SISTER

Ein Mann erinnert sich ans Aufwachsen mit seiner kleinen Schwester in den 1990er Jahren in China. Wie wäre sein Leben verlaufen, wenn die Dinge sich anders entwickelt hätten? Nur scheinbar in Watte und Filz verpackt, behandelt Regisseurin Siqi Song ein unbequemes Thema in der Geschichte Chinas und erhielt für ihre Arbeit 2020 eine Nominierung für den Oscar für den besten animierten Kurzfilm.

OK GO: I WON’T LET YOU DOWN

Jede Menge Regenschirme, Luftaufnahmen und eine Choreografie präzise wie ein Schweizer Uhrwerk: Die aus Chicago stammende Band OK Go beweist mit dem Video zu ihrer Single I WON’T LET YOU DOWN einmal mehr, dass sie zu den kreativsten Filmemacher*innen der Musikindustrie zählt. Mit Hilfe einer Kamera-Drohne aus rund 800 Metern Höhe, ist auch dieses ihrer Musikvideos ohne einen einzigen Schnitt in einem Stück gedreht – auch wenn man das tatsächlich kaum glauben mag.

KITTY

Was tun, um die Aufmerksamkeit der zerstreuten Mutter auf sich zu ziehen? Nach der gleichnamigen 1980 erschienenen Kurzgeschichte von Kultautor Paul Bowles erzählt Chloë Sevigny die Geschichte eines kleinen Mädchens, das sich nichts sehnlicher wünscht als sich in ein Kätzchen verwandeln zu können. Die amerikanische Schauspielerin, die auch als It-Girl und Model Furore machte, steht in ihrem Regiedebüt nicht selbst vor der Kamera, sondern besetzt u.a. Ione Skye (BUT I’M A CHEERLEADER, ZODIAC) und TV-Ikone Lee Meriwether. Für die zwischen Traum und Wirklichkeit changierende Bildsprache zeichnet Seamus McGarvey verantwortlich, noch eindrücklich in Erinnerung NOCTURNAL ANIMALS, in denen er ebenfalls animalische Instinkte in traumschwangere Bilder hüllte. Genderqueerer Sidekick: Katerquartett Jack, Handsome, Hero und Jaguar in der Rolle der weiblichen Hauptdarstellerin.

BILLIE EILISH: ALL THE GOOD GIRLS GO TO HELL

Billie Eilish nützt ihre phänomenale Reichweite als Künstlerin, um auf die Folgen der Erderwärmung hinzuweisen. Im Text des Songs »all the good girls go to hell« werden die verheerenden Waldbrände in Kalifornien und der Anstieg des Meeresspiegels thematisiert, der im Laufe der letzten Jahre stark zugenommen hat. Im Video greift Eilish religiöse Bilder auf und inszeniert sich als gefallener Engel in einer zerstörten Welt. Ihre mit Öl bedeckten Flügel rufen bekannte Bilder in Erinnerung.

ARCADE FIRE: AFTERLIFE (LIVE AT THE YOUTUBE MUSIC AWARDS)

Auf der Bühne der YouTube Music Awards 2013 inszenierte Spike Jonze in einem bezaubernden Live-Musikvideo Great Gerwig (FRANCES HA), die sich nach einer Trennung ekstatisch durch einen künstlichen Nadelwald tanzt. Can we work it out? Ja, und nochmal ja.

TANZ DER ZUCKERFEE

Die Zuckerfee tanzt zur Nussknacker Suite durch den Saal. Ob sie den ernsten Nussknacker beeindrucken kann?

THE POUND HOLE

Während einer außergewöhnlichen Nacht im wohl außergewöhnlichsten Club der Welt wird DJ Douggpound auf die harte Tour über die Gefahren des SMS-Schreibens während der Arbeit aufgeklärt. – Dan Kwan und Daniel Scheinert arbeiteten als Duo bereits für mehrere Kurzfilme und Musikvideos zusammen und wurden 2015 mit dem MTV Music Video Award ausgezeichnet. Im Jänner 2016 landeten sie mit ihrem Langfilmdebüt SWISS ARMY MAN, einer surrealen Zombie-Tragikomödie mit Paul Dano und Daniel Radcliffe in den Hauptrollen, einen der großen Hits und – ob seiner hemmungslos ausgelebten Geschmacklosigkeiten – auch einen der großen Skandale auf dem Sundance Film Festival.

FLUTZ

Zwischen zwei Eiskunstläuferinnen, ihren Trainern und einer Hexe entsteht eine Rivalität auf glattem Eis in Ryan McCowns in jeder Hinsicht außergewöhnlichem Animationsfilm.

DER VOGELSCHRECK

Ein schräger Vogel sorgt für Aufregung bei den Spatzen auf der Stromleitung. Ungebeten nimmt er Platz und trötet dazwischen – und lässt sich von allen Versuchen, ihn loszuwerden, nicht beeindrucken. FOR THE BIRDS aus dem Hause Pixar wurde 2002 mit dem Oscar für den besten animierten Kurzfilm ausgezeichnet.

SLAP! THE GONDOLA

Ein Musical mit Musiker*innen, Musen und Fischen … Auf einer riesigen Fähre spielen zwei Meerjungfrauen (Tony Conrad und Genesis P-Orridge) Geige, um die Fische aus dem Meer anzulocken, als plötzlich ein gigantischer Fisch mit 30 Tänzer*innen im Bauch an Bord gespült wird. Die Sängerin April March tritt singend aus dem Bauch des Fisches heraus. »Was für ein Feuerwerk an Brillianz! Brilliante Farben! Brilliante Musik! Brilliante Kostüme! Brilliante Besetzung! Ich werde dieses Meisterwerk ewig lieben!« (Guy Maddin)