FILMARCHIV

25 Resultate

15 JAHRE UND KEINE ANTWORT

Gita Ferlin • Österreich 2015 • 7 min
Screening: OmdU (HoH) • Streaming: OmeU

In Gita Ferlins essayistischem Porträt eines jungen Asylwerbers in Österreich bleibt der Protagonist unsichtbar, verbannt aus dem Bild, nur als frei umherschwebende Stimme existent, nicht zu verorten. Die beklemmenden Schilderungen seines der Mündigkeit beraubten Lebens, das nunmehr von Furcht, Armut, Scham und Perspektivlosigkeit bestimmt wird, verdichten sich in kontemplativen Raumtableaus des schäbigen Wohnheims und im Sound: Enge, die keine Entfaltung ermöglicht. Wände, Gitter, verschlossene Türen, die gefangen nehmen. Ein Ausblick auf Bahngleise, der die permanente Angst vor Abschiebung ebenso spürbar macht wie der Verkehrslärm, der unentwegt präsent ist. Eine sensible und eindringliche Annäherung an eine unbehauste Existenz, ein Dasein zwischen Kerker und Transit. (Digonale)

Konzept Emran Ibishi & Gita Ferlin Kamera Gita Ferlin Schnitt Gita Ferlin Produktion Gita Ferlin
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37 GRAD

Paul Porenta & Alexander Reinberg • Österreich 2017 • 28 min • dOF

Bei einer scheinbar ziellosen Taxifahrt durch das nächtliche Linz entspinnt sich in Echtzeit ein spannendes Kammerspiel auf engem Raum: Der Lenker und sein Fahrgast, die Fragmente zweier Leben. Ein Gespräch beginnt, vorerst um die Stille zu brechen und dann, um zu spüren wer da eigentlich ist, am anderen Ende des Wagens. Schleichend und unberechenbar spitzt sich die Situation zu.

Schauspiel Valentin Postlmayr & David Wurawa Drehbuch Alexander Reinberg & Paul Porenta Kamera Jakob Sauer Schnitt Christoph Listabarth Ton Max Leimstättner Sound Design Benedikt Palier Musik Benedikt Palier Produktionsleitung Theresa Winkler Hochschule Filmakademie Wien
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A WEEK WITH AZAR

Tara Najd Ahmadi • Iran/Slowenien/USA/Österreich 2018 • 11 min • OmeU

Das Reiseverbot, das Donald Trump 2017 gegen sieben muslimische Länder durchsetzte, verwehrte der damals in Seattle lebenden Iranerin Azar die letzte Begegnung mit ihrer kranken Schwester. In einer Mixtur aus Doku, Essay, poetischem Tagebuch und Fotoroman, die Azar symbolischen Widerstand und gedanklichen Ausbruch in die Heimat gestattet, erzählt A WEEK WITH AZAR von den persönlichen Nachwirkungen politischer Entscheidungen. (Diagonale)

najdahmadi.com

Mitwirkende Azar Rahimi Drehbuch Tara Najd Ahmadi Produktion Jurij Meden & Tara Najd Ahmadi
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AIRPORT

Michaela Müller • Kroatien/Schweiz 2017 • 11 min • OF

Der Flughafen, Ausdruck der modernen Gesellschaft, ein Ort an dem Grenzen, Sicherheit und Toleranz ständig auf die Prüfung gestellt werden. Während die Reise für die einen beginnt, findet sie für andere ein abruptes Ende. Sechs Jahre lang hat Michaela Müller ihre anfänglichen Tonskizzen-Standbilder aufwendig künstlerisch verdichtet.

michaelamuller.com

Drehbuch Michaela Müller & Aleksandar Battista Ilić Character Design Michaela Müller Animation Michaela Müller Kamera Michaela Müller Sound Design Fa Ventilato & Hrvoje Štefotić Musik Hrvoje Štefotić & Fa Ventilato
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AMONG US

Clément Cogitore • Frankreich 2011 • 30 min • OmeU

Armin, ein junger Mann ohne Pass, hat sich gerade einer Gruppe anderer Menschen, die in einem Wald campen, angeschlossen. Untertags leben sie im Verborgenen. Gesichtslos, sprachlos, identitätslos lassen sie sich durch den Tag treiben. Des Nachts versuchen sie sich in die Werft zu schleichen, um als blinde Passagier*innen unter einem der LKWs Platz zu finden. AMONG US erzählt vom Grenzenüberschreiten: Der Grenze zwischen Bürger*innen und Nicht-Bürger*innen, der Grenze zwischen Realität und Metapher und der Grenze zwischen den Lebenden und den Toten.

