FILMARCHIV

26 Resultate

15 JAHRE UND KEINE ANTWORT

Gita Ferlin • Österreich 2015 • 7 min
Screening: OmdU (HoH) • Streaming: OmeU

In Gita Ferlins essayistischem Porträt eines jungen Asylwerbers in Österreich bleibt der Protagonist unsichtbar, verbannt aus dem Bild, nur als frei umherschwebende Stimme existent, nicht zu verorten. Die beklemmenden Schilderungen seines der Mündigkeit beraubten Lebens, das nunmehr von Furcht, Armut, Scham und Perspektivlosigkeit bestimmt wird, verdichten sich in kontemplativen Raumtableaus des schäbigen Wohnheims und im Sound: Enge, die keine Entfaltung ermöglicht. Wände, Gitter, verschlossene Türen, die gefangen nehmen. Ein Ausblick auf Bahngleise, der die permanente Angst vor Abschiebung ebenso spürbar macht wie der Verkehrslärm, der unentwegt präsent ist. Eine sensible und eindringliche Annäherung an eine unbehauste Existenz, ein Dasein zwischen Kerker und Transit. (Digonale)

Konzept Emran Ibishi & Gita Ferlin Kamera Gita Ferlin Schnitt Gita Ferlin Produktion Gita Ferlin
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A WEEK WITH AZAR

Tara Najd Ahmadi • Iran/Slowenien/USA/Österreich 2018 • 11 min • OmeU

Das Reiseverbot, das Donald Trump 2017 gegen sieben muslimische Länder durchsetzte, verwehrte der damals in Seattle lebenden Iranerin Azar die letzte Begegnung mit ihrer kranken Schwester. In einer Mixtur aus Doku, Essay, poetischem Tagebuch und Fotoroman, die Azar symbolischen Widerstand und gedanklichen Ausbruch in die Heimat gestattet, erzählt A WEEK WITH AZAR von den persönlichen Nachwirkungen politischer Entscheidungen. (Diagonale)

najdahmadi.com

Mitwirkende Azar Rahimi Drehbuch Tara Najd Ahmadi Produktion Jurij Meden & Tara Najd Ahmadi
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ARCHIPELAGOS, NAKED GRANITES

Daphné Hérétakis • Griechenland 2014 • 25 min • OmeU

»Pressure becomes a habit … I’ve put myself on autopilot.«

Athen 2014. Die Filmemacherin Daphné Hérétakis ist nach dem Ende einer Liebesbeziehung für kurze Zeit aus dem Ausland in die Heimat zurückgekehrt und beginnt ein Videotagebuch zu führen. An den Mauern der Stadt zeugen Graffitis von Widerstand. Der Alltag eines Landes in der Krise, die Trägheit der Revolution, individuelle Belange, mit denen die Politik konfrontiert wird, und Existenzprobleme treten Idealen gegenüber. Junge Menschen sprechen selbstsicher in die Kamera und gehen wieder ihrer Wege. Auf der Suche nach dem Platz im Leben ist kein Raum für die Suche nach einem Ausweg aus der Krise.

Originaltitel ARCHIPELS, GRANITES DÉNUDÉS Kamera Daphné Hérétakis Schnitt Daphné Hérétakis Ton Iason Theofanou Musik Horis Peridereo Produktion Natalia Trebik
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CHARCOS

Juanjo Giménez Peña • Spanien 2017 • 8 min • OmdU (HoH)

Ein Junge wird von seiner Mutter vor der großen Pause aus der Schule abgeholt, die Fahrt geht ins Ungewisse. Meditation in Schwarzweiß-Fotografien und -Videoaufnahmen über das Ende einer Kindheit, das durch die erste Berührung mit Vergänglichkeit markiert wird.

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DAS LABYRINTH UNTER DER SONNE

Wolf-Maximilian Liebich • Österreich 2012 • 18:30 min • kein Dialog

»Wenn man in einen Wald eintritt, so ist es, als trete man in das Innere einer Seele.« – Paul Claudel

Stumm beobachtend wandelt ein Mädchen durch die natürlichen Irrwege einer Waldlandschaft. Immer tiefer und scheinbar grundlos getrieben, dringt es in die Wunderwelt ein, erkundet Pflanzen, Steine, Tiere, Mikrokulturen. Zwischen Licht und Schatten zeigt sich dieserorts auch die mystische, vielleicht beängstigende Seite des metaphorischen Labyrinths unter der Sonne, das die Kamera einfängt. (Diagonale)

wmliebich.com

Schauspiel Hanna Schludermann & Wolfgang Eberhardt Drehbuch Wolf-Maximilian Liebich Schnitt Roland Stöttinger Musik Corina Kuhs & Millian Produktion Florian Brüning Hochschule Filmakademie Wien
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DIE UND DER VON DA UND DORT

Lisa Weber • Österreich 2011 • 7 min
Screening: dOF • Streaming: OmeU

Momentaufnahmen von Wien-Tourist*innen aus aller Welt. Sie kommen aus Holland, Deutschland, Südkorea oder auch Vietnam. Sie möchten in die Oper, finden das Bermudadreieck gut oder wünschen sich eigentlich besseres Wetter. Vor den Sehenswürdigkeiten werfen sie sich in Pose, alleine oder zu zweit oder auch in Gruppen. Üblicherweise bleiben Erinnerungsfotos stumm. Lisa Weber erzählt, was sie in der kurzen Zeit über die Menschen erfahren hat, und verleiht den Bildern filmische Dimension.

