AMONG US
PARMI NOUS
Clément Cogitore / Frankreich 2011 / 30 min / OmeUArmin, ein junger Mann ohne Pass, hat sich gerade einer Gruppe anderer Menschen, die in einem Wald campen, angeschlossen. Untertags leben sie im Verborgenen. Gesichtslos, sprachlos, identitätslos lassen sie sich durch den Tag treiben. Des Nachts versuchen sie sich in die Werft zu schleichen, um als blinde Passagier*innen unter einem der LKWs Platz zu finden. AMONG US erzählt vom Grenzenüberschreiten: Der Grenze zwischen Bürger*innen und Nicht-Bürger*innen, der Grenze zwischen Realität und Metapher und der Grenze zwischen den Lebenden und den Toten.
Nach seinem Studium an der ESAD (Ecole Supérieure des Arts Décoratifs) in Straßburg und am Le Fresnoy Studio für Moderne Kunst begann Clément Cogitore, eine eigene Form aus Video- und Konzeptkunst zu entwickeln. Wenn Clément Cogitore Filme macht, ist er dabei immer gleichzeitig Künstler und Filmemacher. Auch diese Grenze verläuft in AMONG US fließend.
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MIRAMARE
Michaela Müller / Kroatien/Schweiz 2009 / 8:30 min / OFMeeresrauschen, schreiende Möwen, das Klacken von Sandalen … Im Animationsfilm MIRAMARE wird mit einer impressionistischen Tonspur und wenigen Pinselstrichen eine Strandszenerie entworfen. Der Film wirft einen Blick auf das Leben an den mediterranen Grenzen Europas, wo Tourist*innen sich entspannen wollen, während »illegale« Immigrant*innen um eine Chance auf ein besseres Leben kämpfen. Als zwei Kinder einer Schweizer Familie aus der streng abgegrenzten Touristenzone ausbrechen, lernen sie schnell, dass die Realität an diesem Ort nicht viel mit dem Leben auf dem Campingplatz zu tun hat. In der Nacht dann fegt ein Sturm über Strand und Gelände. Absperrungen und Grenzen werden zunichte gemacht und für einen Moment herrscht Gleichheit in einer ungleichen Welt.
Die Schweizerin Michaela Müller, die in Zagreb studierte, ist ursprünglich Malerin und vereint in MIRAMARE ihr Können mit der filmischen Animation. Für ihren Diplomfilm malte sie virtuos mit breitem Pinsel über 5.000 Bilder chronologisch auf eine Glasplatte und wurde dafür vielfach mit Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Grand Prix Animateka 2010.
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SHIPWRECK
Morgan Knibbe / Niederlande 2014 / 15 min / OmeUAm 3. Oktober 2013 sinkt ein Boot, auf dem sich 500 aus Eritrea geflüchtete Menschen befinden. Über 360 von ihnen ertrinken vor der Küste der italienischen Insel Lampedusa. Abraham, einer der Überlebenden, geht durch einen Friedhof von Schiffswracks und erinnert sich an die albtraumhafte Erfahrung. Währenddessen werden am Hafen hunderte Särge auf ein Militärschiff geladen.
Ungewöhnlich poetisch und zugleich bedrückend eindringlich dokumentiert SHIPWRECK ein großes Problem unserer Zeit: Die hoffnungslose Situation von Menschen, denen die Passage über das Mittelmeer geglückt ist, während viele ihrer Freunde und Familienmitglieder im Meer bleiben. Ohne einzugreifen, gleitet die Kamera von Morgan Knibbe zwischen den Schiffen und den Menschen hindurch. Sie gleitet über die Gesichter italienischer Polizist*innen, Journalist*innen und Einheimischer, die ihre Blicke hinter spiegelnden Sonnenbrillen verbergen, als schämten sie sich ihres eigenen Voyeurismus.
SHIPWRECK wurde 2014 auf dem Internationalen Filmfestival von Locarno mit dem silbernen Leoparden für den besten Kurzfilm ausgezeichnet und wurde Teil des längeren Dokumentarfilms THOSE WHO FEEL THE FIRE BURNING, der noch im selben Jahr auf dem Internationalen Dokumentarfilmfestival Amsterdam Premiere feierte.
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MY HONEYMOONEileen Hofer / Schweiz 2014MY HONEYMOON
MY HONEYMOON
Eileen Hofer / Schweiz 2014 / 4 min / eOmfUIm Jahr 2013 kamen 11.600 Asylsuchende nach Bulgarien, einem der ärmsten Länder Europas. Die meisten von ihnen waren aus Syrien geflüchtet. MY HONEYMOON handelt von einem kurzen zufälligen Zusammentreffen der Filmemacherin Eileen Hofer mit Berivan und ihrem Mann.
