ABITA

Blühende Kirschbäume, klare Seen, weite Wiesen. Die Freiheit erscheint wie ein fragiles Traumbild, wie Tusche auf Reispapier. Auf poetische Weise konturiert ABITA ein kleines Mädchen, das sich von der Sehnsucht nach Freiheit getrieben seine eigene gemalte Welt erschafft. In ca. 5.000 in japanischer Tuschemaltechnik hergestellten Einzelbildern erzählen Shoko Hara und Paul Brenner eine von 36.000 Geschichten von Kindern in Fukushima, die aufgrund der radioaktiven Strahlung nicht mehr in der kontaminierten Natur spielen können.

TIGER

Auf dem Teller sitzt ein freundlicher kleiner Tiger. Schon beim Gedanken an eine leckere Portion Spaghetti mit Orangensaft knurrt ihm der Magen. Doch Moment: Der Tiger ist doch nur gezeichnet!?

ZUHAUSE IST KEIN ORT

ZUHAUSE IST KEIN ORT zeichnet die Geschichte einer slowakischen Kleinfamilie nach. Diese lebte in den 1960er- und 1970er-Jahren in Pakistan und Kenia, dann in Österreich – doch in den politischen Wirren des Prager Frühlings in der ehemaligen Tschechoslowakei musste sie sich zwischen persönlicher Freiheit und dem Wiedersehen mit den zurückgebliebenen Familienmitgliedern entscheiden.

Entlang von erzählten Erinnerungen der eigenen Großeltern sowie Super-8-Fragmenten aus dem Privatarchiv des Großvaters montiert Clara Trischler ein bewegtes und bewegendes Familienalbum: Es offenbart nicht nur eine sehr persönliche Familienchronik, sondern auch den soziokulturellen Zeitgeist der 1960er/70er. Eine liebenswerte Ode an Menschlichkeit und Geschichtsbewusstsein, an das Medium Film als ihre Vermittler und an Trischlers Großeltern. (Diagonale)

ZUHAUSE IST KEIN ORT wurde auf der Diagonale 2016 mit dem Preis für den Besten Kurzdokumentarfilm ausgezeichnet.

ARIBADA

Inmitten eines kolumbianischen Dorfes, in dem Kaffee angebaut wird, trifft das auferstandene Monster Aribada auf die Traviesas, eine Gruppe indigener trans* Frauen der Emberá, die um den Erhalt der indigenen Identität sowie der trans* Identität kämpfen. Das Magische und das Performative, Fiktion und Dokumentation verschwimmen in dem Experimentalfilm, in dem sich am Ende auch Aribada der trans*futuristischen Gemeinschaft anschließt. (Internationales Frauen Film Fest Dortmund+Köln)

MUTTER(GLÜCK)

Ausgelöst durch ein einschneidendes Ereignis in ihrem Leben (das auch die Klammer des Films ist), stellt Claudia Dermutz Gedanken zu Sorgen, Ängsten, Anforderungen, Wünschen und Vorstellungen vom Leben als Künstlerin/Frau/Mutter in den Raum und zieht – wie auch schon in ihren früheren Arbeiten – immer wieder Parallelen zur Darstellung des Frauen- bzw. Mutterbildes in Literatur und Bildender Kunst.

FREEZE FRAME

Das Standbild – die absurdeste Technik seit der Erfindung des bewegten Bildes – bedeutet aus dem Englischen wörtlich übersetzt: gefrorenes Bild. Identische Figuren verrichten in Aufnahmen, die an die Frühzeit des Kinos erinnern, die aussichtslose Aufgabe Eisblöcke aufzubewahren, wie in einem Archiv. Die repetitiven Bewegungen erwecken die im Inneren gefangenen Tiere zum Leben.

ONCE UPON A SCREEN: EXPLOSIVE PARADOX

Eine Kindheitserinnerung wird an die schattige Wand eines ehemaligen Kinos projiziert. In seinem Videoessay erzählt der Filmemacher und Filmkritiker Kevin B. Lee von der Erfahrung Oliver Stones »Platoon« zu sehen – und der Tatsache, dass sein Vater einen anderen »Platoon« gesehen hat, obwohl sie denselben »Platoon« gesehen haben. Auch seine Mitschüler haben einen anderen Film gesehen. Licht fällt durch Blätter und auf den Screen des iPads. Ein Essay über die Verquickung von Gegenwart und Vergangenheit, die sich wandelt wie ein Film, dessen Montage kontinuierlich verändert wird.

VALLEY PRIDE

Das Valley Pride ist eine der wichtigsten Regionen Kaliforniens für die industrielle Landwirtschaft. Gigantische Maschinen hinterlassen tiefe Wunden in der Erde, illegal beschäftigte Mexikaner*innen verpacken mit immergleichen Handgriffen das Gemüse im Sekundentakt. Ausgebeutet wird der Boden und werden die Menschen. Eine ökologische und menschliche Katastrophe wie aus einem Endzeitfilm, festgehalten in hocheffizienten Bildern. (Michael Pekler, Diagonale)

VALENTINA

»Soll ich euch eine Geschichte erzählen?«, fragt Valentina. Valentina lebt im Kreis ihrer Großfamilie in einer Armensiedlung im Roma-Viertel von Skopje, Mazedonien. Das zehnjährige Mädchen ist ein Wildfang und eine begnadete Erzählerin. Seiner charismatischen Heldin ist der Film ein streunender Kompagnon. Über skurrile Anekdoten, surreale Tagträume und schmerzhafte Erinnerungen macht uns Valentina mit ihrer Familie bekannt: Wir beobachten Vater Asim beim Sperrmüllsammeln, Mutter Naile beim Betteln, die Schwester Ramize beim Haare flechten, den Bruder Ferdi, der nur Unsinn im Sinn hat, und den Großvater, der nur an Zigaretten denkt und manchmal furchterregende Zornesausbrüche hat. (Berlinale)

Gänzlich unaufgeregt, in sorgfältig kadrierten Schwarzweißbildern thematisieren Luise Schröder (Drehbuch, Kamera) und Maximilian Feldmann (Drehbuch, Regie) nichts weniger als das Elend und die Größe, kurz das Drama dieser Welt. VALENTINA wurde mehrfach ausgezeichnet (u.a. Baden-Württembergischer Filmpreis 2016, FIRST STEPS Award der Berlinale 2016), im Mai 2017 mit dem International Documentary Award des Wiener Dokumentarfilmfestivals ethnocineca. Der Preis wird im Rahmen der Filmvorführung an die beiden Filmschaffenden übergeben.

DER GRÜFFELO

Auf ihrem Spaziergang durch den Wald erfindet sich die kleine Maus einen mutigen Freund und Beschützer: Den Grüffelo. Doch plötzlich steht der Grüffelo wirklich vor ihr – und damit eine Menge Abenteuer. Verfilmung des bekannten Bilderbuchs von Julia Donaldson und Axel Scheffler.