Sprecherin Lisa Weber Konzept Lisa Weber Kamera Steven Swirko Schnitt Lisa Weber Produktion Lisa Weber Hochschule Filmakademie Wien
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DOPPELGÄNGER

Michaela Taschek • Deutschland/Österreich 2018 • 20 min • eOF

Es ist Freitag der 13. und Vollmond, als Erich Taschek in seinem Badezimmer einen Herzstillstand erleidet und verstirbt. Doch ist dies wirklich der Zeitpunkt, an dem der Vater aus dem Leben der Filmemacherin verschwindet? Michaela Taschek begibt sich mithilfe der Aufnahmen aus dem Familienarchiv auf eine essayistische Spurensuche. Ihre These: Der Vater ist bereits 24 Jahre zuvor gegangen und wurde durch einen »Doppelgänger« ersetzt.

Drehbuch Michaela Taschek Kamera Michaela Taschek Schnitt Sandra Wollner Sound Design Denis Elmaci Musik Anna Kohlweis Produktion Michaela Taschek
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EMBARGO

Johann Lurf • Österreich 2015 • 10 min • OmdU (HoH)

Mit ausgeklügelter Aufnahmetechnik haucht Johann Lurf mehreren österreichischen Rüstungsfirmen Leben ein – genauer gesagt deren architektonischer Oberfläche, dem aus der Distanz Sichtbaren, das sich dem Informationsembargo im Inneren widersetzt. Zum treibenden Gaming-Sound von Jung an Tagen verschieben sich Ebenen, glühen kontrastsatte Signallichter. Mitten unter uns und doch wie aus einer anderen Welt. (Diagonale)

Der Titel EMBARGO ist bewusst zweideutig gewählt, denn einerseits unterliegen viele mögliche Märkte für die Waffenindustrie einem Embargo, andererseits ist diese, um in Ruhe arbeiten zu können, darauf angewiesen, dass nach Möglichkeit ein Informationsembargo in eigener Sache wirksam wird. Waffenfirmen sind nicht gern in den Medien. (Johann Lurf)

www.johannlurf.net

Konzept Johann Lurf Kamera Johann Lurf Schnitt Johann Lurf Musik Jung an Tagen Produktion Johann Lurf
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ENTWÜRFE

Juri Schaden • Österreich 2013 • 22 min • OmdU (HoH)

Früher sorgte der Erzabbau für Arbeitsplätze in der steirischen Gemeinde Vordernberg, heute liegen die Hoffnungen auf dem geplanten Schubhaftzentrum für Asylsuchende. Juri Schaden verwebt Bilder von (architektonischen) Entwürfen des Gebäudes mit ambivalenten Perspektiven auf Sicherheit, Freiheit, das Angehaltensein/-werden. Nicht als unumstößliche, lineare Erzählung, sondern als interpretativ offener filmischer Essay. (Diagonale)

Sprecherin Dolores Winkler Konzept Juri Schaden Kamera Juri Schaden & Lisbeth Kovacic Schnitt Juri Schaden Ton Piotr Reisig Musik Emanuel Donner Produktion Juri Schaden
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HOW BEAUTIFUL JAPANESE MORNING IS

Yuichi Suita • Japan 2011 • 15 min • OmeU

Ein Frühlingsmorgen in Japan, 2011. Eine Frau kocht. Sojasauce wird verschüttet. Eine persönliche Meditation über Trauer nach den durch das Tōhoku-Erdbeben ausgelösten Ereignissen.

yuichi-suita.tumblr.com

Schauspiel Reika Miwa Drehbuch Yuichi Suita Sound Design Nami Iguchi Produktionsleitung Yuichi Suita
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HOW TO DISAPPEAR

Total Refusal (Robin Klengel, Leonhard Müllner & Michael Stumpf) • Österreich 2020 • 21 min
Screening: OmeU • Streaming: OmdU

HOW TO DISAPPEAR ist ein Antikriegsfilm, der am unwahrscheinlichsten Ort nach Möglichkeiten für Frieden sucht: in einem Online-Kriegsspiel. Es ist eine Hommage an den Ungehorsam, sowohl in der digitalen als auch in der physisch-realen Welt des Krieges. Gedreht in den malerischen Landschaften von »Battlefield V«, wird die hyperreale Grafik zur Kulisse einer geistreichen Erzählung über die Geschichte der Fahnenflucht – ein kaum beachteter Teil in der Historie unserer Zivilisation. (Berlinale)

