FILMARCHIV

32 Resultate

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Isamu Hirabayashi • Japan 2011 • 7:30 min • OmeU

Alle 66 Jahre kommt eine Zikade aus der Tiefe der Erde und klettert hoch hinauf auf einen Baum, um sich dort zu häuten. So geht das seit Ewigkeiten. Aber dieses Mal ist es anders … Mit dem Monolog dieses Insekts ist dem japanischen Animationsfilmer Isamu Hirabayashi eine der prägnantesten und schonungslosesten Reaktionen auf die Katastrophen von Hiroshima, Nagasaki und Fukushima gelungen. (DOK Leipzig)

www.hirabayashiisamu.com

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A BIRD IN A CAGE

Lauren Orme • Großbritannien 2014 • 20 min • eOF

Lady Rhondda (1883-1958), bürgerlich Margaret Mackworth, ist eine jener revolutionären Figuren, deren bahnbrechende Arbeit für Frauenrechte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bislang kaum gewürdigt wurde. Sie stand dem Ableger der Women’s Social and Political Union in Newport vor, kämpfte um einen Sitz im Oberhaus des Parlaments, saß wegen Anzündens eines Briefkastens im Gefängnis, wurde eine erfolgreiche Geschäftsfrau und gründete eine der wichtigsten Zeitschriften für Politik und Literatur ihrer Zeit. (Tricky Women)

www.laurenorme.com

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ABITA

Shoko Hara & Paul Brenner • Deutschland 2013 • 4 min
Screening: OmeU • Streaming: OmdU

Blühende Kirschbäume, klare Seen, weite Wiesen. Die Freiheit erscheint wie ein fragiles Traumbild, wie Tusche auf Reispapier. Auf poetische Weise konturiert ABITA ein kleines Mädchen, das sich von der Sehnsucht nach Freiheit getrieben seine eigene gemalte Welt erschafft. In ca. 5.000 in japanischer Tuschemaltechnik hergestellten Einzelbildern erzählen Shoko Hara und Paul Brenner eine von 36.000 Geschichten von Kindern in Fukushima, die aufgrund der radioaktiven Strahlung nicht mehr in der kontaminierten Natur spielen können.

Sound Design Lorenz Schimpf Musik Lorenz Schimpf Hochschule DHBW Ravensburg
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AUS DEM AUGE

Matthias Zuder • Österreich 2013 • 10:30 min

Eine Kamerafahrt führt durch einen schier endlosen Korridor. Aus dem Off – es liest Andrea Eckert – wird der Gebäudekomplex kontextualisiert. „Der Krieg ist die Kultur der Vernichtung“, heißt es einmal. Als Erholungsort sollte das unvollendete NS-Prestigeprojekt, das in seiner Gigantomanie den faschistischen Wahnsinn erahnen lässt, zu dieser „Kultur“ beitragen. 20.000 deutsche Arbeiter sollten im Seebad Prora auf Rügen – auf 5 Kilometern Länge und Zimmern mit Meeresblick – Erholung finden. Das reduzierte Porträt eines Nicht-Orts, der seine Bestimmung niemals erfüllte. AUS DEM AUGE wurde mit dem ART VISUALS & POETRY Filmpreis 2015 ausgezeichnet.

Valerie Fritsch (*1989 in Graz) studierte an der Akademie für angewandte Photographie. Sie ist als Schriftstellerin und Fotokünstlerin tätig. Zuletzt erschien bei Suhrkamp ihr Roman „Winters Garten“.

Matthias Zuder (*1985) studierte Filmregie in Wien, und schloss sein Studium an der Hamburg Media School ab. Internationale Auszeichnungen für Kurzfilme.

Sprecherin Andrea Eckert Literaturvorlage Valerie Fritsch
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BAD ROMANCE: WOMEN’S SUFFRAGE

Tim Alden Grant • USA 2012 • 5 min • eOF

Gelungene Parodie auf Lady Gagas 2009 erschienenen Hit BAD ROMANCE über die Suffragetten-Bewegung in den USA als Tribute an Alice Paul und die Mitglieder der National Women’s Party. Aus Urheber*innenrechtsgründen mehrfach von YouTube verbannt – im Geschichtsunterricht US-amerikanischer High Schools geschätzt.

