DER KLEINE VOGEL UND DAS EICHHÖRNCHEN

Lena von Döhren / Schweiz 2014 / 4:30 min / kein Dialog

Der kleine Vogel will gerade die Herbstblätter gießen, als ihm das Eichhörnchen seine knallgrüne Gießkanne stibitzt. Eine aufregende Verfolgungsjagd durch den Wald nimmt ihren Lauf …

www.lenalena.org

Themen: 3+ / Animationsfilm / Tiere / Wald

Credits

Drehbuch Lena von Döhren Animation Lena von Döhren Montage Fee Liechti Ton Christof Steinmann Sound Design Christof Steinmann Musik Martin Waespe Produktion Jochen Ehmann, Schattenkabinett GmbH, SRF Schweizer Radio und Fernsehen, Ted Sieger & Gerd Gockell Filmproduktion Hochschule HSLU Hochschule Luzern – Design & Kunst

ZEBRA

Julia Ocker / Deutschland 2013 / 3 min / kein Dialog

Als ein Zebra fröhlich gegen einen Baum läuft, lernt es ganz andere Seiten an sich kennen. Was wohl die anderen Zebras dazu sagen?

www.filmbilder.de

Credits

Sprecher Ferdinand Engländer Drehbuch Julia Ocker Character Design Julia Ocker Animation Julia Ocker, Ferdinand Engländer & Jacky De Groen Sound Design Christian Heck Musik Christian Heck Produktionsleitung Bianca Just Produktion Studio FILM BILDER

HEARTLESS

SEM CORAÇÃO
Nara Normande & Tião / Brasilien 2014 / 27 min / OmeU

Leo verbringt seine Ferien bei der Familie seines Cousins, die in einem kleinen Fischerdorf lebt. Dort begegnet er einem Mädchen, das den Spitznamen »Sem coração« (»Herzlos«) trägt. Sie ist das einzige Mädchen in der Clique und stellt sich jeder Herausforderung. Die abenteuerlichen Spiele der Gruppe führen über Palmenplantagen zu Ruinen bis hinunter in die Tiefen des Meeres. Die Gefühle und Hormone des ersten Verliebtseins verkomplizieren jedoch die gemeinsamen Unternehmungen. HEARTLESS wurde auf der Quinzaine des réalisateurs 2014 mit dem Prix illy du court métrage ausgezeichnet.

Credits

Schauspiel Eduarda Samara, Rafael Nicácio & Ricardo Lavenère Drehbuch Nara Normande & Tião Bildgestaltung Ivo Lopes Araújo Montage Nara Normande & Tião Ton Carlos Montenegro, Gera Vieira, Nicolas Hallet & Simone Dourado Produktion CinemaScópio

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THE CURSE

Fyzal Boulifa / Großbritannien/Marokko 2012 / 16 min / OmeU

Fatine hat sich weit aus ihrem Dorf in die Wüste hinaus gewagt, um ihren älteren Liebhaber zu treffen. Als sie von einem kleinen Buben entdeckt wird, will sie nichts anderes, als nach Hause zurückzugehen. Die Verhandlungen werden zu einem Machtkampf zwischen den beiden und einem Kräfteringen zwischen persönlicher Freiheit und gesellschaftlichen Konventionen. Ausgehend von einem simplen Setting und in Zusammenarbeit mit Laiendarsteller*innen entwickelt Fyzal Boulifa eine starke Sozialparabel, die auf der Quinzaine des réalisateurs 2012 mit dem Prix illy du court métrage ausgezeichnet wurde.

Credits

Schauspiel Ibtissam Zabara Drehbuch Fyzal Boulifa Bildgestaltung Taina Galis Montage Fyzal Boulifa & Taina Galis Ton Sebastian Dale Produktion Gavin Humphries

EIN PROZESS. DAS PROTOKOLL.

Fiona Rukschcio / Österreich 2014 / 10:30 min / OmeU (HoH)

In EIN PROZESS. DAS PROTOKOLL. wird der Ablauf eines als vermeintlich locker geplanten Abends unter Bekannten nacherzählt, der mit einer Vergewaltigung endete. Abwechselnd reiht Fiona Rukschcio fragmentarische Aussagen der jungen Frau und des Angeklagten aneinander, die nüchtern von Stimmen aus dem Off verlesen werden und die Geschehnisse jener Nacht Stück für Stück rekonstruieren. Die protokollierten Schilderungen klaffen dabei immer weiter auseinander, die Formulierungen des Angeklagten wirken wie einstudiert – und nicht zuletzt über dessen Ungerührtheit transportiert sich auch die emotionale Distanziertheit, die einem juristischen Prozedere innewohnt.