Nach seinem Studium an der ESAD (Ecole Supérieure des Arts Décoratifs) in Straßburg und am Le Fresnoy Studio für Moderne Kunst begann Clément Cogitore, eine eigene Form aus Video- und Konzeptkunst zu entwickeln. Wenn Clément Cogitore Filme macht, ist er dabei immer gleichzeitig Künstler und Filmemacher. Auch diese Grenze verläuft in AMONG US fließend.

clementcogitore.com

Originaltitel PARMI NOUS Mitwirkende Murat Subasi, Maurad Saad & Khalifa Natour Drehbuch Clément Cogitore Kamera Sylvain Verdet Schnitt Isabelle Manquillet Ton Antoine Corbin Sound Design Antoine Corbin, Julien Ngo-Trong & Vincent Cosson Musik Bruno Droux & Olivier Bombarda Produktion Jean-Christophe Reymond
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AZIZA

Soudade Kaadan • Libanon/Syrien 2019 • 13 min • OmdU (HoH)

Ein syrisches Paar, ein VW-Käfer namens »Aziza« und eine Fahrstunde in den Straßen Beiruts, die Erinnerungen weckt. Die 1979 in Frankreich geborene syrische Filmemacherin Soudade Kaadan, die 2018 ihr Langfilmdebüt mit THE DAY I LOST MY SHADOW feierte, inszeniert ein melancholisches wie doppelbödiges Kammerspiel. AZIZA wurde 2019 auf dem Sundance Film Festival mit dem Grand Jury Prize in der Sektion Kurzfilm ausgezeichnet.

Schauspiel Caresse Bashar & Abdel Mounaem Amayri Drehbuch Soudade Kaadan Kamera Elsy Hajjar Ton Elia el Haddad Produktion Soudade Kaadan
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DIE TELEFONBUCHPOLKA

Benjamin Swiczinsky • Österreich 2012 • 5:20 min • dOF

»Wenn ich Inspiration such, Gesellschaftsliaison such, les ich das Telefonbuch …« – Die Geschichte von Herrn Brscht, der unglücklich über seinen Namen ist und ihn für einen im österreichischen Telefonbuch typischen ändern will. Musikvideo zu dem gleichnamigen Lied von Georg Kreisler aus der Schmiede des Animationsstudios »Neuer Österreichischer Trickfilm«.

www.neuer-trickfilm.at

Drehbuch Benjamin Swiczinsky Konzept Nana Swiczinsky Character Design Benjamin Swiczinsky & Nana Swiczinsky Animation Benjamin Swiczinsky, Conrad Tambour, Daniel Lundquist, Julia Ocker & Timur Tietze Kamera Benjamin Swiczinsky Sound Design Johannes Schiehsl Musik Georg Kreisler Produktion Benjamin Swiczinsky, Conrad Tambour & Johannes Schiehsl
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DISCIPLINE

Christophe M. Saber • Schweiz 2014 • 12 min
Screening: OmeU • Streaming: OmU

Spätabends, in der Gemischtwarenhandlung eines Ägypters in Lausanne. Ein entnervter Familienvater verliert die Nerven. Eine Frau interveniert. Was als spontane Debatte über die richtige Kindererziehung beginnt, entwickelt sich, mit Beteiligung weiterer Kunden, zu einer schonungslos ideologischen Auseinandersetzung. DISCIPLINE ist ein ungestümes Statement über die Brüchigkeit des gesellschaftlichen Vertrags.

Originaltitel DISCIPLINE Schauspiel Adel Ahdy, Camille Figuereo, Florence Quartenoud, Frank Semelet, Garance Rohr, Gianfranco Poddighe, Laurent Baier, Mehdi Djaadi, Nastassja Tanner, Nour Gayed & Yves Raeber Drehbuch Christophe M. Saber Kamera Jutzeler Denis Schnitt Vinel Jonathan Ton Cariteau Julien & Jacquet Pascal Sound Design Aeschbacher Zoel & Sublet Aude Musik Garcia Christian Produktion Elena Tatti
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EARLY RISING FRANCE

Hugo Chesnard • Frankreich 2011 • 21 min • OmeU

Souleymane hat zwar keine Aufenthaltsgenehmigung, lebt und arbeitet aber seit Jahren in Frankreich, wo er sich eine Zukunft aufbauen möchte. Als sein Arbeitgeber ihn verrät und er das Land verlassen und seine schwangere Frau zurücklassen muss, wehrt er sich mit Händen und Füßen. Im Stil einer comédie musicale erzählt Hugo Chesnard von der schwierigen Lage undokumentierter Einwander*innen. Der Chor fungiert als Instanz, die Fragen aufwirft.

