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HUNDESTRAND NORDBenita Buhl / Österreich 2023HUNDESTRAND NORD
HUNDESTRAND NORD
Benita Buhl / Österreich 2023 / 20 min / OmeUMit viel Empathie entdeckt Benita Buhl am Hundestrand auf der Wiener Donauinsel das Kino als Möglichkeit, mit Menschen (und ihren Hunden) ins Gespräch zu kommen. Sie lauscht den Hundebesitzer*innen und beobachtet die spielenden Vierbeiner. Nebenbei entpuppen sich letztere als Freigeister, die sich weder von Menschen noch von der Kamera einfangen lassen. (Diagonale)
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JUMPING HOCHHÄUSERTomash Schoiswohl / Österreich 2022JUMPING HOCHHÄUSER
JUMPING HOCHHÄUSER
Tomash Schoiswohl / Österreich 2022 / 16 min / OmeUMan liest oft, ein Film habe Sprengkraft. Das trifft auch auf Tomash Schoiswohls Analyse der Sprengung von – gescheiterten oder eher vernichteten – Sozialbauten in Linz, St. Louis und Glasgow zu. Allerdings hat sein Film auch Springkraft – wo die neuen Hochhäuser des Kapitals errichtet werden, springt der Filmemacher unablässig auf und ab. Ein wilder, inspirierender Vorschlag für agitatorisches Kino, das Dissens springend greifbar macht. (Diagonale)
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HASENLEITENLotte Schreiber / Österreich 2023HASENLEITEN
HASENLEITEN
Lotte Schreiber / Österreich 2023 / 22 min / OmeUHandstand auf der Tischtennisplatte, Selfies beim Skaten: Die Jugendlichen von Hasenleiten nutzen den Park der Gemeindebausiedlung rund um die Uhr. Und auch fürs Filmemachen taugt er. Lotte Schreiber begleitet die Heranwachsenden durch den Alltag und erzählt nebenher die bewegte Geschichte der Siedlung im Südosten Wiens. 1915, während der österreichisch-ungarischen Monarchie, als Spital erbaut, diente die Anlage während des Zweiten Weltkriegs der Unterbringung von Jüdinnen und Juden aus Wien, bevor diese in das Konzentrationslager Dachau deportiert wurden. Heute leben in den 28 Häusern mit 1.214 Wohnungen die Jugendlichen, die im Park sitzen und überlegen, ob es diesen auch in Zukunft noch geben wird. (Eva Königshofen, Diagonale’23)
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3 SACHEN KAUFENGabriele Mathes / Österreich 20233 SACHEN KAUFEN
(HOW I TRIED TO SAVE THE LITTLE SHOP IN OUR COMMUNITY BUILDING BY GALVANISING MY NEIGHBOURS AND FAILED)
3 SACHEN KAUFEN
(HOW I TRIED TO SAVE THE LITTLE SHOP IN OUR COMMUNITY BUILDING BY GALVANISING MY NEIGHBOURS AND FAILED)
Gabriele Mathes / Österreich 2023 / 15 min / OmeUEs beginnt als Experiment während der COVID-19-Pandemie: Filmemacherin Gabriele Mathes dokumentiert ihre Bemühungen, eine Greißlerei in ihrem Gemeindebau vor der Schließung zu bewahren, indem sie die Nachbar*innen davon zu überzeugen versucht, sich zu regelmäßigen Einkäufen zu verpflichten. Wieviel zivilgesellschaftliches Engagement verträgt das Zusammenleben im Gemeindebau?
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O BLACK HOLE!Renee Zhan / Großbritannien 2020O BLACK HOLE!
O BLACK HOLE!