In dieser dokumentarischen Arbeit, die keine intakten Bilder liefert, dominiert das gesprochene Wort: Ein körperlicher Übergriff wird für ein Gerichtsverfahren beschrieben. Die fehlende Sichtbarkeit der seelischen Gewaltausübung findet als blinder Fleck auf der visuellen Ebene ihre Entsprechung: Schwarzkader markieren Leerstellen, die sich in der Montage zwischen die verschiedenen Segmente schieben. Dem Umstand, einen Gewaltakt paragraphisch erfassen zu wollen, begegnet Fiona Rukschcio mit beklemmender Unschärfe. (Jana Koch)

www.fiona-rukschcio.net

Credits

Mitwirkende Frank Wonsak & Judith Schmid Sprecher*innen Frank Wonsak & Judith Schmid Konzept Fiona Rukschcio Bildgestaltung Fiona Rukschcio Montage Fiona Rukschcio Produktion Fiona Rukschcio

THINGS CHANGE/THINGS DON’T CHANGE

Fiona Rukschcio / Österreich/Frankreich 2009 / 5:15 min / OmdU (HoH)

»Richard – Ulrich – Kurt – Schule – Caesar – Ida – Otto – Rukschcio. Fast jeden Tag muss ich meinen Namen buchstabieren, in den unterschiedlichsten Situationen. Ich bin so daran gewöhnt, dass ich mir nie die Frage gestellt habe, welche Namen ich dafür eigentlich benütze – bis ich dieses Video gemacht habe.«

In der Geschichte des Buchstabierens, die mit der Einführung des Telefons beginnt, zeigt sich, dass diese nicht als neutrale Übermittlung funktioniert. Der Wandel politischer Systeme wirkt sich direkt auf den Modus aus. Mit Beginn des Nationalsozialismus wurde dieses elementare Instrumentarium zur Überwindung von Verständigungsschwierigkeiten durch den Austausch jüdischer Namen gegen deutsche mit nationalen und ethnischen Ideologien besetzt und bis heute so belassen. Das Buchstabieren von THINGS CHANGE kann in diesem Sinn als Hinterfragung und Aufforderung gesehen werden, die mit der Ambivalenz von THINGS DON’T CHANGE alterniert. (Nicola Hirner)

www.fiona-rukschcio.net

Credits

Konzept Fiona Rukschcio Bildgestaltung Fiona Rukschcio Montage Fiona Rukschcio Produktion Fiona Rukschcio

#1: (COMMON PLACES)

Fiona Rukschcio / Österreich 1999 / 45:30 min / OmeU (HoH)

Fiona Rukschcio vereint in ihrem Video #1: (COMMON PLACES) die Erzählungen von 27 Frauen über den ganz »normalen« Belästigungsalltag, dem jede Frau in jeder Situation ausgesetzt sein kann. Sie lässt Frauen die verschiedenen Belästigungssituationen an den entsprechenden Orten beschreiben, das Unbehagen der Betrachter*innen wächst. Und es gibt am Ende nicht mehr die Möglichkeit, zu sagen, »das geht mich nichts an, mir könnte so was nie passieren«. Im Gegenteil, #1: (COMMON PLACES) erzeugt eine Reflexion der eigenen Geschichte auf der Suche nach genau diesen, teilweise fast unsichtbaren, alltäglichen Belästigungen im weitesten Sinn.

