicher Tag zum Fliegen. Doch Augen auf!

MEIN HOSENSCHLITZ IST OFFEN. WIE MEIN HERZ.

Sprachbarrieren, Heißhunger oder das falsche Sex Toy: Selbst in Theas erotischen Tagträumen ist der Weg zur Lust mit Hürden gespickt. Dass dabei die vorherrschende Geschlechterordnung genauso lustvoll zerlegt werden soll wie der Tisch, der am Ende dran glauben muss, darüber herrscht zwischen Thea und ihren Lovers Konsens. In Kollaboration mit einem spielfreudigen Cast inszeniert Marie Luise Lehner ein queeres Körperfest der Lust. – Ausgezeichnet mit dem dotdotdot Publikumspreis 2022.

A JOURNEY TO YOUR MOST INNER SELF – A SHORT FILM TRILOGY

Die Erkundung eines Ortes, den man Heimat nennen kann, indem man sich mit seinem innersten Selbst verbindet, nimmt die Betrachter*innen mit auf eine acht Jahre lange Reise – festgehalten in einem Kurzfilm. Die Landschaft und die Farben repräsentieren eine Utopie, während die Gedanken manchmal schmerzhaft direkte Wahrheiten verbalisieren, die alle mit dem Kampf verbunden sind, in seinem Geburtsland nicht willkommen zu sein.

mangoranges ist queere*r Tänzer*in und Multimedia-Künstler*in mit einem Schwerpunkt auf Filmarbeiten, die sich mit psychischer Gesundheit befassen. Geboren und aufgewachsen in Österreich, tanzte mangoranges viele Jahre in Championships und performte auf Bühnen in ganz Europa.

A FAT PERSON GOES TO THE DOCTOR

»When I was going through cancer treatment, the doctor said: Maybe this will help you lose weight.« Ein echter Brüller. Gelächter vom Band. Veronika Merklein sitzt im Wartezimmer und blättert ungerührt in einer Illustrierten, während sich Erzählungen von Depression und Kollaps nach einer Radikal-Diät auf schwarzen Folien aneinanderreihen. Für A FAT PERSON GOES TO THE DOCTOR hat die bildende Künstlerin Merklein Erfahrungen von mehrgewichtigen Menschen im Gesundheitssystem gesammelt und zu einer Videoperformance verarbeitet. Die Erzählungen verdeutlichen schmerzhaft, dass Dickendiskriminierung im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich sein kann. (…) Seine Wucht entwickelt der Film aus der immergleichen, scheinbar teilnahmslosen Vortragsweise Merkleins, durchsetzt von künstlichem Gelächter, das einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Alles nur ein Witz – solange man selbst nicht die Pointe ist. (Brigitte Theißl, an.schläge)

RESORT

Ein Adria-Urlaubsresort im Schick vergangener Tage. Die Kamera folgt dem einzigen Gast, einer Schauspielerin (Kathrin Resetarits), durch ihren von fremdbestimmten Leerzeiten geprägten Tagesablauf: zum Casting für ein Filmprojekt, zu grotesken Probeaufnahmen. Selbst die Anweisungen der Regisseurin lassen kein nachvollziehbares Ziel erkennen. Ein Film in herrlich unkonkretem Wartezustand – wie ein Streuner: immer auf der Suche, nie ganz bei sich. (Diagonale)

WASSER AUS KORN

Jugendliche im ontologischen Drift zwischen Selbstinszenierung und Selbstfindung. An der Peripherie von Wien vermittelt sich eine dokumentarfilmische Lyrik, die mit der sinnlichen Verspieltheit ihrer Protagonist*innen korrespondiert. Eine unkonventionelle, zärtliche Coming-of-Age-Studie in grobkörnigem Schwarzweiß des von der Filmemacherin Josephine Ahnelt, ehemalige Schülerin von Friedl Kubelka, selbst entwickelten Super-8-Filmmaterials. (Diagonale)

MUSICLESS MUSICVIDEO: DAVID BOWIE & MICK JAGGER – DANCING IN THE STREET

In seinem Metier sollte man sich im Ton wirklich nicht vergreifen. Nachdem er sie um den Faktor Musik bereinigt hat, fettet der oberösterreichische Sounddesigner Mario Wienerroither Musikvideos und Serienintros mit realitätsgetreuen Szenengeräuschen wieder auf. Spaghetti, Erdnüssen und Zimmerpflanzen sei Dank. (Martin Macho)

CASTING TAPES

Eine Geschichte in unterschiedlichen Variationen: Gecastet wird die Rolle der jungen, erfolglosen Schauspielerin. Die Bewerberinnen wissen nicht, dass sie im Moment des Vorsprechens bereits Teil des Films sind. CASTING TAPES ist ein schmerzhaft-humorvolles Panoptikum des Schauspielberufs. Ein reflektierter semidokumentarischer Blick auf Versuche künstlerischer Selbstverwirklichung. (Diagonale)

DIE LAST DER ERINNERUNG

Sich mit Stockhausen auskennen, aber keinen Kaffee kochen können: Der gescheiterte Musikwissenschaftler Szabo lebt im Chaos. Im Wohnzimmer seiner beengten Wohnung stapeln sich Bücher, Zeitschriften, Schallplatten, in der Küche das verkrustete, mit Zigarettenstummeln gespickte Geschirr, in seinem Kopf die unerledigten Projekte, von denen er sich Erfolg verspricht. Als der junge Musikwissenschaftler Fitzthum in diese komplexe Unordnung eindringt, um ein Notenblatt einzufordern, wird er unfreiwillig zum Assistenten des fahrigen und impulsiven Sonderlings – die vergebliche Recherche nach den Noten endet schließlich mit der Suche nach einem neuen Siphon im Baumarkt. (Diagonale)

MOERDER, HOFFNUNG DER FRAUEN

Miteinander verknüpfte, optisch und akustisch raumfüllende, frei-assoziative Ketten konstruktiver, kon­kret-poetischer Video- und Animationsloops zu Oskar Kokoschkas Stück MOERDER, HOFFNUNG DER FRAUEN: Beziehungskrisen, zeitgenössisch interpretiert.

Tanz: Esther Balfe, Michael Dolan, Nina Kripas, Mani Obeya, Anna Palastanga, Daphne Strothmann, Paul Wenninger. Choreografie: Liz King (Tanztheater Wien, 1998).

Inge Graf (*Wien)
Ausbildung am Institut für Heimerziehung, Dipl., Politikwissenschaft und Publizistik an der Universität Wien. Seit 1977 Fotografie und Film. 1980–1985 Universität für angewandte Kunst in Wien (Meisterklasse Prof. Oberhuber), 1985 Dipl. Mag. art.

Walter Zyx (*Wien)
Ausbildung in klassischer Violine in Wien. Indische Musik am Instituto Canneti (Dilruba bei Acharya Manfred Junius), Vicenza, Italien. Psychologie und Philosophie an der Universität Wien. Elektronische Musik und Musikproduktion. Seit 1980 experimentelles Video.

GRAF + ZYX betreiben in NÖ die private Medienkunsthalle grafzyx tank mit Ausstellungen, Performances und Filmschauen.