A WEEK WITH AZAR

Das Reiseverbot, das Donald Trump 2017 gegen sieben muslimische Länder durchsetzte, verwehrte der damals in Seattle lebenden Iranerin Azar die letzte Begegnung mit ihrer kranken Schwester. In einer Mixtur aus Doku, Essay, poetischem Tagebuch und Fotoroman, die Azar symbolischen Widerstand und gedanklichen Ausbruch in die Heimat gestattet, erzählt A WEEK WITH AZAR von den persönlichen Nachwirkungen politischer Entscheidungen. (Diagonale)

OUT AGAIN

Cat und Liz sind frisch verheiratet und treten an, um Cats Eltern die frohe Kunde zu überbringen. Wäre da bloß nicht die Alzheimer-Erkrankung von Cats Mutter, die sie ausgerechnet die wirklich wichtigen Details im Leben ihrer Tochter vergessen lässt …

Mit Fingerspitzengefühl und entwaffnender Offenheit findet die New Yorker Comedienne Robin Cloud in ihrem Regiedebüt den richtigen Ton, um eine nicht unkomplizierte Situation humorvoll und leichtfüßig aufzulösen. Nebenbei wird gnadenlos wie gründlich mit gleich einem ganzen Bündel an Klischees aufgeräumt. – »Based on a deeply personal experience.« (Robin Cloud)

STREETCAR NAMED PERSPIRE

Wie kaum eine zweite Filmemacherin versteht es Joanna Priestley unterschiedliche Lebensabschnitte von Frauen ironisch in Szene zu setzen. STREETCAR NAMED PERSPIRE handelt von der Achterbahnfahrt durch eine der großen Übergangszeiten des Lebens, voll Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen und vorübergehender Verwirrtheit.

I, CANDY

Candy Kugel kann auf eine unglaubliche Karriere im Animationsfilm zurückblicken und ist zweifellos eine der umtriebigsten Protagonist*innen der Branche. Sie hat fast ein halbes Jahrhundert lang Animationsfilme für Werbung, Fernsehen und Spielfilme produziert und nachfolgende Generationen inspiriert – und endlich die Zeit gefunden, die Geschichte ihres eigenen Werdegangs, selbstverständlich in Form eines Animationsfilms, zu erzählen.

THE BREATHTAKING COURAGE OF HARRIET TUBMAN

Harriet Tubman (1822–1913), geboren als Araminta Ross, entkam der Sklaverei und wurde eine führende Persönlichkeit in der abolitionistischen Bewegung. Sie diente während des Bürgerkriegs auch als Spionin für die US-Armee und beteiligte sich aktiv am Kampf um das Frauenwahlrecht. Die bewegte Geschichte ihres Lebens illustriert Yan Dan Wong in Zusammenarbeit mit TED-Ed und Janell Hobson, Professorin für Women’s, Gender and Sexuality Studies an der University at Albany.

EAT MY MAKEUP!

Fünf einnehmende Fräulein – darunter Filmregisseur George Kuchar und Marie Losier selbst – picknicken auf dem Dach eines Warenhauses im bezaubernden Long Island City, wo sich ein Wald von Wolkenkratzern am Fluss entlang erstreckt. Zu den Klängen von Wanda Jackson eskaliert der dialoglose Film schließlich, als ein Schwarm Fliegen die ausgelassene Zusammenkunft stört.

BAD ROMANCE: WOMEN’S SUFFRAGE

Gelungene Parodie auf Lady Gagas 2009 erschienenen Hit BAD ROMANCE über die Suffragetten-Bewegung in den USA als Tribute an Alice Paul und die Mitglieder der National Women’s Party. Aus Urheber*innenrechtsgründen mehrfach von YouTube verbannt – im Geschichtsunterricht US-amerikanischer High Schools geschätzt.

CHAPPELL ROAN: CASUAL

Mit dem Release ihres Songs »Casual« ging die zuvor international unbekannte US-amerikanische Sängerin und Songwriterin Chappell Roan im Oktober 2022 über Nacht viral. Geschickt formulierte explizite Lyrics über eine Situationship zwischen Liebenden mit unvereinbaren Wünschen und eine eingängige Komposition servieren einen bittersüßen Stimmungscocktail aus Weltschmerz, Traurigkeit, Sehnsucht, Langeweile, Groll und Lust. Chappell Roan traf damit einen Nerv. Wer hat sich nicht schon einmal mehr von einer Beziehung erhofft und versucht, gelassen damit umzugehen? Im März 2023 wurde das Video zum Song nachgereicht, später wurde »Casual« Teil von Chappell Roans Debütalbum »The Rise and Fall of a Midwest Princess« – die Geburtsstunde einer neuen, queeren Pop-Ikone.

NICK WATERHOUSE: RAINA

Ein Spaziergang und ein Frühstück, ein Jahr später. Damian Gomez and Jillian Meyers tanzen eine bittersüße Liebesgeschichte in zwei miteinander verwobenen Akten.

PAUL AND TINA’S SIGNALONG: SHAKE IT OFF

Sorgen abschütteln, Blicke abschütteln, abtanzen. Taylor Swifts Dancefloor-Dauerbrenner »Shake It Off« aus dem Jahr 2014 war in den vergangenen Jahren vor allem wegen Copyright-Klagen in den Medien. Aber auch originelle Reenactments des Musikvideos haben die Sozialen Medien im Sturm erobert, wie z.B. die von den Bewohner*innen eines neuseeländischen Senior*innenheims getanzte Version (Empfehlung!). Auch diese Version hier dürfte selbst die nicht eingeschworenen »Swifties« begeistern: Tina und Paul Sirimarco covern auf ihrem YouTube-Kanal bekannte Hits in Gebärdensprache (ASL). »Sign-along« statt »Sing-along« ist Musik zum Sehen, macht auf unwiderstehliche Art und Weise Lust zu tanzen und ist ein erfrischender Boost für die Sichtbarkeit von Gebärdensprachen in Alltag und Popkultur.