Das Bild vom »bösen Unbekannten«, der an dunklen Straßenecken auf seine Opfer lauert, wird sukzessive demontiert. Wohl wird dieser Typus als eine Variante nicht verleugnet, doch schlussendlich sind es auch die Freund*innen, Bekannten, Arbeitskolleg*innen, Kund*innen, Studienkolleg*innen, Verwandten, die die physischen und psychischen Grenzen der Frauen missachten, die sie begrapschen, bedrohen, beglotzen, bequatschen und Abhängigkeitsverhältnisse zum eigenen Vorteil ausnützen wollen. (Harriet Leischko)

Zusammen mit #2: (SCHOLARIC STRATO/SPHERE) und #3: (SELF-DEFENCE EAR-FLAPS) bildet #1: (COMMON PLACES) eine Video-Trilogie, die weibliche Selbstverteidigung im weitesten Sinn thematisiert. #1: (COMMON PLACES) wurde auf der Diagonale 2000 mit dem Preis für Innovatives Kino ausgezeichnet.

www.fiona-rukschcio.net

Credits

Konzept Fiona Rukschcio Bildgestaltung Fiona Rukschcio Montage Fiona Rukschcio Produktion Fiona Rukschcio

SCHMINKI 1, 2+3

Fiona Rukschcio / Österreich 1999 / 7:30 min / OmdU (HoH)

Bilder von Schminkritualen sind nicht erst seit PARIS IS BURNING sehr eng mit der Frage nach herrschenden Geschlechternormen verbunden. Das Auftragen des Lippenstifts scheint direkt mit dem Übereinanderschlagen der Beine bzw. einer Vielfalt von als vermeintlich »weiblich« identifizierbaren Posen einherzugehen. Solchen Bildern ist der performative Charakter eingeschrieben, weil die Konstruktion des Geschlechts ausgestellt wird. In SCHMINKI 1, 2+3 schminkt sich eine Frau. Eine als Frau verkleidete Frau stellt Bilder ihrer eigenen Herstellung aus. Fiona Rukschcio imitiert herrschende Normen, indem sie die Imitationsstrukturen von Geschlechternormen aufdeckt. (Christa Benzer)

www.fiona-rukschcio.net

Credits

Mitwirkende Fiona Rukschcio Konzept Fiona Rukschcio Animation Fiona Rukschcio Bildgestaltung Fiona Rukschcio Montage Fiona Rukschcio Musik Marcin Stelmaszczyk, Oliver Stotz & Susa Phonder Produktion Fiona Rukschcio

WAS BLEIBT

STA OSTAJE
Clarissa Thieme / Österreich/Deutschland/Bosnien-Herzegowina 2009 / 34 min / OmeU

WAS BLEIBT handelt von den Leerstellen, die Krieg und Gewalt erzeugen. Der Film besteht aus langen, statischen Totalen von Plätzen und Landschaften im heutigen Bosnien-Herzegowina. Die Alltäglichkeit, Banalität und Schönheit der gezeigten Orte stehen in Kontrast zu der Tatsache, dass sie alle während des Bosnienkrieges von 1992 bis 1995 Schauplätze von Kriegsverbrechen waren. WAS BLEIBT ist ein filmisches Gedenken über die Grenzen der Darstellbarkeit und des Verstehens hinweg. Die gezeigten Orte stehen für sich. Sie erklären sich nicht, sie werfen die an sie gestellten Fragen zurück.

www.clarissathieme.com

Credits

Produktion Deblokada, Gegenfilm, Jasmila Zbanic & Sabine Derflinger

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DO YOU REMEMBER SARAJEVO?

SJEČAŠ LI SE SARAJEVA?
Nedim Alikadic, Nihad Kresevljakovic & Sead Kresevljakovic / Bosnien-Herzegowina 2002 / 51 min / OmeU

Als seine Heimatstadt Sarajevo während des Bosnienkrieges unter Belagerung stand, begann der Theater- und Filmemacher Nihad Kreševljaković die Ereignisse und den Alltag auf Video zu dokumentieren. Die Filmaufnahmen führten zur Gründung des »Video Archive Hamdija Kreševljaković«, das mittlerweile mehr als 1.000 Stunden an Amateur*innenvideos aus der Zeit von 1992 bis 1995 versammelt. Zum ersten Mal in Europas Kriegsgeschichte hatten Bürger*innen ihren Alltag im Krieg sowie schwere Menschenrechtsverletzungen selbst dokumentiert. In knapp 50 Minuten destilliert sich aus dem gesammelten Archivmaterial eine kollektive Erinnerungscollage aus dem Blickwinkel der Menschen, die in ihrer eigenen Stadt zu Gefangenen geworden waren. DO YOU REMEMBER SARAJEVO? ist ein Akt der Emanzipation von den stereotypisierten Bildern der internationalen Berichterstattung.

Credits

Produktion Deblokada & Jasmila Zbanic

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