Drehbuch Emilia Fuentes Grant Kamera Adam Hobbs Schnitt Tim Alden Grant Musik Mack Brock & Aaron Robertson Produktion Lisa Corum
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CYCLOPÈDES

Mathieu Epiney • Schweiz 2014 • 4:40 min • kein Dialog

Anfang des 20. Jahrhunderts waren das Filmemachen und das Radfahren noch eine andere Art von Abenteuer. CYCLOPÈDES bezieht sich mit seinen Titeln und der Player-Piano-Musik auf die Ästhetik des frühen Films, und schildert, wie damals ein Pässe-Rennen hätte aussehen können: Voller witziger aber auch gefährlicher Zwischenfälle. (Fantoche)

mathieuepiney.wordpress.com

Drehbuch Mathieu Epiney Animation Mathieu Epiney Kamera Mathieu Epiney Sound Design Carlos Ibañez-Diaz Musik Carlos Ibañez-Diaz Produktion Pleine Pomme
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DER MENSCH MIT DEN MODERNEN NERVEN

Bady Minck & Stefan Stratil • Österreich/Luxemburg 1988 • 6:50 min • OF

Eine Pyramide, gar nicht statisch, vielmehr durch Kamerafahrten, Schnitte und Überblendungen immer rascher in Bewegung gebracht. Die Kino-Illusion führt die einzelnen Teile durcheinander, fügt sie zu einer symbolhaften Zeichnung der regen Gedankengänge von Adolf Loos: Eine Hochgeschwindigkeitsfahrt durch das Rückenmark des revolutionären Architekten. (Peter Illetschko)

Zahlreiche Filmemacher*innen haben die Stadt filmisch dargestellt, aber nur wenige haben mit dem architektonischen Material an sich gearbeitet. Aus dieser Sicht ist der Fall der Wiener Filmregisseure Bady Minck und Stefan Stratil ziemlich beispielhaft. Für ihren Film DER MENSCH MIT DEN MODERNEN NERVEN stellten sie ein Modell nach den Skizzen des Architekten Adolf Loos her, die dieser 1923 für ein Rathausprojekt in Mexiko-City entworfen hatte. Bei dem von Loos geplanten Gebäude handelt es sich um eine Stufenpyramide, die im filmischen Prozess in ein abstraktes Spiel der geometrischen Formen, der Lichter und Schatten gebracht wird, dass an bestimmte Filme der 1920er Jahre erinnert, etwa an ORGELSTÄBE von Oskar Fischinger (1923-1927). Über die Animation des Modells weit hinausgehend, beschäftigt sich der Film mit Adolf Loos‘ architektonischen Konzepten zur Fläche und zum Volumen des Raums. (Jean-Michel Bouhours)

badyminck.com

Drehbuch Bady Minck & Stefan Stratil Kamera Bady Minck & Stefan Stratil Schnitt Bady Minck & Stefan Stratil Musik André Mergenthaler Produktion Bady Minck & Stefan Stratil
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DIE NACHT DER 1000 STUNDEN

Virgil Widrich • Luxemburg/Österreich/Niederlande 2016 • 92 min
Screening: dOF • Streaming: OmeU

Eine Familie, eine Nacht, ein Mord und eine verbotene Leidenschaft: Philip (Laurence Rupp), der von seinem Vater die Geschäfte der Familienfirma übernimmt, wird mit dem seltsamen Erscheinen seiner verstorbenen Vorfahren konfrontiert. In einer langen Nacht, in der sich die Ereignisse im Stadtpalais der Familie überschlagen, deckt er ein streng gehütetes Familiengeheimnis rund um seine Großtante (Amira Casar) auf.