Renee Zhan / Großbritannien 2020 / 16 min / eOFIn Renee Zhans O BLACK HOLE! führt die Angst einer Frau vor Verlust und Einsamkeit dazu, dass sie alles und jeden konsumiert, den sie liebt, damit sie sich nie verlassen fühlen kann. Wie bei EAGER und LOVE wird uns die alles verzehrende Dunkelheit des Universums präsentiert, nur dass dieses Universum innerlich ist. Renee Zhan stellt die reale, vergängliche Welt in dicken Ölfarben, mit Bleistift, Aquarell und Kohle dar und das innere, unausweichliche Gefängnis in räumlichen 3D-Modellen. Unsere Heldin Singularity ist eine Anomalie im Schwarzen Loch. Ihre Durchsichtigkeit ähnelt stark den Geistern, die in Leonora Carringtons Gemälden zu finden sind. In dieser Opern-Odyssee trifft Singularity auf Gefangene, die ihr auf ihrer Reise helfen – Planeten, Jahreszeiten, den Mond –, während sie aufsteigt, um ihren Entführer herauszufordern. Die wächsernen, geisterhaften Menschen, denen sie begegnet, scheinen in sich wiederholenden Schleifen festzustecken, als wären sie in endlos wiederholten Erinnerungen gefangen. Renee Zhan verwendet Ölfarbe, um die Emotion und Dramatik der Höhepunktszene zu verstärken, in der Singularity dem Schwarzen Loch gegenübersteht. (Abigail Addison)
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A STORY FOR 2 TRUMPETSAmandine Meyer / Frankreich 2021A STORY FOR 2 TRUMPETS
HISTOIRE POUR 2 TROMPETTES
A STORY FOR 2 TRUMPETS
HISTOIRE POUR 2 TROMPETTES
Amandine Meyer / Frankreich 2021 / 5 min / kein DialogEin zauberhafter Lebenszyklus wird in Amandine Meyers A STORY FOR 2 TRUMPETS auf der Leinwand präsentiert. Es beginnt mit einer zerbrochenen Statue eines Mädchens und eines Jungen, die von einer Wasserflut aufgerissen wird, die sich wiederum in Tränen verwandelt, die über das Gesicht eines Mädchens fließen. Alles im Film ist fluide und wird durch die exquisiten Aquarellhintergründe noch verstärkt. Aus einem Baby wird ein Kind, aus dem Kind wird ein Mädchen, und das Mädchen bringt eine Menge kleiner Wassergeister zur Welt. Sie werden hässlich und unkrautig und unzulänglich. Der Kopf des Mädchens wird zur Brust und ihre spritzende Milch nährt die Wassergeister und erschafft ein herrliches Unterwasserreich. Das Mädchen ist zur Schöpferin geworden und baut sich einen neuen und verbesserten Brunnen; und mit ihm fließt auch ihre eigene kreative Freiheit. Amandine Meyer: »Vor fünfzehn Jahren erschien in meinem Fanzine ,Pique-nique’ ein kleines Mädchen mit einem Brustkopf. Sie verkörperte die Angst vor dem Mutterwerden mit der Verwandlung des erotischen Körpers in einen nährenden Körper. Der Unwille, sich als Mutter zu verkleiden, indem man die Brust als Maske trägt, als ob man vor diesem neuen Status verschwinden würde.« Ähnlich wie die sanfte Gewalt in SNOW HUT hat Amandine Meyer ein beunruhigendes Kinderbilderbuch zum Leben erweckt, das von ihren eigenen Erfahrungen inspiriert ist. (Abigail Addison)
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LOVE
Réka Bucsi / Ungarn 2016 / 15 min / kein DialogIn LOVE betrachtet Réka Bucsi die mit Liebe verbundenen Stimmungen auf einer Makroskala. Wie eine Göttin hat sie ein ganzes Sonnensystem geschaffen, das von Gefühlen der Sehnsucht, der Liebe, des Verlusts und der Einsamkeit materiell geprägt ist. Réka Bucsi: »Ich tastete mich an die Atmosphäre heran, indem ich verschiedene Empfindungen und Eindrücke von Material, Bewegung und Farbe nutzte, aber keine Worte … Ich wollte, dass der Film zu etwas wird, das der Zuschauer gerne berühren und ein Teil davon sein möchte.« Réka Bucsis Himmelskörper werden als Lebewesen dargestellt, deren wechselnde Emotionen die Flora und Fauna in ihren Ökosystemen beeinflussen. Sobald spärliche Umgebungen üppiger werden, schließen sich die dort lebenden Lebewesen mit neu entdeckten Partner*innen zusammen, und die Planeten werden größer und grüner, da sie von den Verbindungen gedeihen. Ähnlich wie die natürliche Welt in EAGER wird die Undurchdringlichkeit des Lebens offenbart, wenn sich der Zyklus verschiebt, die Welten sich weiterentwickeln und jedes Lebewesen im Abspann scheinbar durch die Erfahrung der Liebe berührt und verändert wurde. (Abigail Addison)
