CSL

»Ich kann meinen Namen hundertmal hintereinander sagen – und fühle mich jedesmal aufs Neue ertappt. Bin das wirklich ich?«

Unter dem Vorwand, einen Film drehen zu wollen, gründet Christoph Schwarz einen Stammtisch für gleichaltrige Namenskollegen. Daraus entsprießt Großes: eine Christoph-Schwarz-Loge, ein geheimer Männerbund! Doch der Film gerät tatsächlich zum Film und die inszenierte Realität zur dokumentierten Fiktion. Und irgendwann verliert der Medienkünstler in diesem Verwirrspiel scheinbar selbst den Überblick. Ein Strudel aus Dichtung und Wahrheit, erzählt von einer Stimme aus dem Off. Diesmal ist es wirklich Christoph Schwarz. Nur welcher? (Diagonale)

AN EDUCATED WOMAN

Zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdbestimmung: Eine kurze Paint-on-Glass-Animation von Maria Chalela-Puccini über das Dilemma der eigenen Identität. Preisträgerin des Hubert-Sielecki-Preis für einen österreichischen Animationsfilm bei Tricky Women 2015.

MARS

Computeranimierter Kurzfilm über die erste Landung der Menschheit auf dem Mars. Die Mission läuft nicht ganz nach Plan und ein erbitterter Wettlauf um den roten Planeten beginnt.

AUF DEM GRUND DES WÄSCHEKORBS

Adele Razkövis Kurzfilm nähert sich einem Alltagsmythos – dem leeren Wäschekorb. Ausgehend von der dokumentarischen, höchstwahrscheinlich autobiografischen, und auf alle Fälle philosophischen Fragestellung, was sich auf dem Grund des Wäschekorbes verbergen könnte, wenn er denn je einmal erreicht wäre, setzt die Protagonistin zum Sprung an. Animation, Malerei, Musik, Skulptur, Literatur und Tanz – unterschiedlichste Disziplinen fließen ineinander und ergeben eine mehrstimmige Ode an einen gewöhnlichen Gegenstand. (Christina Wintersteiger)

LOVING IN BETWEEN

»Birthing is hard, dying is mean. Get yourself a little loving in between.«
– Langston Hughes

»Gönnt euch zwischendurch mal etwas Liebe!« Mit diesen ermunternden Worten des afroamerikanischen Dichters Langston Hughes eröffnet Jyoti Mistry ihren Kurzfilm, der in Archiven gefundenes Filmmaterial aus dem 20. Jahrhundert zu einer dynamischen Montage verdichtet. Lustvoll enthüllt und erhellt die Künstlerin filmische Spuren queerer Sexualität, die auf der Tonspur von einer eindrucksvollen Spoken-Word-Performance begleitet werden. Swing Time! (Diagonale)

DIE RÄUBERINNEN

Agnes, Gloria und Medusa fahren aufs Land, um sich auf einen Raubüberfall vorzubereiten. Bei dem wollen die drei trans Frauen zur Tarnung als Männer auftreten – so der Plan. Die nächsten Tage verbringen sie mit der Probe des Coups und dem Einstudieren männlich konnotierter Verhaltensweisen. (…) Während ihr Alltag als Freundinnen und Beziehungspersonen nicht einfach aufhört, wechseln sich Heiterkeit und Verzweiflung ab, denn so viel performte Cis-Männlichkeit auf einmal ist anstrengend. In nur 15 Minuten lässt der zärtlich-radikale, dichte und komplexe Kurzfilm Zuschauer*innen und Protagonistinnen ein breites Spektrum von Gefühlszuständen durchleben. (Julia Polzer, Diagonale)

CHICKENSSUIT – ERNI

Hendl Erni ist keineswegs irritiert, dass man es in einen rotweißroten Anzug gesteckt hat. Auch das Eierlegen würde funktionieren in diesem »Chickenssuit«, den ihm Edgar Honetschläger 2005 für eine Kunstaktion in Tokio auf den Leib geschneidert hat. Die mittlerweile global patentierte Kleidung für Hühner ist eine Reflexion über die Befindlichkeit der industrialisierten Welt. Nicht der Anzug mit Tragegriff ist das Ergebnis, sondern unsere Lust auf schräge Bilder und damit zu weckende »Bedürfnisse«, selbst auf absolut Unnötiges.

HOW TO DISAPPEAR

HOW TO DISAPPEAR ist ein Antikriegsfilm, der am unwahrscheinlichsten Ort nach Möglichkeiten für Frieden sucht: in einem Online-Kriegsspiel. Es ist eine Hommage an den Ungehorsam, sowohl in der digitalen als auch in der physisch-realen Welt des Krieges. Gedreht in den malerischen Landschaften von »Battlefield V«, wird die hyperreale Grafik zur Kulisse einer geistreichen Erzählung über die Geschichte der Fahnenflucht – ein kaum beachteter Teil in der Historie unserer Zivilisation. (Berlinale)

MEIN KIND

Eine Meditation über Kindheit und wie sie besser nicht sein sollte. Jenseits festzumachender Genres vertont und bebildert Max Oravin seine hypnotischen Wortströme und geschliffenen Textminiaturen. In Oravins alchemischem Labor verwandeln sich Wörter in sprachlose Musik. Das kann zuweilen verstörend sein.

RE-ANIMATED SPARTA

151.500 Frames in vier Minuten, 25 algorithmisch komprimierte Einzelbilder pro Filmbild. Holger Lang kondensiert das komplette visuelle Material des Schlachtenepos 300 – vormals SPARTA – zu einem gleichermaßen berauschenden wie antinarrativen Metablockbuster mit 25 algorithmisch komprimierten Einzelbilder pro Filmbild. Im Wirbeln der Cluster lebt die Geschichte fort, doch bleibt deren Decodierung der Maschinenwelt vorbehalten – jenseits der menschlichen Wahrnehmung. (Diagonale)