JESUS VON ORLEANS

»Das sind meine Mutter und mein Vater. Sie haben sich oft geküsst. Das war eine herzliche Liebe und dann bin ich auf die Welt gekommen und das Leben war schwer bis zum Schluss.« In JESUS VON ORLEANS schildert Oliver Marceta die Tücken des Lebens anhand eines Kabelmännchens in Cowboy-Montur.

GORILLA THRILLA

Atmosphärische Film-noir-Miniatur im Wien der 1950er Jahre: Ein Taxifahrer überhört bei einer Fahrt die dubiosen Pläne seiner beiden Fahrgäste und gerät in einen Gewissenskonflikt.

WET STREAMING III – FUCK MY FICUS

Lustvolle Einladung zum Ausleben von Öko-Fetisch-Fantasien – nicht nur in Zeiten pandemiebedingter Isolation. Der Regenwald, extreme Wetterbedingungen und die Victoriafälle sind die Stars dieser humorvoll entfesselten feministischen Öko-Sex-Kritik.

DIE HAARSTRÄUBENDEN IRRFAHRTEN DES HILTI

Die improvisierte Zeichentrick-Science-Fiction-Serie erzählt von einer wahnwitzigen Odyssee durchs All: Der eifrige Weltraummechaniker Hilti ist mit seinem Raumschiff – dem sorglosen Kapitän – unterwegs durch Sonnensysteme und Universen.

Jede Episode entsteht bei Aufführung neu. Vor Betreten der Bühne wissen weder das Publikum, noch die Spieler*innen, wohin die Reise führen wird. Einzig die Mittel sind bekannt: Stimme, Musik und Tagtool. Mit stets wieder kehrenden Charakteren und der zu Grunde liegenden Mission der beiden Protagonisten, erweitert sich das »Hilti-Universum« mit jeder Episode. So begegnen Hilti und der Kapitän immer neuen Gefahren und treffen dabei auf alte Bekannte, wie Barbara und Jean Paul die Rakete, die Tankstelle des Todes oder Herrn Pferd. Bei der Performance zum 20. Geburtstag der Filmgalerie Achteinhalb werden Hilti und der Kapitän auch einige bekannte Filme durchkreuzen. Ein zitatreiches Abenteuer für Filmfreund*innen.

Mitwirkende:
Christian Reiner / Stimme
Beate Wiesinger / Kontrabass
Markus Dorninger & Matthias Fritz / Tagtool Live Zeichnung & Animation

PISTOLERAS

Was haben weibliche Schützinnen, Holster und Fettpölsterchen gemeinsam? In der spanischen Sprache können sie alle als pistoleras bezeichnet werden. Natalia del Mar Kašik Debütkurzfilm ist eine feministische Neuinterpretation der klassischen Konfrontation.

THINGS CHANGE/THINGS DON’T CHANGE

»Richard – Ulrich – Kurt – Schule – Caesar – Ida – Otto – Rukschcio. Fast jeden Tag muss ich meinen Namen buchstabieren, in den unterschiedlichsten Situationen. Ich bin so daran gewöhnt, dass ich mir nie die Frage gestellt habe, welche Namen ich dafür eigentlich benütze – bis ich dieses Video gemacht habe.«

In der Geschichte des Buchstabierens, die mit der Einführung des Telefons beginnt, zeigt sich, dass diese nicht als neutrale Übermittlung funktioniert. Der Wandel politischer Systeme wirkt sich direkt auf den Modus aus. Mit Beginn des Nationalsozialismus wurde dieses elementare Instrumentarium zur Überwindung von Verständigungsschwierigkeiten durch den Austausch jüdischer Namen gegen deutsche mit nationalen und ethnischen Ideologien besetzt und bis heute so belassen. Das Buchstabieren von THINGS CHANGE kann in diesem Sinn als Hinterfragung und Aufforderung gesehen werden, die mit der Ambivalenz von THINGS DON’T CHANGE alterniert. (Nicola Hirner)

GEH VAU

Anton ist verwirrt, als er Thea zu ersten Mal zu Hause besucht. Sie hatten neulich tollen Sex, jetzt kommt es ihm aber komisch vor, dass Paula sich ebenfalls in der Wohnung befindet und bereits über die gemeinsame Nacht informiert ist.

Die Protagonist*innen im Kurzspielfilm der Musikerin, Autorin und Filmemacherin Marie Luise Lehner probieren Geschlechterrollen an und aus und sprechen offen über Träume und Lust. So geht Konsens und Vertrauen, so werden Allianzen und Verzauberung etabliert, Begehren und Intimität ausgehandelt und in Worte gefasst. GEH VAU erweist sich, in selbstverständlicher Leichtigkeit, als unpädagogisches Lehrstück einer Gender-Utopie im Alltag. (Fiona Sara Schmidt)

BARRIEREFREIES DATE

Kara ist mit Peter zu einem Blind Date verabredet. Während sich Peter sofort mit der Situation anfreundet, dass die gehörlose Kara Gebärdensprachdolmetscher Leo zum Date mitbringt, verlangt dieser Einsatz Leo einiges ab. Der gehörlose Filmemacher Christoph Kopal setzt in der ersten österreichischen Romantic Comedy, die ganz in Gebärdensprache gedreht wurde, ein pointiertes Statement gegen Sprachbarrieren.

STRATEGIEN DER WIRTSFINDUNG

Transformationsprozesse werden in STRATEGIEN DER WIRTSFINDUNG am Beispiel parasitärer Systeme dargestellt. In jedem Behältnis wartet eine potentielle Metamorphose. Was in das Versteck hineinkriecht, kann dieses in einer anderen Gestalt verlassen. Gegenstand dieser aus wechselnden Perspektiven, Blick- und Schlupfwinkeln erfolgten filmischen Annäherung sind die komplexen Interaktionen zwischen Wirt, Parasit und Vektor. Und so schließt dieses atmosphärische, ob seiner Verbindung von Poesie, Art Visuals und Wissenschaft mutige kleine Filmgedicht mit dem großen Hinweis auf den immerwährenden Lauf der Dinge. STRATEGIEN DER WIRTSFINDUNG wurde auf dem ART VISUALS & POETRY Filmfestival 2014 mit dem Preis für den besten Film des Österreich-Wettbewerbs ausgezeichnet.

BADESCHLUSS

19:30 Uhr im städtischen Strandbad. Eine antiquierte Sehnsuchtsmelodie erklingt: Badeschluss. In einer einzigen Einstellung erzählen Peter Roehsler und Hanne Lassl mehr über ein (Wiener) Lebensgefühl als so mancher Langfilm. Dabei ist die Simplizität der Versuchsanordnung eine bloß vorgebliche. Wenn die Filmemacher*innen den Alltag mit der feinen Klinge der Beobachtung sezieren, ist die Wahrnehmung – wie beim Blick in einen venezianischen Spiegel – abhängig vom Standpunkt der Betrachtung. (Diagonale)