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HELL HATH NO FURIEKitty Faingold / Großbritannien 2018HELL HATH NO FURIE
HELL HATH NO FURIE
Kitty Faingold / Großbritannien 2018 / 6 min / kein DialogDer wütendste aller Filme im Programm ist sicherlich HELL HATH NO FURIE von Kitty Faingold. Mit seiner kühnen, rot-schwarzen Ästhetik und dem starken grafischen Stil ist die Wut in den Look ebenso eingewoben wie in die Erzählung. Kitty lädt uns in eine scheinbar gewöhnliche Wohnung voller Kitsch, eigenwilligem Nippes und langweiligen Natursendungen ein, die auf dem alten Fernseher laufen. Wir werden Zeuge, wie die Furien (Göttinnen der Rache), die jetzt als Frauen aus den 1990er Jahren wieder auferstanden sind, zusammenkommen, um ziemlich verärgert ein Kartenspiel zu spielen. Die animierten Karten erinnern ein wenig an Leonora Carringtons Begeisterung für die Ikonographie des Tarot. Wir treffen auf Allecto („Unaufhörlich im Zorn“), Tisiphone (die „Rachsüchtige“) und Megaera (das „grünäugige Monster“), die versuchen, so gut sie können miteinander auszukommen, obwohl sie nicht anders können, als in eine Fehde von apokalyptischen Ausmaßen zu verfallen. Wenn sie nur eine Sprache hätten, in der sie sich besser ausdrücken könnten, wie es die LINGUISTS tun. (Abigail Addison)
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SNOW HUT
KAMAKURA
Yoriko Mizushiri / Japan 2013 / 6 min / kein DialogSNOW HUT formt sich aus Yoriko Mizushiris Erinnerungen an den weichen, weißen Schnee ihrer Heimatstadt. Ein Film mit sinnlichen Bildern und beruhigenden Klängen, die zusammen ein Werk ergeben, das gleichzeitig beruhigend und beunruhigend ist. Mit einer Palette von Pastellfarben könnte man ihn (wie viele der Filme in diesem Programm) als einen »femininen Film« bezeichnen, in dem die Sanftheit und Zartheit im Kern etwas Beeindruckenderes untermauert. Dies ist ein unheimlicher Raum, in dem wir uns befinden, konfrontiert mit einer gesichtslosen Gestalt, die wir als Körper lesen: körperlose Beine, eine Gestalt, die im Wasser versinkt, ein abgetrennter Mund und eine Nadel, die Fleisch nachgibt. Es ist fesselnd und eindringlich, tröstlich und alptraumhaft zugleich, während wir versuchen, unsere Bedeutung in Yoriko Mizushiris symbolischem Werk zu finden. (Abigail Addison)
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IMPOSSIBLE FIGURES AND OTHER STORIES IIMarta Pajek / Polen 2016IMPOSSIBLE FIGURES AND OTHER STORIES II
IMPOSSIBLE FIGURES AND OTHER STORIES II
Marta Pajek / Polen 2016 / 15 min / kein DialogBei Marta Pajek ist der häusliche Raum ein lebendiges, atmendes, sich ständig veränderndes, bewegliches Ding. Das Haus einer Frau wird zu einem chaotischen Traumraum, der sich jeder Logik entzieht. In der Küche versucht sie frustriert zu verhindern, dass die zerbrechlichen Hühnereier herunterfallen und von einem seltsam schrägen Tisch brechen. In ihrem sich verändernden Korridor wechselt das Tapetenmuster von monochromatisch und geometrisch zu Frauengesichtern – still, zum Schweigen gebracht, versteckt – und mutiert in Adern zu leuchtend roten, erotischen, vulvischen Blumen, die aus den Wänden erblühen. In ihrem Schlafzimmer materialisieren sich die Erinnerungen an frühere Liebhaber in körperlicher Form aus ihrem Schrank, um wieder hineingedrängt zu werden. Blumen verwelken an den Wänden, der Raum verändert sich, verführerische neue Blumen erblühen und verwandeln sich dann in hohe Gräser, die sie umhüllen. Sie findet sich schließlich in einem Tanzlokal wieder, wo die Paare langsam tanzen und beim Liebkosen zu einem Körper verschmelzen. Die Männer attackieren ihre Partnerinnen mit Gewalt. Das Haus verschiebt sich und verschmilzt mit dem Boden. Sie ist nun allein mit einem Ei, aus dem eine überraschende Kreatur schlüpft. Die Frau blickt uns an, sie lächelt. Sie hat wieder die Kontrolle. (Abigail Addison)
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