Originaltitel LA FRANCE QUI SE LÈVE TÔT Schauspiel Ricky Tribord, Pauline Etienne, Patrick Catalifio, François Roy, Jenny Mutela & Pauline Valles Moingeon Drehbuch Hugo Chesnard Kamera Denis Gravouil Schnitt Erika Haglund Ton Benjamin Le Loch Musik Serge Balu, Damien Tronchot & Antoine Larcher Produktionsleitung Nicolas Trabaud Produktion Pierre-François Bernet, Pauline Seigland & Butterfly Productions
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ENTWÜRFE

Juri Schaden • Österreich 2013 • 22 min • OmdU (HoH)

Früher sorgte der Erzabbau für Arbeitsplätze in der steirischen Gemeinde Vordernberg, heute liegen die Hoffnungen auf dem geplanten Schubhaftzentrum für Asylsuchende. Juri Schaden verwebt Bilder von (architektonischen) Entwürfen des Gebäudes mit ambivalenten Perspektiven auf Sicherheit, Freiheit, das Angehaltensein/-werden. Nicht als unumstößliche, lineare Erzählung, sondern als interpretativ offener filmischer Essay. (Diagonale)

Sprecherin Dolores Winkler Konzept Juri Schaden Kamera Juri Schaden & Lisbeth Kovacic Schnitt Juri Schaden Ton Piotr Reisig Musik Emanuel Donner Produktion Juri Schaden
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IN ERSTER LINIE

Veronika Schubert • Österreich 2016 • 5:30 min
Screening: OmdU (HoH) • Streaming: OmeU

»Die Lage ist auch heute etwas unberechenbar.« Veronika Schubert sammelt und archiviert Sätze. Über die Jahre sind so unter anderem sprachliche Analysen verschiedenster TV-Genres entstanden: Kriegsberichterstattung, Soap Operas, Krimis, Regionalnachrichten … Immer im Fokus ist der einzelne »gefundene« Satz, der aus dem ursprünglichen Zusammenhang gelöst und neu montiert wird. IN ERSTER LINIE beschäftigt sich mit der Berichterstattung über ankommende Flüchtlinge im September 2015 und demaskiert die hohlen Phrasen und Floskeln der Polit-Sprache. Auf über 3.000 Glasplättchen sind Umrisslinien von Wolkenbewegungen graviert. Die Linien wirken wie eine sich ständig verankernde Grenzlinie auf einer imaginären Landkarte.

www.veronika-schubert.at

Konzept Veronika Schubert Animation Veronika Schubert Kamera Veronika Schubert Schnitt Veronika Schubert Produktion Veronika Schubert
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KILL OFF

Genevieve Clay-Smith • Australien 2017 • 15 min
Screening: OmdU (HoH) • Streaming: OmeU

Beim Krumping Battle in der Waschküche einer inklusiven Beschäftigungseinrichtung prallen die beiden Außenseiter Sonja und Goodwill aufeinander. Sie: eine junge Frau mit Down Syndrom, nicht auf den Mund gefallen, die sich von ihrer klammernden Schwester emanzipieren möchte. Er: aus dem Sudan geflüchtet und noch nicht richtig angekommen.

KILL OFF ist der neueste Film aus der inklusiven Filmschmiede Bus Stop Films, die 2007 von Genevieve Clay-Smith gegründet wurde, um Menschen mit Lernbehinderungen eine fundierte Filmausbildung zu ermöglichen. Am Film arbeiteten 11 Menschen vor und hinter der Kamera mit. In der Hauptrolle: Die US-amerikanische Schauspielerin Jamie Brewer, die ihre Karriere Ende der 1990er Jahre am Theater begann und seit 2011 in der Fernsehserie AMERICAN HORROR STORY begeistert.

www.busstopfilms.com.au

Schauspiel Jamie Brewer, Abbey Earl & Mandela Mathia Drehbuch Genevieve Clay-Smith Kamera Henry Smith Schnitt Fiona Strain Sound Design Wayne Pashley Musik Johnny Higgins Produktion Erin Black, Genevieve Clay-Smith & Eleanor Winkler
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LIST DO POLSKI

