CELLS AND GLASS

Yuki Hayashi / Japan 2020 / 9 min / OmeU

Recherchen im Institut für iPS-Zellforschung und Anwendung (CiRA) der Universität Kyoto inspirierten den Videokünstler Yuki Hayashi zu einem Science-Fiction-Monolog über das Verhältnis zwischen dem Innen und dem Außen, Mensch und Tier. Protagonist des Films ist ein Glaskünstler, der sich einer Transplantation eines Organs unterzieht, das im Körper eines Schweines gezüchtet wurde. Im Krankenhaus wird er von einem Freund gebeten, nach seiner Genesung ein Gefäß aus einem Stück Fensterglas aus dessen altem Haus herzustellen. Während er das Material bearbeitet, reflektiert er über die Parallelen zwischen der Transplantation und dem handwerklichen Prozess und über die Veränderlichkeit der Aggregatzustände.

kanyukuyuki.tumblr.com

Credits

Drehbuch Yuki Hayashi Bildgestaltung Yuki Hayashi Montage Yuki Hayashi Produktion Yuki Hayashi

SELF SURGERY

Hikari Wajima / Japan 2020 / 5:30 min / kein Dialog

Hikari Wajima greift zu Nadel und Zwirn, um in dieser kunstfertig-ironischen Nähperformance ihre Erfahrungen im klassischen Ballett zu bearbeiten. Wie akzeptieren wir unseren Körper, unsere Haar- und Hautfarbe, Gestalt, Muskeln und unser Fett, das, was wir nicht immer ändern können?

Credits

Mitwirkende Hikari Wajima Drehbuch Hikari Wajima Bildgestaltung Hikari Wajima Montage Hikari Wajima Sound Design Hikari Wajima Produktion Hikari Wajima

MATERIAL BODIES

Dorothy Allen-Pickard / Großbritannien 2020 / 4:20 min
Screening: OmdU (SDH) / Streaming: eOF

»I’d love to be able to shift to viewing my prosthetics as an accessory. I want to be able to make them look badass.« Durch die Verflechtung von Tanz und Gespräch untersucht der mehrfach preisgekrönte Kurzfilm MATERIAL BODIES auf sinnlich-cineastische Weise die Beziehung von fünf Künstler*innen zu ihren amputierten Gliedmaßen und Prothesen: Im Alltag stets eine Unterstützung wie auch Blickfänger, kann die Prothese aber auch Teil der eigenen Identität, Freund*in oder Tanzpartner*in sein – und allem voran auch ein Mittel zur Selbstentfaltung.

www.dorothyallenpickard.com

Credits

Mitwirkende Daniel Bermingham, Mickaella Dantas, Kat Hawkins & Caitlin McMullan Drehbuch Dorothy Allen-Pickard Bildgestaltung Jack Wells Montage Dorothy Allen-Pickard Ton Ben Hauke & Adina Istrate Produktion Lucy Pucillino & Julie Vergez

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FLESH

CARNE
Camila Kater / Brasilien/Spanien 2019 / 12 min / OmeU

In Unterhaltungen in der Familie und im Freundeskreis stellte die Regisseurin Camila Kater fest, dass es viele unterschiedliche Geschichten von Frauen und ihrem Körperbild gibt. Herkunft, Umfeld und Sozialisierung haben dabei ein ganz eigenes Gewicht. In ihrem Film gibt sie vielfältigen Perspektiven Raum und verleiht ihnen durch die Wahl unterschiedlicher haptischer Animationstechniken Tiefenschärfe. Fünf Porträts, die fünf Garstufen von Fleisch entsprechen – roh, blutig, rosa, halb durch und durch – und jeweils von einer anderen Animationsfilmkünstlerin in einem ganz eigenen Stil animiert wurden, greifen Geschichten von Frauen heraus, die sowohl individuell als auch exemplarisch sind. Plastisch, eindringlich, berührend.

camilakater.wordpress.com

Credits

Drehbuch Camila Kater & Ana Julia Carvalheiro Animation Camila Kater, Giovana Affonso, Flavia Godoy, Cassandra Reis & Leila Monsegur Bildgestaltung Samuel Mariani Montage Samuel Mariani Ton Xabier Ferreiro, Julia Teles & Luis Felipe Labaki Musik Sofia Oriana Infante & Julia Teles Produktion Chelo Loureiro & Lívia Perez

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REGARD SILENCE

MIRA EL SILENCIO
Santiago Zermeño / Mexiko 2022 / 29 min / Omd/eU (SDH)

Wie erleben und gestalten gehörlose Menschen Poesie und sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten? In einem Kreativlabor erforscht eine Gruppe von Gehörlosen die mexikanische Gebärdensprache und erweitert dabei stets die Grenzen des Ausdrückbaren. Filmemacher Santiago Zermeño begleitet den Prozess und versucht in seinem Dokumentarfilm eine Annäherung an die Unübersetzbarkeit und Unreduzierbarkeit von metaphorischen Dimensionen und die Poetik der Gebärdensprache. Die Hörenden tauchen in eine Welt ein, deren Wesen und Schönheit sich auf der Kinoleinwand offenbart. REGARD SILENCE feierte im Rahmen der ethnocineca 2023 Österreich-Premiere. Wir freuen uns sehr, diesen bemerkenswerten Film in Kollaboration mit der ethnocineca noch einmal zeigen zu können!