Virgil Widrich verdichtet sein in melodramatischen Farbtönen gehaltenes Kammerspiel zum kritischen Generationenporträt. Das Unternehmerhaus wird zum geisterhaften Geschichtsmodell, in dem Gegenwart und Vergangenheit eine unheilige Allianz eingehen. Eine der Hauptrollen spielt das Haus selbst, welches mit Hilfe von digitalen Rückprojektionen am Set zum Leben erweckt wurde. Digitale VR-Techniken und Game Engines treffen auf das Kino.

www.widrichfilm.com

Schauspiel Laurence Rupp, Amira Casar, Udo Samel, Johann Adam Oest, Elisabeth Rath, Luc Feit, Josiane Peiffer, Linde Prelog, Barbara Petritsch, Claire Johnston, Lukas Miko & Brigitte Urhausen Drehbuch Virgil Widrich Kamera Christian Berger Schnitt Pia Dumont Ton Carlo Thoss Sound Design Nicolas Tran Trong & Michel Schillings Musik Siegfried Friedrich Produktion AMOUR FOU Luxembourg, AMOUR FOU Vienna, Key Film, Golden Girls Filmproduktion, Bady Minck, Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Arash T. Riahi, Raphael Barth, Hanneke Niens & Hans de Wolf
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DIY. 100 JAHRE FRAUENWAHLRECHT

Susi Jirkuff • Österreich 2018 • 9 min • dOF

Susi Jirkuff hat drei Animationsfilme realisiert, die Schüler*innen spielerisch an das Thema und die Geschichte des Frauenwahlrechts heranführen sollen. Angelehnt an die Ästhetik von YouTube-Videos, animiert die Künstlerin 2D-Marionetten, die die Gesichter von österreichischen Wahlrechtsaktivistinnen tragen, die um 1918 zur Einführung des Frauenstimmrechts beigetragen haben: Anna Boschek, Emmy Freundlich, Marianne Hainisch und Adelheid Popp waren unter den ersten von insgesamt acht Frauen, die in das österreichische Parlament gewählt wurden. Drei Mädchen leihen den couragierten Frauenfiguren ihre Stimmen und erzählen anhand von kurzen biografischen Anekdoten und Zitaten von den damaligen Verhältnissen. Gezeigt werden die ersten beiden Episoden der Serie.

susijirkuff.com

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DO YOU REMEMBER SARAJEVO?

Nedim Alikadic, Nihad Kresevljakovic & Sead Kresevljakovic • Bosnien-Herzegowina 2002 • 51 min • OmeU

Als seine Heimatstadt Sarajevo während des Bosnienkrieges unter Belagerung stand, begann der Theater- und Filmemacher Nihad Kreševljaković die Ereignisse und den Alltag auf Video zu dokumentieren. Die Filmaufnahmen führten zur Gründung des »Video Archive Hamdija Kreševljaković«, das mittlerweile mehr als 1.000 Stunden an Amateur*innenvideos aus der Zeit von 1992 bis 1995 versammelt. Zum ersten Mal in Europas Kriegsgeschichte hatten Bürger*innen ihren Alltag im Krieg sowie schwere Menschenrechtsverletzungen selbst dokumentiert. In knapp 50 Minuten destilliert sich aus dem gesammelten Archivmaterial eine kollektive Erinnerungscollage aus dem Blickwinkel der Menschen, die in ihrer eigenen Stadt zu Gefangenen geworden waren. DO YOU REMEMBER SARAJEVO? ist ein Akt der Emanzipation von den stereotypisierten Bildern der internationalen Berichterstattung.