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MINOR BORDERLisbeth Kovacic / Österreich 2015MINOR BORDER
MINOR BORDER
Lisbeth Kovacic / Österreich 2015 / 25 min / OmeUEin Bagger demontiert einen Grenzübergang. Der Abbau der traditionellen Grenzanlagen zwischen Österreich und Ungarn macht gleichzeitig die neue, unsichtbare Abschottungslinie erfahrbar. Während sich im Bild die Balken biegen, entspinnt sich im Off ein Gedankenaustausch über die vermeintliche Bewegungsfreiheit in Zeiten von Schengen. Lisbeth Kovacic findet in ihrem auf der Diagonale 2015 mit dem Preis für den besten Kurzdokumentarfilm ausgezeichneten Film MINOR BORDER Bilder und Töne für diese Nicht-Orte und hinterfragt das europäische Grenzregime und seine dahinterliegende Politik.
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ECHOS
Michael Ramsauer / Österreich 2005 / 33 minScreening: OmdU (HoH) / Streaming: dOF
Eines Nachts in einem Auto, irgendwo auf einem Acker in Niederösterreich: Drei junge Männer blicken auf die Lichter ihres Heimatortes hinunter, zum letzten Mal. Die Radiohead-CD hängt im Player, der sündteure Whiskey muss dran glauben, die Freundschaft eine letzte Prüfung überstehen. Zunächst verläuft alles nach Plan, doch bald gerät die Situation außer Kontrolle.
Nachdem ECHOS auf heimischen Filmfestivals bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten hatte, feierte Michael Ramsauers packendes Jugenddrama über den Versuch eines Gruppensuizids 2005 seine internationale Premiere in Cannes in der Programmreihe Semaine de la Critque.
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ESEL
Rafael Haider / Österreich 2014 / 24 minScreening: OmdU (HoH) / Streaming: OmeU
Es ist Winter. Die Landschaft ist kahl, die Natur ergraut. Ein einsamer Bauernhof steht mitten im Wald. Hier lebt ein altes Bauernpaar. Ihr Leben besteht aus dem alltäglichen Trott: Anstrengungen, denen sie nicht mehr gewachsen sind, allgegenwärtige Langeweile. Unterstützt wird der Bauer von einem altersschwachen Esel. Als der Bauer erfährt, dass der Tod seines langjährigen Begleiters naht, merkt der sonst so pragmatische Mann, dass er das Tier mehr liebt, als er zugeben kann. Eine Parabel über das Sterben und das Abschied nehmen, ein Märchen für Erwachsene.
ESEL wurde vielfach mit Preisen ausgezeichnet, u.a. auf der Diagonale 2015 mit dem Thomas Pluch Drehbuchpreis für den besten kurzen und mittellangen Spielfilm und auf dem 21. Palm Springs International ShortFest mit dem »Best of Festival Award«.
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ERNTEZEITClara Stern / Österreich 2012ERNTEZEIT
ERNTEZEIT
Clara Stern / Österreich 2012 / 15 min / OmeU (HoH)Es ist Erntezeit. Sophie ist mit ihrem Freund auf den Bauernhof seiner Eltern gefahren, um Zeit mit ihm zu verbringen. Doch sie ist so überarbeitet und erschöpft, dass die Dinge beginnen auseinanderzufallen.
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A NEW TRACTOR IS COMING TO TOWN, THE WORKING CLASS TAKES A BREAKAleksey Lapin / Österreich 2012A NEW TRACTOR IS COMING TO TOWN, THE WORKING CLASS TAKES A BREAK
A NEW TRACTOR IS COMING TO TOWN, THE WORKING CLASS TAKES A BREAK
Aleksey Lapin / Österreich 2012 / 5 min / OmdU (HoH)Felder, Bauernhöfe, Windräder … Ein GPS-kontrollierter Traktor fährt alleine durch die Landschaft. Die Maschine ist nicht mehr nur Produktionsmittel. Haben wir uns von der Arbeit endlich befreit und gänzlich verzichtbar gemacht?
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DISCIPLINE
DISCIPLINE
Christophe M. Saber / Schweiz 2014 / 12 minScreening: OmeU / Streaming: OmU
Spätabends, in der Gemischtwarenhandlung eines Ägypters in Lausanne. Ein entnervter Familienvater verliert die Nerven. Eine Frau interveniert. Was als spontane Debatte über die richtige Kindererziehung beginnt, entwickelt sich, mit Beteiligung weiterer Kunden, zu einer schonungslos ideologischen Auseinandersetzung. DISCIPLINE ist ein ungestümes Statement über die Brüchigkeit des gesellschaftlichen Vertrags.
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