Credits

Drehbuch Santiago Zermeño Bildgestaltung Angel Jara Taboada Montage Santiago Zermeño Ton Jorge Leal Carrera & Cosme Álvarez Produktion Andrea Juárez & Lau Charles Hochschule Centro de Capacitación Cinematográfica

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SIGN NIGHT SHANGHAI: UNFURL

Cathy Mager / Großbritannien/China 2022 / 4:10 min / Omd/eU (SDH)

Kollaboration zwischen der gehörlosen britischen Künstlerin Cathy Mager und der gehörlosen Performerin Alice Xiaoshu Hu. Nachdem Cathy Magers im COVID-19-Lockdown entstandener Film SIGN NIGHT – virtuell – bis nach China gereist war, kamen die beiden Künstlerinnen miteinander in Kontakt und schufen ein Filmpoem, das sich auf vielfältigen Bedeutungsebenen als Projektion auf der Fassade des Shanghai Duolun Museum of Modern Art entfaltete.

In ihrem Gedicht beschreibt Cathy Mager das Gefühl von Freiheit und Empowerment durch Gebärdensprache und Gehörlosenkultur, das sie empfindet: »As my hands unfurl, my heart opens to the sky.« Die einfühlsame und ausdrucksstarke Interpretation durch Alice Xiaoshu Hu übersetzt es in das Wachstum einer Lotusblüte, das Ausdauer und Widerstandsfähigkeit erfordert. Nicht zuletzt thematisiert diese Übersetzung auch die Auswirkungen des Klimawandels auf die globale Artenvielfalt.

Cathy Mager: »Gebärdensprache hat die Fähigkeit, komplexe wissenschaftliche visuelle Darstellungen der Natur auszudrücken und die geheimnisvolle Naturwelt mit Tiefe und Details darzustellen, was oft in schriftlicher Form viel schwieriger zu erreichen ist. Es ist wichtig die Rolle anzuerkennen, die gehörlose Menschen in relevanten Diskussionen über Klimawandel und Biodiversität spielen.«

www.cathymager.com

Credits

Schauspiel Alice Xiaoshu Hu Drehbuch Cathy Mager Literaturvorlage Cathy Mager Animation James Merry & Cathy Mager Bildgestaltung Zheng Xiosan Produktion Spectroscope

IMAGININGS (FEAT. KITCHEN’S LIGHT)

Anja Hiddinga / Niederlande 2022 / 13:15 min / Omd/eU (SDH)

Gebärden als Aufbegehren: Die Mitglieder des niederländischen Performance-Kollektivs Kitchen’s Light geben in der Verfilmung des Gedichts »Walls and Dreams« ihrer Wut über die Herausforderungen einer Welt, die nur für Hörende eingerichtet zu sein scheint, aber auch ihren Hoffnungen Ausdruck. Regisseurin Anja Hiddinga lässt in pulsierendem Rhythmus Musikvideo-Ästhetik in Gebärdenpoesie fließen, wo Reime nicht durch Klang sondern durch Bewegungen entstehen.

www.geelprodukt.nl

Credits

Drehbuch Anja Hiddinga Literaturvorlage Kitchen's Light Bildgestaltung Stef Tijdink Montage Katarina Turler Sound Design Alex Booy Produktion Stichting Geelprodukt & Leendert Pot

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SIGN NIGHT: HAND SHIPS SAIL

Cathy Mager / Großbritannien 2020 / 6:30 min / Omd/eU (SDH)

Träume für die Zukunft, Botschaften an den Nachthimmel: Die gehörlose britische Künstlerin Cathy Mager inszeniert ein poetisches Zwiegespräch zweier Liebender in britischer Gebärdensprache als raumgreifende Projektion auf Gebäude im Zentrum von Bristol. Die faszinierende Installation – der Abschluss eines sehr aufwändigen Entstehungsprozesses in durch den Lockdown erzwungender Distanz – untersucht Kommunikationsbarrieren, die durch das Tragen von Masken entstehen, und die soziale Isolation, die viele gehörlose Menschen während der COVID-19-Pandemie erlebt haben.

www.cathymager.com

Credits

Schauspiel Vilma Jackson & Sophie Stone Drehbuch Cathy Mager Literaturvorlage Cathy Mager Bildgestaltung Chris Bradshaw Montage Jon Street Produktionsleitung Cat Roberts Produktion Cathy Mager

HEARTBEAT

Boaz Blume / Niederlande 2022 / 3:45 min / Omd/eU (SDH)

Breaking doors down / Freeing our hands / Live! – Am Ende des Labyrinths ein Poem, ein Donner, ein Herzschlag. Solo-Performance des gehörlosen niederländischen Dichters Boaz Blume, Mitglied des Kollektivs »Kitchen’s Light«.

Credits

Schauspiel Boaz Blume Literaturvorlage Boaz Blume Bildgestaltung Stef Tijdink Montage Stef Tijdink Produktion Boaz Blume

DEAR HEARING WORLD

Adam Docker / Großbritannien 2019 / 4 min / Omd/eU (SDH)

Deutliche Worte an die hörende Welt: Im nächtlichen London setzt Adam Decker das gleichnamige Gedicht von Raymond Antrobus aus seiner von der Kritik gefeierten Debüt-Gedichtsammlung »The Perseverance« eindrucksvoll in Szene. Die Spoken Word Performance des gehörlosen Autors verbindet sich mit der Performance der gehörlosen Schauspielerin Vilma Jackson in britischer Gebärdensprache und dem pulsierenden Soundtrack von Enos Desjardins zu einer Brandrede gegen Audismus.

Credits

Schauspiel Vilma Jackson Sprecher Raymond Antrobus Literaturvorlage Raymond Antrobus Bildgestaltung Adam Docker Montage Adam Docker Sound Design Enos Desjardins Musik Enos Desjardins Produktion Red Earth Studio & Ces Terranova

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