Jola Wieczorek • Österreich 2014 • 9 min • OmeU

Ausgelöst durch die hohe Anzahl polnischer Migrant*innen in Brüssel, hinterfrage ich in diesem Kurzfilm meine Identität und schreibe einen Brief an mein polnisches Alter Ego. LIST DO POLSKI ist eine Reise zurück in die Kindheit, nach Polen, und die Suche nach einer Antwort auf die Frage: Was wäre, wenn wir nie ausgewandert wären? (Jola Wieczorek)

jolawieczorek.com

Drehbuch Jola Wieczorek Kamera Jola Wieczorek & Wiesława Wieczorek Schnitt Jola Wieczorek Sound Design Jola Wieczorek
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LISTEN

Rungano Nyoni & Hamy Ramezan • Dänemark/Finnland 2014 • 13 min
Screening: OmdU • Streaming: OmeU

Eine Polizeistation in Kopenhagen. Eine Frau kommt mit ihrem kleinen Sohn und möchte Anzeige erstatten. Sie trägt eine Burka – und anzeigen will sie ihren gewalttätigen Mann. Die Situation droht zu eskalieren, als die Dolmetscherin sich zu weigern scheint, die Worte der Frau korrekt zu übersetzen.

LISTEN, die erste Zusammenarbeit der in Zambia geborenen und in Wales lebenden Filmemacherin Rungano Nyoni und des iranisch-finnischen Regisseurs Hamy Ramezan, feierte in Cannes Premiere, erhielt zahlreiche Auszeichnungen auf internationalen Filmfestivals und war für den Europäischen Filmpreis 2015 nominiert.

rungano.com

Originaltitel KUUNTELE Schauspiel Zeinab Rahal, Yusuf Kamal El-Ali, Amira Helen Larsen, Nanna Bøttcher & Alexandre Willaume Drehbuch Rungano Nyoni & Hamy Ramezan Kamera Lars Vestergaard Schnitt Rikke Selin Ton Hamid Alamizadeh Sound Design Thomas Jæger Musik Kristian Eidnes Andersen Produktion Helene Granqvist, Valeria Richter, Nynne Marie Selin Eidnes & Dominique Welinski
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MIGRATION STANDARDS

Borjana Ventzislavova • Österreich 2011 • 5:30 min
Screening: OmdU (HoH) • Streaming: OmeU

»Wir wollen in einer Gesellschaft leben, in der es selbstverständlich ist, dass alle Menschen die gleichen Rechte teilen«, formulierte die Petition »Ausschluss Basta« als Initiative von Kulturarbeiter*innen, Aktivist*innen und Forscher*innen anlässlich der 2010 kontroversiell geführten »Integrations«-Debatten in Österreich und Deutschland. In ihrer Videoarbeit greift die Künstlerin Borjana Ventzislavova diese und andere migrationspolitische Forderungen auf.

»Sie werden aber nicht von den Akteur*innen selbst vorgebracht, sondern von vier Kindern und Jugendlichen, die nacheinander vor unterschiedlichen Kulissen ihre Statements an die Kamera richten. Auch die Settings sind irritierend: Wohlbekannte Ansichten von Wiener Sehenswürdigkeiten wie Schloss Schönbrunn und Parlament sind als Hintergrundmotive in und vor verschiedene (Un-)Orte wie eine Autobahn, Landschaften mit Bahngleisen oder eine darüber liegende Flugschneise gestellt. Sie lassen sich als transitorische Räume beschreiben, die in erster Linie dem Zweck des Transports und der Mobilität dienen. (…) Potenziell sind ihnen damit auch migratorische Praktiken der Flucht und der illegalisierten Grenzüberschreitung eingeschrieben. (…) In der befremdlichen Verdichtung dieser kontrastierenden Elemente ruft Ventzislavova widerstreitende Bilder, individuelle und kollektive Projektionen zum allgegenwärtigen Thema Migration auf.« (Luisa Ziaja)

www.borjana.net

Mitwirkende Bojena Koseva, Alexandra Harizanova, Janis Nagel & David Gorlitzer Drehbuch Borjana Ventzislavova Konzept Borjana Ventzislavova Kamera Borjana Ventzislavova Schnitt Borjana Ventzislavova Ton Veselin Zografov Produktion Borjana Ventzislavova
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