Originaltitel SJEČAŠ LI SE SARAJEVA? Produktion Deblokada & Jasmila Zbanic
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EIGENTLICH VERGANGEN

Nicole Foelsterl • Schweiz/Österreich 2018 • 14:30 min • OmeU

»Ich bin nicht drauf!« Die Großmutter ist sich sicher, dass die Filmemacherin die Kamera falsch positioniert hat. Resolut verteidigt die Frau ihr eigenes Bild gegenüber der Enkelin, die mehr über ihre vergangene Flucht von Ungarn nach Österreich in Erfahrung bringen möchte. Im reibungsvollen und dennoch vertrauten Dialog der beiden offenbart sich wie Familien ihre Geschichte über Generationen hinweg weitergeben und wie diese sich ins Innerste von Beziehungen einnisten.

www.nicolefoelsterl.com

Mitwirkende Marianne Schneider & Nicole Foelsterl Drehbuch Nicole Foelsterl Kamera Nicole Foelsterl & Astrid Heubrandtner Schnitt Nicole Foelsterl Ton Stefan Rosensprung Sound Design Gregg Skerman Produktion Nicole Foelsterl
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GRANICA – BORDER – GRENZE

Eni Brandner • Österreich 2009 • 5:10 min • kein Dialog

Rissige Mauern und Wände mit Einschlaglöchern, Ruinen, Steinhaufen zerstörter Häuser: Noch immer ziehen diese unfreiwilligen Kriegsdenkmale eine Grenze zwischen zwei Kulturen. Während die Kamera daran entlangfährt, breitet sich ein orchestraler Soundteppich mit subtilen Anklängen von Kriegsgetöse aus. Die Filmaufnahmen wurden 2008 an der Grenzlinie des völkerrechtlich nie anerkannten Gebiets der ehemaligen »Republik Serbische Krajina« gemacht – nach der »Baumstammrevolution« im August 1990 einer der Brennpunkte im Jugoslawien-/Kroatienkrieg (1991-1995).

www.enimation.at

Konzept Eni Brandner Animation Eni Brandner Kamera Eni Brandner Schnitt Eni Brandner Ton Christof Dienz Musik Christof Dienz Produktion AMOUR FOU Vienna & Eni Brandner
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HIDE-AND-SEEK

Keiko Shiraishi • Japan 2012 • 8 min • OmeU

Sie leben in einer Wohnstadt, umgeben vom Meer und den Bergen. Seit jenem Tag liegt die Stadt in völligem Dunkel. Diese Dunkelheit verbirgt jetzt Straßenlampen, Wege nach Hause, eine Mutter und das Kind in ihrem Bauch.

Originaltitel KAKURENBOU Sound Design Natsuko Yokoyama & Andres Duarte Loza Musik Natsuko Yokoyama & Andres Duarte Loza Produktion Yuichi Ito Hochschule Tokyo University of the Arts
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HOW BEAUTIFUL JAPANESE MORNING IS

Yuichi Suita • Japan 2011 • 15 min • OmeU

Ein Frühlingsmorgen in Japan, 2011. Eine Frau kocht. Sojasauce wird verschüttet. Eine persönliche Meditation über Trauer nach den durch das Tōhoku-Erdbeben ausgelösten Ereignissen.

yuichi-suita.tumblr.com

Schauspiel Reika Miwa Drehbuch Yuichi Suita Sound Design Nami Iguchi Produktionsleitung Yuichi Suita
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HOW TO DISAPPEAR

Total Refusal (Robin Klengel, Leonhard Müllner & Michael Stumpf) • Österreich 2020 • 21 min
Screening: OmeU • Streaming: OmdU

HOW TO DISAPPEAR ist ein Antikriegsfilm, der am unwahrscheinlichsten Ort nach Möglichkeiten für Frieden sucht: in einem Online-Kriegsspiel. Es ist eine Hommage an den Ungehorsam, sowohl in der digitalen als auch in der physisch-realen Welt des Krieges. Gedreht in den malerischen Landschaften von »Battlefield V«, wird die hyperreale Grafik zur Kulisse einer geistreichen Erzählung über die Geschichte der Fahnenflucht – ein kaum beachteter Teil in der Historie unserer Zivilisation. (Berlinale)

Sprecherin Kathy Tanner Drehbuch Total Refusal (Robin Klengel, Leonhard Müllner & Michael Stumpf) Kamera Michael Stumpf Schnitt Leonhard Müllner Sound Design Bernhard Zorzi Musik Adina Camhy Produktion Total Refusal (Robin Klengel, Leonhard Müllner & Michael Stumpf)
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