Sprecherin Kathy Tanner Drehbuch Total Refusal (Robin Klengel, Leonhard Müllner & Michael Stumpf) Kamera Michael Stumpf Schnitt Leonhard Müllner Sound Design Bernhard Zorzi Musik Adina Camhy Produktion Total Refusal (Robin Klengel, Leonhard Müllner & Michael Stumpf)
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HYPNODROM

Richard Wilhelmer • Österreich 2017 • 5 min • eOF

Eine Fahrt durch die Dämmerung, eine einsame Landstraße entlang. Noch ist die Perspektive des Films an jene des Autos gekoppelt. Kaum hat man jedoch den Blick justiert und sich auf die Bewegung eingestellt, beginnt das Bild, langsam zunächst, in der horizontalen Achse zu rotieren und wie ein Propeller Geschwindigkeit aufzunehmen.

HYPNODROM ist bewegungsinduziertes Delirium, das die Grenzen zwischen Erde und Himmel, zwischen abgebildeter Realität und Imagination, zwischen Wachsein und Traum aufweicht: »Ein kinematografischer Blick durch die ‚egozentrische Kamera‘ als Hommage auf das Kino als Ort der Kontemplation und der Trance« (Richard Wilhelmer).

Sprecherin Belleruth Naparstek Drehbuch Belleruth Naparstek & Richard Wilhelmer Kamera Serafin Spitzer Sound Design Christian Obermaier Produktion Daniel Haingartner, Serafin Spitzer & Richard Wilhelmer
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LIST DO POLSKI

Jola Wieczorek • Österreich 2014 • 9 min • OmeU

Ausgelöst durch die hohe Anzahl polnischer Migrant*innen in Brüssel, hinterfrage ich in diesem Kurzfilm meine Identität und schreibe einen Brief an mein polnisches Alter Ego. LIST DO POLSKI ist eine Reise zurück in die Kindheit, nach Polen, und die Suche nach einer Antwort auf die Frage: Was wäre, wenn wir nie ausgewandert wären? (Jola Wieczorek)

jolawieczorek.com

Drehbuch Jola Wieczorek Kamera Jola Wieczorek & Wiesława Wieczorek Schnitt Jola Wieczorek Sound Design Jola Wieczorek
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MANGA TRAIN

Manfred Neuwirth • Österreich 1998 • 21 min • OF

Sumo, Sushi, Surround Sound. Bilder und Töne, gesehen und gehört in Tokio, Osaka, Hakodate und Kyoto, aufgenommen in Zügen und Gärten, auf der Straße und im Regen. Alltägliche Momente, deren akute Schönheit nur zu entdecken vermag, wer, in den Worten von Walter Benjamin, mit der geschärften Wahrnehmung des Flaneurs die Bilder sucht »wo immer sie hausen«. Das diverse Bildmaterial seines Films organisiert Manfred Neuwirth fast ausschließlich über die Tonspur – Lautsprecherdurchsagen, das Klappern von Pachinko-Kugeln, gedämpfte Stimmen, Musik aus Transistorradios oder das unablässige Donnern des Verkehrs auf einer nahen Schnellstraße – zu einem persönlichen filmischen Album: „Ein Album zum Durchblättern. Meine Assoziation zu Japan: Mit dem Herzen staunen.”

manfredneuwirth.at

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MINOR BORDER

Lisbeth Kovacic • Österreich 2015 • 25 min • OmeU

Ein Bagger demontiert einen Grenzübergang. Der Abbau der traditionellen Grenzanlagen zwischen Österreich und Ungarn macht gleichzeitig die neue, unsichtbare Abschottungslinie erfahrbar. Während sich im Bild die Balken biegen, entspinnt sich im Off ein Gedankenaustausch über die vermeintliche Bewegungsfreiheit in Zeiten von Schengen. Lisbeth Kovacic findet in ihrem auf der Diagonale 2015 mit dem Preis für den besten Kurzdokumentarfilm ausgezeichneten Film MINOR BORDER Bilder und Töne für diese Nicht-Orte und hinterfragt das europäische Grenzregime und seine dahinterliegende Politik.

lisbeth.klingt.org

Sprecher*innen Adrienn Kiss, Arif Hussain, Hans-Paul Limbeck, Meena Miakhel, Richard Pfann & Sareeye Mohamed Konzept Lisbeth Kovacic Kamera Juri Schaden & Lisbeth Kovacic Schnitt Lisbeth Kovacic Ton Dieter Kovacic, Juri Schaden, Lisbeth Kovacic, noid & Oliver Brunbauer Sound Design Oliver Brunbauer Musik Matija Schellander Produktion Lisbeth Kovacic
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